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FC Ingolstadt

17.03.2020

Der FC Ingolstadt in der Corona-Krise. Henke: „Wir verfallen nicht in Panik“

Befindet sich in einer unsicheren Situation: FC Ingolstadts Sportdirektor Michael Henke, die anderen Drittligisten und der DFB haben beschlossen, die 3. Liga bis zum 30. April zu unterbrechen.

Plus Sportdirektor Michael Henke spricht über die Unterbrechung der 3. Liga bis zum 30. April und die finanziellen Konsequenzen für den FC Ingolstadt. Trainingsbetrieb ist ausgesetzt.

Nachdem die Deutsche Fußballliga am Montagmittag die Spiele der Bundesliga und der 2. Liga bis 2. April ausgesetzt hatte, zog die 3. Liga nach. Nach einer Telefonkonferenz mit den Vereinen bis Montagabend wurde beschlossen, den Spielbetrieb sogar bis 30. April ruhen zu lassen. In diese Zeit fallen acht Spieltage. Die NR hat sich mit Michael Henke, Sportdirektor beim FC Ingolstadt, über Konsequenzen für den Verein und weitere mögliche Szenarien unterhalten.

Herr Henke, die Sitzung des DFB ging am Montag bis in die Abendstunden. Die Meinungen der Vereine werden auseinandergegangen sein...

Henke: Hoch her ist es nicht gegangen. Es war einfach viel zu besprechen. Der DFB hat zunächst berichtet, was zuvor bei der DFL-Sitzung entschieden wurde. Dann wurde der DFB-Arzt zugeschaltet, um medizinisch den neuesten Sachverhalt über Corona darzulegen. Diese Dinge haben lange gedauert, waren aber notwendig. Im Anschluss wurde über wirtschaftliche Dinge und Termine gesprochen. Wann kann es weitergehen, wie lange wird pausiert.

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Die DFL hatte zuvor entschieden, bis 2. April zu pausieren und mitgeteilt, dass Geisterspiele irgendwann notwendig sein werden. Müssen diese Entscheidungen in der 3. Liga allein wegen der finanziellen Voraussetzungen anders aussehen?

Henke: Wir haben uns darauf geeinigt, dass eine Verschiebung bis zum 2. April nur eine kurzfristige Entscheidung wäre und keine Planungssicherheit bringt. Daher wurde die Pause bis 30. April beschlossen.

Was bedeutet die Unterbrechung bis 30. April wirtschaftlich für die Vereine?

Henke: Die Situation ist für alle Vereine schwierig und nicht leicht zu stemmen. Dass es wirtschaftliche Auswirkungen geben wird, ist klar. Jeder Verein hat verschiedene Bedingungen und muss sich mit Lösungen beschäftigen. Wir hoffen, dass wir die Spiele nachholen können, bestenfalls mit Zuschauern. Das wäre für die 3. Liga bedeutender als für die ersten beiden Ligen. In der 3. Liga spielen die Zuschauereinnahmen im Verhältnis zu den Fernsehgeldern eine wichtigere Rolle als in den beiden Bundesligen.

Manche Vereine brachten im Vorfeld einen Komplettabbruch der Saison ins Spiel. Wie wurde damit umgegangen?

Henke: Darüber wurde diskutiert, es wurden verschiedene Szenarien durchgegangen. Am Ende haben wir uns darauf geeinigt, dass wir die Spieltage verschieben und darauf hoffen, die Saison zu Ende spielen zu können.

Das ist allerdings nicht gesichert. Gab es Gespräche, was passiert, wenn die Saison nicht weitergehen kann?

Henke: Nein, das ist nicht besprochen worden. Es wäre zu früh, da sich die Dinge stündlich ändern. Die Situation ist in den einzelnen Bundesländern verschieden. Deshalb macht es wenig Sinn, sich mit Szenarien auseinanderzusetzen, die relativ weit in der Zukunft liegen und noch nicht absehbar sind.

Wie würde sich der FC Ingolstadt dann verhalten?

Henke: Wir machen uns intern Gedanken und sind täglich am diskutieren. Jedenfalls wollen wir die Chance wahren, die Saison zu Ende zu spielen.

Ist die Existenz des FC Ingolstadt bedroht?

Henke: So weit sind wir noch nicht. Klar ist, dass die Situation für uns wirtschaftliche Auswirkungen hat, ohne dass wir in Panik verfallen. Wir sollten abwarten, was passiert, wann wir wieder spielen können. Wenn wir ab Mai wieder komplett spielen und Zuschauer dabei sind, werden wir die Pause sicherlich gut verkraften. Wenn das nicht möglich ist, muss man die Situation neu bedenken.

Angenommen, im Mai wären Zuschauer nicht zugelassen. Würde komplett abgebrochen oder ohne gespielt?

Henke: Wir wollen spielen, möglichst mit Zuschauern. Wenn das nicht geht, muss man sich mit der neuen Situation auseinandersetzen.

Wäre der 30. Juni wegen auslaufender Verträge die Deadline für das Ende der Saison oder könnte dieses nach hinten verschoben werden?

Henke: Bis 30. Juni ist noch viel Zeit. Dieses Thema wurde am Montag daher nicht diskutiert. Theoretisch könnte von Mitte Mai bis Ende Juni die Liga in englischen Wochen beendet werden. Andere haben bereits laut gedacht und gesagt, dass man notfalls die Verträge um einen Monat verlängern muss. Ob das arbeitsrechtlich möglich wäre, müssten Fachleute herausfinden. Noch ist es weit weg. Wir befinden uns jedenfalls in einer besonderen Situation, die besondere Lösungen braucht.

Wie geht es in den kommenden Wochen mit der Mannschaft des FCI weiter?

Henke: Die Mannschaft ist zwei Wochen zu Hause und befindet sich in einer Art „Home office“. Die Spieler haben Trainingspläne bekommen, um sich fit zu halten. Es besteht ganz klar die Ansage, dass diese nicht am Trainingsgelände abgearbeitet werden dürfen.

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