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FC Ingolstadt

09.03.2020

Trainerwechsel beim FC Ingolstadt: Saibene raus - Pätzold rein?

Sein Platz muss neu besetzt werden: Der FC Ingolstadt hat sich am Montag nach fünf Spielen ohne Sieg von seinem Trainer Jeff Saibene getrennt.
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Sein Platz muss neu besetzt werden: Der FC Ingolstadt hat sich am Montag nach fünf Spielen ohne Sieg von seinem Trainer Jeff Saibene getrennt.
Bild: Roland Geier

Plus Der FC Ingolstadt hat sich von seinem Trainer getrennt. Wie Sportdirektor Michael Henke die Entscheidung erklärt und wer Nachfolger werden könnte.

„Schon wieder?“ Das dürften sich viele Fußballinteressierte gedacht haben, als sie gestern vom Trainerwechsel beim FC Ingolstadt erfahren haben. Ja, die Schanzer haben es wieder getan und sich von Jeff Saibene und dessen Assistenten Carsten Rump getrennt.

Seit der damalige Erfolgstrainer Ralph Hasenhüttl den Verein nach der ersten Bundesligasaison im Juni 2016 freiwillig verlassen hat, ist die Amtszeit der Ingolstädter Trainer meist von kurzer Dauer. Rekordverdächtig ist die vergangene Zweitligasaison, in der insgesamt vier Cheftrainer (Stefan Leitl, Alexander Nouri, Jens Keller und Tomas Oral) auf der Bank saßen. Zum Klassenerhalt hat es bekanntlich dennoch nicht gereicht. Weshalb sich die Frage umso dringender auftut, weshalb der FCI erneut die Reißleine gezogen hat? Zumal die Schanzer als Tabellenfünfter nur zwei Punkte vom Aufstiegsplatz entfernt sind und am Sonntag beim 1:1 in Halle nach zuvor vier Niederlagen hintereinander eine Reaktion zeigten und nur durch ein Gegentor in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Sieg verpassten. „An den Entscheidungen im Vorjahr war ich nicht beteiligt“, sagt Sportdirektor Michael Henke zum Vergleich mit der Vergangenheit. „Ich muss die Verantwortung im Hier und Jetzt übernehmen.“

FC Ingolstadt: Aufstiegsplatz ist nur zwei Punkte entfernt

Die Trennung von Saibene und Rump wurde nach einem Austausch zwischen der sportlichen Leitung, Geschäftsführung und den Gremien bis in die Nacht nach dem Halle-Spiel getroffen. „Ausschlaggebend“, so Henke, sei „die Entwicklung in den vergangenen Wochen“ gewesen. Die Mannschaft habe die Leistungen aus der Vorrunde im neuen Jahr nicht bestätigen können. Ein Abwärtstrend sei seit dem äußerst glücklichen 2:1-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern, als der Siegtreffer erst in der Nachspielzeit gelang, deutlich zu erkennen gewesen. Es folgten vier Pleiten, das Unentschieden in Halle und letztlich die Trennung von Saibene. Die Frage, ob die Reaktion damit zu tun habe, dass das Ziel Aufstieg – welches öffentlich nach wie vor nicht formuliert wird – in Gefahr gerät, umschiffte Henke: „Die Entscheidung ist nicht in erster Linie abhängig vom Tabellenplatz und Ergebnissen, sondern von der Entwicklung. Und die zeigt nach unten.“ Man habe festgestellt, dass „die Mannschaft in den bisherigen Partien des Jahres nicht mehr, beziehungsweise nur noch vereinzelt, an ihre Leistungsgrenze kommt. Sich mit jeder Faser gegen alle Widerstände zu wehren, darum geht es.“ Letztlich fallen bei Henke die Worte, die bei Trainerwechseln meist fallen. „Einen Impuls“ habe der Verein für den Rest der Saison setzen wollen.

Trainerwechsel beim FC Ingolstadt: Saibene raus - Pätzold rein?

FC Ingolstadt: Wer wird der neue Trainer?

Henke fiel die Entscheidung nicht leicht, brachte Saibene doch nach der turbulenten vergangenen Saison mit seinem sachlichen Naturell Ruhe in den Verein. „Jeff konnte die Entscheidung nicht unbedingt nachvollziehen“, sagt Henke ehrlich. „Er hatte ein gutes Verhältnis zur Mannschaft und hat hart dafür gearbeitet, beim Team Entwicklungsschritte zu erzielen.“ Dass die Spieler hinter ihrem Trainer standen, zeigte sich unter anderem beim zwischenzeitlichen Führungstreffer in Halle. Nach dem Treffer von Caniggia Elva rannten die Profis geschlossen zu Saibene. Daher sei die Mannschaft „geschockt“ über die Entscheidung gewesen, sagt Henke. „Das habe ich auch so erwartet. Ein Spieler sollte nie zufrieden sein, wenn ein Trainer gehen muss.“

Wer künftig für den Drittligisten verantwortlich ist, ist offen. Da mit den Spielen gegen Bayern München II, bei der SpVgg Unterhaching und gegen Sonnenhof Großaspach eine „englische Woche“ bevorsteht, muss schnell eine Entscheidung fallen.


Wird Roberto Pätzold neuer Trainer.
Bild: Roland Geier


„Es ist ausgeschlossen, dass wir einen Trainer holen, der den deutschen Fußball und die 3. Liga nicht kennt“, sagt Henke zum Profil des neuen Mannes. Auf dem Markt wären etwa Daniel Bierofka (zuletzt 1860 München), Heiko Vogel (zuletzt KFC Uerdingen) und Alois Schwartz (zuletzt Karlsruher SC). Oder holt der FCI Tomas Oral zurück, der in der Endphase der vorigen Saison zumindest zwischenzeitlich für einen Aufschwung sorgte? Möglich ist wohl einiges. Favorit scheint aber Roberto Pätzold zu sein. Der derzeitige A-Jugend-Trainer sprang in der vergangenen Saison bereits für ein Spiel als Interimstrainer (1:2 gegen den Hamburger SV) ein und trainierte einen Teil des Kaders in der Jugend. „Ja, das ist eine Möglichkeit“, sagt Henke. „Es ist klar, dass er gehandelt wird. Er genießt aufgrund seiner langjährigen und erfolgreichen Arbeit großen Respekt im Verein und hat die Fußballlehrerlizenz gemacht.“ Dass er selbst auf die Bank zurückkehren könnte, ist für Henke indes „ausgeschlossen“.

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