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Fußball
27.05.2016

Das späte Debüt: Leno kontra ter Stegen

Marc-André ter Stegen (l) und Bernd Leno wollen jeweils bei der EM die Nummer zwei sein.
Foto: Arne Dedert (dpa)

Bernd Leno wird in Augsburg gegen die Slowakei erstmals das Tor der deutschen Nationalmannschaft hüten, wie Torwartcoach Andreas Köpke in Ascona ankündigte.

Es ist ein Debüt mit Verzögerung. Leno galt seit vielen Jahren als überdurchschnittlich befähigtes Talent im 7,32 mal 2,44 Meter großen Fußballkasten. Schon auf die Nominierung in den Kader für die EM hatte Leno fast überschwänglich reagiert: "Da geht für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung, ich bin sehr stolz."

Ursprünglich war Lenos Debüt schon vor einem halben Jahr geplant, verriet Köpke am Freitag. Doch das geplante Spiel in Hannover gegen Holland wurde wenige Tage nach den schrecklichen Terroranschlägen von Paris wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Nun wird Lenos erstes Spiel für den viermaligen Weltmeister nachgeholt. Marc-André ter Stegen, so etwas wie Lenos Dauerkonkurrent seit Jugend- und Juniorenzeiten, wird im ersten der zwei EM-Testspiele auf der Ersatzbank sitzen.

Die unumstrittene Nummer eins, Manuel Neuer, soll sich am Wochenende weiter im Trainingscamp in der Schweiz auf seine EM-Aufgabe in Frankreich vorbereiten. "Ich muss mir mal überlegen, ob wir einen zweiten Torwarttrainer dazu holen", scherzte Köpke bei der Konstellation. Er will lieber Lenos Debüt live beobachten.

Eine Reihenfolge hinter Neuer möchte Spezialcoach Köpke, der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw, nicht festlegen - wie schon bei früheren Turnieren. Doch ter Stegen gilt als Neuers erster Vertreter. Meist stand der Profi vom FC Barcelona in der Hierarchie vor Leno, was in der Vergangenheit zu einem angespannten Verhältnis der Beiden geführt hatte. In einem Zimmer konnten sie nicht übernachten. "Von diesen Problemen, die es sicher in früherer Vergangenheit gegeben hat, habe ich hier nichts mitbekommen", sagte Köpke: "Beide gehen vernünftig miteinander um. Wenn wir da Bedenken gehabt hätten, hätten wir reagiert."

Wie meist bei den Junioren durfte ter Stegen auch in der A-Auswahl früher ran als Leno. Sein Debüt vor der EM 2012 lief allerdings beim 3:5 in der Schweiz alles andere als glücklich. Inzwischen steht der gebürtige Mönchengladbacher bei fünf Einsätzen im Löw-Team.

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Die Kontrahenten scheinen mit 24 Jahren inzwischen so gereift und professionell, dass sie ihre Zwistigkeiten in den Hintergrund stellen können. "Vermutlich wären wir ohne diesen harten Konkurrenzkampf 2009 nicht U17-Europameister geworden", sagte ter Stegen kürzlich. Leno war damals Ersatzmann. "Von Streit und Meinungsverschiedenheit ist nichts zu merken. Es ist absolut nicht negativ für die Gemeinschaft", berichtete Köpke aus dem Innenleben im EM-Trainingscamp und schloss an: "Man sollte das Thema mal beenden." Diese Ansage dürfen auch Leno und ter Stegen durchaus nochmal als Erinnerung verstehen. (dpa)

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