Newsticker

Söder warnt vor einer Lockerung der Corona-Regeln über Silvester
  1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball
  4. FC Ingolstadt
  5. FC Ingolstadt: Was Michael Henke zum Eklat in Kaiserslautern sagt

FC Ingolstadt

22.10.2020

FC Ingolstadt: Was Michael Henke zum Eklat in Kaiserslautern sagt

Ein Foto aus gemeinsamen Tagen beim FCI: Am Mittwochabend gerieten Jeff Saibene (links) und Michael Henke in Kaiserslautern aneinander.
Bild: Roland Geier

Plus Die Verantwortlichen des FC Ingolstadt hinterlassen nach dem 1:1 in Kaiserslautern einen unglücklichen Eindruck und ziehen auch den Zorn der eigenen Anhänger auf sich.

Mit 1:1 hatten sich der 1. FC Kaiserslautern und der FC Ingolstadt am Mittwochabend in einem emotionalen Spiel getrennt. Doch die Partie, in der die Schanzer in Unterzahl noch zum Ausgleich kamen, wurde schnell zur Randnotiz. Zum einen durch die schlimme Verletzung von Lauterns Dominik Schad (Wadenbeinbruch), zum anderen wegen des unsportlichen Verhaltens der Ingolstädter Führungsriege. Trainer Tomas Oral und Sportdirektor Michael Henke gaben kein gutes Bild ab und traten den Fair-Play-Gedanken buchstäblich mit Füßen.

Es ist unerklärlich, wie sich Henke, eigentlich nach vielen Jahren im Profifußball mit reichlich Erfahrung ausgestattet, zu einer solchen Aktion hinreißen lassen konnte. Als Kaiserslauterns Trainer Jeff Saibene zum Handshake bei den Schiedsrichtern war, trat Henke dem Luxemburger von hinten in die Füße und machte sich schnell Richtung Kabine davon. Der als besonnener Mensch bekannte Saibene reagierte erbost und völlig außer sich, musste von FCI-Torhüter Fabijan Buntic zurückgehalten und vor möglichen Handgreiflichkeiten geschützt werden. Auf der Pressekonferenz darauf angesprochen, hatte sich Saibene wieder beruhigt und war darum bemüht, den Vorfall herunterzuspielen. „Es ist nicht der Rede wert. Ich habe einen Tritt gespürt. Aber alles harmlos“, sagte er. Einen anderen Eindruck hatte er indes zuvor im Interview bei „Magenta-Sport“ abgegeben. Als ihm die TV-Bilder gezeigt wurden, sagte er: „Das spricht für sich. Das sagte alles aus über ...“ – um sich dann rechtzeitig selbst das Wort zu verbieten.

FC Ingolstadt: Henke entschuldigt sich bei Jeff Saibene

Am Donnerstag war Henke im Gespräch mit der Neuburger Rundschau um Deeskalation bemüht. „Ich muss mich bei Jeff für meine Reaktion entschuldigen“, sagte er. Allerdings, so Henke weiter, sei die erste Aktion von Saibene ausgegangen. „Jeff stupst mir nach dem Motto ´schleich dich Henke´ in die Rippen. Dann gehe ich hinter ihm her und berühre ihn leicht mit dem Knie hinten am Oberschenkel. Es war eine Reaktion von mir auf eine leichte Provokation, was mir dennoch nicht passieren darf.“ Klar, der Tritt von Henke war ohne jede Wucht. Doch sich gerade nach den Ereignissen kurz zuvor mit der Verletzung Schads, die bei allen für Entsetzen gesorgt hatte, zu solch einer Aktion hinreißen zu lassen, ist bedenklich. Nun hat der DFB die Ermittlungen aufgenommen und Saibene und Henke zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Saibene war bis März Trainer in Ingolstadt, ehe er auf Platz fünf stehend von Henke entlassen wurde. Dass das Verhältnis der beiden darunter gelitten hat, machten die Aussagen Saibenes deutlich. Dennoch betont Henke: „Jeff Saibene ist ein top Typ und Trainer. Ich habe kein Problem mit ihm.“

FC Ingolstadt: Stefan Kutschke geht mit gutem Beispiel voran

Selbst viele FCI-Fans schämten sich in den sozialen Netzwerken für das Auftreten von Henke. Auch über Tomas Oral echauffierten sich die Anhänger. Denn auch der FCI-Trainer machte nach dem Spiel eine unglückliche Figur. Statt Lauterns Dominik Schad Genesungswünsche mit auf den Weg zu geben, rügte er lieber seinen eigenen Kapitän, der in der Nachspielzeit zugab, als letzter den Ball berührt zu haben, obwohl dem FCI eine Ecke zugesprochen worden war. „Stefan hat öfters mal eine andere Meinung. Er gibt auch einen Eckball einfach her, was ich nicht gesehen habe.“ Erst als er vom Reporter darauf hingewiesen wurde, dass es zu Recht keine Ecke gab, sagte Oral: „Dann ist es okay“.

Dass auch Oral in die Kritik geraten ist, findet Henke nicht richtig. „Ihm wird vorgeworfen, dass er keine Betroffenheit über die Verletzung gezeigt hat. Dabei ist er während des Spiels als einer der Ersten zum Spieler gegangen.“ Es würden Dinge vermengt, die nicht den Tatsachen entsprechen. Henke weiter: „Ich bin der Schuldige. Wenn mir die Aktion nicht passiert wäre, wären die anderen Dinge nicht so hoch gekocht worden. Daher nehme ich die Verantwortung auf mich.“

Henke bedauert zudem, dass durch sein Verhalten das Spiel, in dem Filip Bilbija sein erstes Drittligator erzielt hat, in den Hintergrund gerückt ist. Wie auch die Aktion von Kutschke. „Das macht Fußball aus“, sagte der FCI-Kapitän. „Wir wollen ein faires und kampfbetontes Spiel. So eine Aktion soll das Spiel nicht überschatten. Das muss man auch nicht so hoch loben, das gehört einfach dazu.“ Zuvor hatte er sich im Interview auch ungefragt zur Schad-Verletzung geäußert. „Wir als gesamter Verein wünschen Dominik Schad gute Besserung, es war eine äußerst unschöne Verletzung. Unsere Gedanken sind jetzt direkt nach dem Spiel bei ihm.“

Ein vorbildliches Verhalten in Sachen Fair Play, das Kutschkes Vorgesetzte an diesem Abend nicht zeigten.

Lesen Sie dazu auch:

Drama in mehreren Akten: FC Ingolstadt erkämpft sich in Unterzahl ein 1:1


Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren