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FC Ingolstadt

19.02.2021

FCI-Profi Michael Heinloth: Dauerbrenner und Familienmensch

Der Dauerbrenner im Trikot des FC Ingolstadt: Michael Heinloth stand in 21 von 22 Spielen 90 Minuten auf dem Platz. Am Samstag trifft er mit den Schanzern auf den 1. FC Kaiserslautern.
Bild: Roland Geier

Plus Michael Heinloth spielte in der Bundesliga und für Vereine in den Niederlanden und Polen. Er erzählt von Sprachbarrieren und der Bedeutung, mit dem FC Ingolstadt einen Verein nahe seiner Heimat gefunden zu haben.

Michael Heinloth, der FC Ingolstadt hatte zwei Wochen Pause. Ist das gut, weil man durchschnaufen konnte oder schlecht, weil der Rhythmus etwas verloren geht?

Michael Heinloth: Beides. Einerseits ist der wöchentliche Rhythmus gut, gerade wenn man wie wir zwei Spiele in Folge gewonnen hat und den Schwung mitnehmen will. Aber natürlich hat ein freies Wochenende gutgetan. Ich konnte die Tage daheim mit der Familie verbringen, was gut für den Kopf war.

Zuletzt gewann der FCI durch zwei Tore in der Nachspielzeit noch mit 2:1 gegen Viktoria Köln. Ein einmaliges Erlebnis?

Heinloth: Ich habe im Fußball schon viel erlebt, aber so etwas ist wohl einmalig in einer Karriere. Dass mit zwei Toren in der Nachspielzeit noch ein Sieg herausspringt, daran hat wohl niemand geglaubt.

Sie haben angesprochen, bereits viel erlebt zu haben. Unter anderem haben Sie 21 Bundesligaspiele für den SC Paderborn absolviert. War das der Höhepunkt Ihrer Karriere?

Heinloth: Meine ersten beiden Jahre in Paderborn waren Highlights, allein was den Erfolg angeht. Ich habe zuvor beim 1. FC Nürnberg in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga gespielt und bin nach einem Probetraining in Paderborn genommen werden. Als Backup eingeplant durfte ich in der 2. Liga 25 Spiele bestreiten, am Ende der Saison sind wir aufgestiegen. Das Jahr in der Bundesliga war dann Wahnsinn, auch wenn es für uns nicht zum Klassenerhalt gereicht hat. Allein in den Stadien vor vielen Fans zu spielen waren Highlights.

Nach Ihrer Zeit in Paderborn wechselten Sie nach Holland zu NEC Nijmegen. Wollten Sie die Auslandserfahrung machen oder lag der Wechsel an mangelnden Alternativen?

Heinloth: Den Schritt ins Ausland wollte ich auf jeden Fall machen. Dass er so früh in meiner Karriere kam, war nicht mein direkter Plan. Wir sind mit Paderborn ein zweites Mal abgestiegen. Der Verein hatte mir ein Angebot vorgelegt, auch andere Drittligisten. Ich war von meinem eigenen Anspruch her damals jedoch nicht bereit, in die 3. Liga zu gehen. Es war aber schwierig, in der 2. Liga etwas zu finden. Die Anfrage aus Nijmegen habe ich dann dankend angenommen, da die niederländische Liga eine super Liga ist und ein gutes Sprungbrett sein kann, was mir einige Leute gesagt haben.

Auch mit Nijmegen sind Sie abgestiegen und haben in zwei Jahren zweimal in der Relegation verloren. Das dürfte geprägt haben?

Heinloth: Natürlich prägt einen so etwas. Wenn man meinen Werdegang anschaut, hatte ich tatsächlich kein Jahr, in dem es nicht eng war. Entweder bin ich auf- oder abgestiegen oder habe Relegation gespielt. Nach dem Abstieg mit Nijmegen mussten die Spieler ihre Verträge erfüllen, weil der Verein direkt wieder hoch in die 1. Liga wollte. Das hat dann leider nicht geklappt, weil wir erneut in der Relegation verloren haben.

Anschließend ging es für Sie in Polen bei Zaglebie Sosnowiec weiter, was auf den ersten Blick überrascht. Welche sportlichen Erfahrungen haben Sie dort gemacht?

Heinloth: Der polnische Fußball befindet sich im Aufschwung, die Bedingungen waren ganz ordentlich. 90 Prozent der Vereine haben eine gute Infrastruktur. Das Niveau der Liga ist gut, wenn man Vereine wie Lech Posen, Legia Warschau oder Wisla Krakau sieht, die immer wieder international dabei sind. Der Wechsel nach Polen war für mich also kein Notnagel, sondern die Möglichkeit, auf hohem Niveau Fußball zu spielen.

