FC Ingolstadt

06.06.2019

„Im Moment kein Traumjob“

Gehen zuversichtlich in die Zukunft: Michael Henke, Peter Jackwerth und Florian Zehe planen für die Drittligasaison des FC Ingolstadt.
Bild: Benjamin Sigmund

Die neue sportliche Leitung um Michael Henke und Florian Zehe muss in kurzer Zeit einen Trainer finden und eine Mannschaft zusammenstellen. Wie sie zu ihrer Aufgabe gekommen sind und wie die Planungen laufen.

Michael Henke und Florian Zehe, die künftig die sportlichen Geschicke des FC Ingolstadt leiten, haben sich gemeinsam mit Vereinsboss Peter Jackwerth erstmals zur künftigen Ausrichtung der Schanzer geäußert. Sie sprachen über die Arbeitsaufteilung, die Trainersuche und die Kaderplanung.

Das Duo Henke/Zehe

Eigentlich, sagt Jackwerth ehrlich, hatte der FC Ingolstadt einen neuen Geschäftsführer Sport als Nachfolger von Harald Gärtner, der den Verein im März verließ, gesucht. „Wir haben uns mit einigen Kandidaten unterhalten und einen auserkoren.“ Dabei handelte es sich um Dietmar Beiersdorfer, einst Vorstandsvorsitzender beim Hamburger SV. Doch die Gespräche fanden noch vor Ende der abgelaufenen Saison statt. Ein möglicher Abstieg in die 3. Liga spielte offenbar nur eine Nebenrolle. Mit der neuen Spielklasse konnte sich Beiersdorfer nicht anfreunden, weswegen er nach einigen Tagen Bedenkzeit am vergangenen Sonntagabend absagte. In zwei Aufsichtsratssitzungen am Montag und Dienstag wurde beschlossen, keinen neuen Geschäftsführer Sport zu verpflichten und auf das Duo Michael Henke und Florian Zehe zu setzen. Henke wird als Direktor Sport für die Belange der Lizenzspielerabteilung zuständig sein, während Zehe als Technischer Direktor die Bereiche Kaderplanung, Nachwuchsleistungszentrum und Scouting übernimmt. „Trotz der klaren Definition der Aufgaben arbeiten wir in beiden Bereichen eng zusammen“, sagt Henke. „Sie sind keine Notlösung“, betont Jackwerth. Beide seien ohnehin eingeplant gewesen, nur einem Geschäftsführer Sport untergeordnet. Die Einsparung dieser Personalie wird zumindest den Etat des FC Ingolstadt entlasten.

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Auf Henke und Zehe wartet direkt viel Arbeit, müssen sie doch in kurzer Zeit einen Trainer finden und den Kader für die 3. Liga zusammenstellen, die bereits am 19. Juli beginnt. „Wir arbeiten sehr hart, haben direkt Dienstagnacht nach der Aufsichtsratssitzung erste Ideen ausgetauscht“, sagt Henke, der die Aufgabe als „im Moment keinen Traumjob“ bezeichnet.

Trainer

Vorbereitungsstart ist voraussichtlich am 17. oder 18. Juni und damit bereits in knapp zehn Tagen. Wer die Mannschaft dann betreuen wird, steht noch nicht fest. „Wir wollen zeitnah einen Trainer präsentieren. Das kann auch erst nächste Woche sein“, sagt Henke. Eine Trainerliste sei abgearbeitet, ein engerer Kreis von drei, vier Kandidaten sei verblieben. „Interessant ist“, so Henke, „welch guten Ruf der FC Ingolstadt besitzt. Die Infrastruktur ist hervorragend, es ist ein seriöser Klub.“ Vom neuen Trainer wurde ein klares Bild gezeichnet. Henke: „Wir sind aber nicht blauäugig, dass er alle Kriterien erfüllt.“ Gut wäre , wenn er die 3. Liga kennen würde. Eine interne Lösung wäre Roberto Pätzold, der zuletzt die U19 trainierte und in der abgelaufenen Saison als Interimscoach ein Spiel die Profis betreute (1:2 gegen den Hamburger SV). Auch Tomislav Stipic, der einst die U17 und die zweite Mannschaft des FCI trainierte und danach unter anderem bei Erzgebirge Aue und Grasshoppers Zürich tätig war, gilt als Kandidat. Ins Anforderungsprofil passen würde auch Manuel Baum, der während der vergangenen Saison beim Bundesligisten FC Augsburg gehen musste.

Kader

Laut Kaderplaner Zehe stehen derzeit 20 Spieler unter Vertrag, darunter Neuzugang Maximilian Wolfram (Carl Zeiss Jena) und die zurückkehrenden Leihspieler Maximilian Thalhammer (Jahn Regensburg), Agyemang Diawusie (SV Wehen Wiesbaden) und Takahro Sekine (VV St. Truiden). Der ein oder andere gebundene Spieler könnte den Verein aber noch verlassen, so Zehe. Als Säulen des neuen Kaders bezeichnet er Robin Krauße, Stefan Kutschke und Tobias Schröck. „Wir sind zudem in guten Gesprächen mit einigen Jungs, die sich trotz unklarer Vertragssituation vorstellen können, zu bleiben.“ Dennoch dürfe nicht der Fehler gemacht werden, so Henke, den Kader in großen Teilen zusammenzuhalten. „Wir wollen eine neue Mannschaft mit einer Mischung aus jungen und gestandenen Spielern aufbauen.“

Eine als Nicht-EU-Ausländer nötige spezielle Spielberechtigung für die 3. Liga haben nach Angaben des FCI die Brasilianer Paulo Otavio und Lucas Galvao erhalten. Sie stehen daher weiter unter Vertrag, können nur gegen eine Ablöse wechseln. Sicher gehen wird Dario Lezcano, der in der 3. Liga nicht finanzierbar ist. Während Björn Paulsen trotz Ausstiegsklausel bleibt und bei Mergim Mavraj noch Hoffnung auf einen Verbleib besteht, erhält Christian Träsch keinen neuen Kontrakt. Henke: „Es müssen Entscheidungen getroffen werden. Da sind auch unangenehme mit dabei.“ Ebenfalls gehen werden die vertragslosen Almog Cohen (wird unter anderem mit dem 1. FC Nürnberg und Hamburger SV in Verbindung gebracht) und Sonny Kittel (Hannover 96, 1. FC Köln), an denen mehrere Vereine Interesse zeigen.

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