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FC Ingolstadt

27.09.2020

FC Ingolstadt siegt in Halle: "Erschrockener" Gaus bricht den Bann

Drin: Björn Paulsen (links) und Stefan Kutschke (rechts) freuen sich mit Marcel Gaus, der den FC Ingolstadt beim 2:0-Sieg in Halle mit einem sehenswerten Tor in Führung gebracht hatte.
Bild: Fotostand

Der FC Ingolstadt feiert mit einem 2:0 in Halle den zweiten Saisonsieg. Was Marcel Gaus zu seinem Treffer sagt und warum er mit der Leistung des Teams nicht vollends zufrieden ist.

Er habe sich selbst „etwas erschrocken“, als der Ball seinen Fuß verlassen hat, witzelte Marcel Gaus auf die Frage nach seinem Treffer, der das Prädikat Traumtor durchaus verdient. Von der Strafraumkante hatte Gaus den Ball mit rechts in hohem Bogen zur Ingolstädter Führung ins lange Eck gezirkelt. Nun muss man wissen, dass der Mittelfeldspieler eigentlich Linksfuß ist, was den Treffer umso bemerkenswerter macht. „Alle, die sagen, dass ich nur einen linken Fuß habe, sind damit eines Besseren belehrt“, fügte Gaus schmunzelnd an.

Die Laune war allgemein bestens beim FC Ingolstadt, der nach dem 2:0 beim Halleschen FC die einzige Mannschaft in der 3. Liga ist, die mit zwei Siegen in die Saison gestartet ist. Während sein Tor fußballerisch hochwertig war, war es der Auftritt der Schanzer über die gesamten 90 Minuten nicht, wie Gaus ehrlich zugab: „Perfekt gelaufen ist das Ganze nicht.“ In der ersten Hälfte habe der FCI nicht so agiert, „wie wir uns das vorgestellt haben“. Viele Fehlpässe, keine Kontrolle oder, wie es Trainer Tomas Oral nannte: „Wir sind schwer reingekommen, dazu hat man Halle das Selbstbewusstsein nach dem Auftaktsieg angemerkt.“

FC Ingolstadt ist in der ersten Hälfte unterlegen

Der HFC attackierte die Ingolstädter früh in deren Hälfte und erarbeitete sich klare Feldvorteile. Dennis Mast machte über die rechte Seite enorm Betrieb und hatte die beste Möglichkeit, doch Björn Paulsen rettete für seinen bereits geschlagenen Keeper Fabijan Buntic (11.). Nachdem auch Sturmtank Terrance Boyd über das Tor geschossen hatte (29.), ging es mit einem glücklichen 0:0 aus FCI-Sicht in die Pause.

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Nach dem Seitenwechsel änderte sich der Spielverlauf völlig. „Wir sind dominant und ballsicher aufgetreten und haben die Chancen, die sich ergeben haben, genutzt“, meinte Gaus. Für seinen Treffer zum 0:1 (56.) war keine Gelegenheit nötig, es reichte ein Geniestreich. Der HFC fand nie zurück in die Partie und musste das 0:2 hinnehmen. Gaus brachte den Ball hoch vor das Tor, wo Stefan Kutschke lauerte und mit dem Außenrist artistisch vollendete (69.).

Der Kapitän, nicht als besonders feinfüßig bekannt, zeigte in dieser Szene seine technischen Fähigkeiten. „Er kann auch kicken und ist nicht nur auf hohe Bälle zu reduzieren“, sagte Oral über Kutschke und fügte ungefragt eine überraschende Kritik hinzu. „Wenn ich ehrlich bin, hat mir Stefan heute überhaupt nicht gefallen. So kenne ich ihn nicht, er war sehr verhalten und mit sich selbst beschäftigt.“ Kutschke, der seit Wochen angeschlagen aufläuft, wird gewöhnlich von Oral in Schutz genommen und in höchsten Tönen gelobt. Daher fügte der FCI-Trainer auch diesmal rasch hinzu: „Der Treffer wird ihm guttun. Stefan ist als Kapitän und Typ für uns unersetzbar.“

FC Ingolstadt: Niskanen hat Luft nach oben

Auch wenn der FCI in der Schlussphase nach einer unnötigen Gelb-Roten Karte wegen Ballwegschlagens (Dominik Franke, 84.) in Unterzahl verbringen musste, brachten Kutschke und seine Mannschaftskollegen die Führung souverän ins Ziel. „Es war schon Ende der vergangenen Saison unsere Stärke, aus wenig viel zu machen. Das war in Halle erneut der Fall“, wusste Marcel Gaus, der mit dem FCI nach zwei Spieltagen Tabellenführer ist. „Das ist mir völlig egal, wir sollten keine Traumschlösser bauen. Aber natürlich tankt man durch Siege Selbstvertrauen.“ Oral sah es ähnlich und forderte, „erst einmal 100-prozentige Fitness“ zu erlangen.

Von mangelnder Kraft war in Halle indes kaum etwas zu sehen. Augenscheinlich war hingegen, dass der erstmals eingesetzte Neuzugang Ilmari Niskanen noch in der Luft hing und sich an die 3. Liga gewöhnen muss. Der zweite Debütant Marc Stendera wurde spät eingewechselt und half in der Schlussphase mit, das 2:0 zu verteidigen.

Hallescher FC Eisele – Boeder, Vollert, Reddemann, Landgraf – Mast (73. Schtscherbakowski), Nietfeld, Titsch-Rivero, Guttau – Eberwein (73. Dehl), Boyd.
FC Ingolstadt 04 Buntic – Heinloth, Paulsen, T. Schröck, Franke – Gaus, Krauße – Niskanen (72. Bilbija), Beister (81. M. Stendera), Elva – Kutschke (90.+1 Keller).

Schiedsrichter Konrad Oldhafer (Hamburg) – Zuschauer 2428 – Tore 0:1 Gaus (56.), 0:2 Kutschke (69.) – Gelb-Rote Karte Franke (84.).

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