Haben Sie die Auslandsstationen persönlich weitergebracht, haben Sie die Sprachen gelernt?

Heinloth: In den Niederlanden hatte ich zwei Jahre Unterricht und spreche die Sprache auch noch ein bisschen. Sie ist für einen Deutschen relativ einfach zu lernen. Es ist ohnehin nicht schwierig, sich zu verständigen, weil dort alle Englisch sprechen. Polen war da eine andere Hausnummer (lacht). Die polnischen Spieler und der Trainer haben sich mit Englisch schwergetan, nur zwei, drei Kollegen haben es gesprochen. Die Kommunikation war also nicht leicht. Mir hat dann in die Karten gespielt, dass Valdas Ivanauskas neuer Trainer wurde, der in Deutschland viele Jahre für den Hamburger SV aktiv war und Deutsch gesprochen hat.

Nach einem Jahr in Polen gingen Sie 2019 zum FC Ingolstadt. War der Wunsch, in die Heimat zurückzukehren, ausschlaggebend?

Heinloth: Das war ein wichtiger Grund. Außerdem sind wir mit Sosnowiec in die 2. Liga abgestiegen und mein Vertrag wurde aufgelöst. Mir ist die Familie sehr wichtig. Meine Frau ist Lehrerin und ich wollte ihr die Möglichkeit geben, ihren Beruf auszuüben und nicht irgendwo zu sein, wo sie sich vielleicht nicht wohlfühlt. Zuvor hatten wir drei Jahre lang eine Fernbeziehung, was wir nicht mehr wollten. Daher war es der Wunsch von uns, zurückzukommen. Es ist schön, jetzt mit unserem kleinen Sohn zu Hause zu leben und bei einem nahe liegenden Verein Fußball spielen zu können.

Nach Ihrem ersten Jahr, in dem Sie erneut eine Relegation verloren haben, läuft es diese Saison sehr gut. Sie haben mit einer Ausnahme alle Spiele über 90 Minuten bestritten und sind der Dauerbrenner unter den Feldspielern. Sind Sie davon überrascht?

Heinloth: Überrascht würde ich nicht sagen. Ich bin überzeugt von mir und weiß, dass ich die Nummer eins auf meiner Position sein will und bin. Es ist natürlich schön, so viel zu spielen und einen großen Teil zum Erfolg beitragen zu können.

Es fällt auf, dass Sie mit fünf Torvorlagen den besten Wert Ihrer Karriere haben. Woran machen Sie diese Entwicklung fest?

Heinloth: Es kommt noch hinzu, dass ich an den ersten elf Spieltagen gar keine Vorlage hatte. Es könnten also noch mehr sein (schmunzelt). Zum einen ist es ein persönlicher Entwicklungsprozess, zum anderen liegt es an der Spielphilosophie des Trainers und der Mannschaft. Die Außenverteidiger sollen sich ins Offensivspiel einschalten. Wenn der Trainer auf dich setzt, steigert sich außerdem das Selbstvertrauen, auch in der ein oder anderen Aktion in der Offensive.

Zum Spiel FC Ingolstadt gegen 1. FC Kaiserslautern

Ausgangslage Der FC Ingolstadt muss am Samstag (14.03 Uhr) lediglich auf Marcel Gaus verzichten. Der 1. FC Kaiserslautern, der sich im Abstiegskampf der 3. Liga befindet, hat bereits zweimal den Trainer gewechselt. Zuletzt wurde der ehemalige FCI-Trainer Jeff Saibene von Marco Antwerpen ersetzt, der in seinen beiden ersten Spielen vier Punkte holte.

FCI-Talk Der FCI bietet einen Heimspieltalk an (13.15 bis 13.45 Uhr). Zu Gast sind Technischer Direktor Florian Zehe und ein Spieler. Zu sehen ist der Talk über den FCI-Facebook-Kanal und www.livestream-ingolstadt.de/heimspieltalk.

Mögliche Aufstellungen

FC Ingolstadt Buntic – Heinloth, Paulsen, Schröck, Franke – Stendera, Caiuby – Elva, Bilbija – Kutschke, Kaya.

1. FC Kaiserslautern Spahic – J. Zimmer, Rieder, Winkler, Zuck – Sickinger, Ciftci – Redondo, Ouahim, Kleinsorge – Pourié.

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