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04.08.2009

Van Bommel "stolzer" Kapitän - Lob von van Gaal

Van Bommel «stolzer» Kapitän - Lob von van Gaal
Foto: DPA

München (dpa) - Als Mark van Bommel im Wintertrainingslager des FC Bayern auf Münchens Elf-Millionen-Einkauf Anatoli Timoschtschuk angesprochen wurde, reagierte der Niederländer selbstbewusst.

"Der kann gerne kommen - und dann sitzt er schön auf der Ersatzbank", sagte van Bommel damals. Sieben Monate später ist die Prognose des 32-Jährigen eingetroffen. Der Neuzugang von Zenit St. Petersburg schmort auf der Bank, van Bommel spielt im defensiven Mittelfeld - und das sogar als frisch im Amt bestätigter Kapitän beim deutschen Fußball-Rekordmeister. "Natürlich ist man stolz und froh, dass man für so einen großen Verein Kapitän sein darf", gestand der Nationalspieler vor der am 7. August beginnenden Saison.

In der Vorbereitung spielte van Bommel als Kapitän und für seine Lieblingsposition vor. Lautstark gab er in Trainingseinheiten und Testbegegnungen die Kommandos, bei Neu-Trainer Louis van Gaal genießt der ehemalige Champions-League-Sieger hohe Wertschätzung. "Ich habe gesehen, dass er die Mannschaft auf eine gute Art und Weise beeinflussen kann und habe gesehen, dass die Spieler ihn wie einen Kapitän akzeptieren. Und das ist wichtig", begründete van Gaal die Wahl und traf damit auch für die Aufstellung eine richtungsweisende Entscheidung. Denn sein Kapitän solle nach Möglichkeit immer spielen, hatte der neue Trainer betont. Schwere Zeiten also für den Ukrainer Timoschtschuk, der mit seinem eigenen Stab (Masseur, Koch, Pressesprecher) einen anderen Start in München geplant hatte.

"In unserem System kann Timoschtschuk nicht auf seiner Lieblings-Position spielen. Dort spielt van Bommel", betonte van Gaal. Zwar ist der frühere Mittelfeldchef von Zenit St. Petersburg der dynamischere Akteur, aber mit viel Erfahrung und noch mehr taktischem Feingefühl kaschiert van Bommel diesen Nachteil. Und das von van Gaal immerzu gepredigte Passspiel mit wenig Ballkontakten hat dessen Landsmann sowieso im Blut. Van Bommel, dessen Kapitäns-Stellvertreter Philipp Lahm heißt, ist geradezu ein Experte des scharfen Flachpasses.

Nicht nur auf dem Feld gibt der Schwiegersohn des niederländischen Nationaltrainers Bert van Marwijk Kommandos, auch abseits des Rasens hat sein Wort in Mannschaft und Vorstand Gewicht. Dennoch überlegte der WM-Teilnehmer von 2006 vor einem halben Jahr lange, ob er seinen Vertrag bei den Bayern bis 2010 verlängern sollte. Van Bommel, der im Vorjahr nicht immer auf einer Wellenlänge mit Ex-Coach Jürgen Klinsmann funkte und von diesem zwischenzeitlich als Kapitän auf die Bank verbannt wurde, hätte sich einen längeren Kontrakt gewünscht. Aber auch so blieb er; nun schauen Profi und Club von Jahr zu Jahr.

Van Bommel spricht nicht nur gerne über Fußball und macht sich darüber Gedanken, sondern ist auch ein humorvoller Zeitgenosse. Mal ironisch, mal direkt. Als er vor dem Jux-Spiel der Bayern gegen die Oliver-Pocher-Mannschaft kürzlich gefragt wurde, wie er die Imitationen seiner Person des Comedy-Stars findet, entgegnete der Niederländer trocken. "Er macht das besser als ich selbst."

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