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FC Ingolstadt

01.12.2019

Nach dem späten Schock gegen Meppen: Jeff Saibene sieht "große Defizite"

Das darf doch nicht wahr sein: Maximilian Beister hadert über eine vergebene Chance. Der FC Ingolstadt musste gegen den SV Meppen in der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich hinnehmen.
Bild: Roland Geier

Der FC Ingolstadt kassiert gegen den SV Meppen in der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich. Der Trainer kritisiert seine Mannschaft scharf – und stellt deren Qualität infrage.

Ein Blick ins Gesicht von Peter Kurzweg genügte, um die Enttäuschung beim FC Ingolstadt zu greifen. Sein Blick war leer, die Stimme leise. „Das tut gerade richtig weh“, sagte der Verteidiger. „Wir haben stark gekämpft und dann bekommen wir so ein Kacktor.“

Kurz zuvor hatte Kurzweg mit seinen Kollegen einen sicher geglaubten Sieg gegen den SV Meppen verspielt. Die Schanzer führten mit 1:0, die angezeigten drei Minuten Nachspielzeit waren abgelaufen. Noch einmal flog ein langer Ball Richtung FCI-Strafraum. Tobias Schröck verlor ein Kopfballduell gegen Julius Düker. Die Kugel landete bei Deniz Undav, der zum Entsetzen der Ingolstädter zum 1:1-Endstand vollstreckte (90.,+3). Sicher könnte man jetzt von Pech sprechen, wenn der Ausgleich praktisch mit dem Schlusspfiff fällt.

FC Ingolstadt spielt schwache zweite Halbzeit

Doch dieses späte Unentschieden hatten sich die Schanzer selbst zuzuschreiben. Zu viel hatten sie in der zweiten Halbzeit vermissen lassen, irgendwie um den Ausgleich gebettelt. Das Meppener Tor, es war lediglich eine Frage der Zeit. Hart mit seiner Mannschaft ins Gericht ging Trainer Jeff Saibene, für den das Resultat „in Ordnung“ ging. „Große Probleme“ hätte sein Team offenbart, zu hektisch gespielt. „Wir hatten keine Ruhe, haben zu viele einfache Fehler gemacht“, sagte er. Gefühlt jeder zweite Pass, haderte er, „war ein Fehlpass“. Schon oft habe er das thematisiert, diesmal sei es extrem gewesen. „Es gehört zum Fußball, den Ball über vier, fünf Stationen in den eigenen Reihen zu halten. Doch wir leisten uns Stockfehler oder spielen dem Gegner den Ball in den Fuß.“ Ehrliche, sehr kritische Worte, die Saibene selbst so zusammenfasste: „Wir haben große, große Defizite. Wollen wir oben mitspielen, müssen wir uns verbessern.“ Auf die Nachfrage, ob es sich um einen Lernprozess handle oder die Qualität in Teilen des Kaders fehle, überlegte der Luxemburger kurz, um dann mit „beides“ zu antworten.

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Die Abspielfehler und Unkonzentriertheiten waren in der Tat grotesk. In den Schlussminuten etwa schlugen die Spieler die Bälle zum Teil planlos in die Luft oder blind nach vorne, statt die Zeit mit eigenem Ballbesitz herunterzuspielen. Die Folge war bekanntlich der Ausgleichstreffer, der schon früher hätte fallen können. Doch Torschütze Deniz Undav hatte zuvor mehrere dicke Chancen vergeben. In der 63. Minute traf er erst den Pfosten, in seinen Nachschuss warf sich Kurzweg. Wenig später scheiterte der Stürmer an FCI-Torhüter Fabijan Buntic, dann verfehlte er freistehend nach einer Flanke das Tor nur knapp (68.).

FC Ingolstadt: Noch drei Spiele bis zur Winterpause

Trotz der enttäuschenden Darbietung nach dem Seitenwechsel ist beim FC Ingolstadt nicht alles schlecht. Zum einen war der SV Meppen ein unangenehmer Gegner, der zuvor fünfmal ungeschlagen blieb und schon anderen Topteams Probleme bereitet hatte (3:1-Sieg in Duisburg, 3:3 in Halle). Zum anderen ist der FCI selbst seit inzwischen acht Partien ohne Niederlage und weiterhin Tabellendritter. Auch die Einstellung stimmt, kämpferisch ist der Truppe kein Vorwurf zu machen. Dass sie auch Fußball spielen kann, hatte sie in der Anfangsphase der Begegnung gezeigt. Etwa beim frühen 1:0 (6.), welches einer Kombination über mehrere Stationen entsprang. Die in die Startelf zurückgekehrten Björn Paulsen und Maximilian Beister spielten mit einem Doppelpass die Meppener Defensive aus. Die anschließende präzise Flanke des Dänen fand Stefan Kutschke, der zur Führung traf. Oder bei zwei Möglichkeiten von Beister, die dieser vergab (40., 46.).

Drei Spiele stehen für die Schanzer bis zur Winterpause noch auf dem Programm. Vor den Heimspielen gegen 1860 München und Carl Zeiss Jena geht es am kommenden Samstag zu Mitabsteiger 1. FC Magdeburg, der zuletzt den Abstand nach oben verkürzt hat. „Dort“, s forderte Peter Kurzweg, „müssen wir uns die Punkte, die wir heute verschenkt haben, zurückholen.“ Kurzweg ist ein Kämpfer. Jetzt war sein Blick wieder etwas zuversichtlicher. Energischer. Trotz der Enttäuschung gegen Meppen.

FC Ingolstadt 04 Buntic – Paulsen, Antonitsch, T. Schröck, Kurzweg – Beister (69. Kaya), Krauße, Thalhammer, Gaus (65. Elva) – D. Eckert Ayensa (77. Keller), Kutschke.

SV Meppen Domaschke – Ballmert, Puttkammer, Komenda, Amin – Egerer, Leugers – Kleinsorge (63. Tankulic), Guder (78. Düker), Rama (84. Bredol) – Undav.

Schiedsrichter Tobias Fritsch (Bruchsal) – Zuschauer 5901 – Tore 1:0 Kutschke (6.), 1:1 Undav (90.+3).

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