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Confed-Cup 2017
23.06.2017

Stimmen zu Deutschland gegen Chile: "Mit höchster Disziplin"

Joachim Löw (M.) wechselte gegen Chile keinen Spieler aus.
Foto: Christian Charisius, dpa

Joachim Löw ist höchst angetan von seinem jungen Team. Nach dem 1:1 gegen Chile lobt er Disziplin und Organisation. Der Torschütze bekommt ein Sonderlob. Die Stimmen zu Spiel.

Nach dem 1:1 gegen Chile ist man im deutschen Team zufrieden (zum Spielbericht). Von Joachim Löw gibt es sogar ungewohnt unerschwängliches Lob für Charakter und Spielweise seiner jungen Mannschaft. Die Stimmen von Bundestrainer und Spieler zur Begegnung.

Interview mit Joachim Löw

Wie bewerten Sie das Spiel?

Löw: Ich habe ein sehr intensives und taktisch sehr, sehr gutes Spiel gesehen. Es war für uns ein Spiel mit allerhöchsten taktischen Ansprüchen, die wir zu erfüllen hatten. Meine Mannschaft hat das klasse gemacht hat, mit höchster Disziplin über 90 Minuten. In allererster Linie war eine gute defensive Organisation gefragt, auch das ist eine große Qualität. Die haben wir auf jeden Fall gezeigt. Wir sind nach dem Rückstand wieder zurück ins Spiel gekommen. Für diese junge, unerfahrene Mannschaft waren das wertvolle Erfahrungen.

Es war das erste Mal in Ihrer Amtszeit, dass Sie keinen Spieler eingewechselt haben. Was waren Ihre Gründe dafür?

Löw: Die Mannschaft hat so gut gearbeitet. Ich habe von den Spielern eine gewisse Widerstandsfähigkeit und Härte erwartet und verlangt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass jemand stark abgebaut hat. Die Organisation hat soweit gestimmt. In der zweiten Halbzeit hatte Chile keine Chance. Von der Substanz hatte ich das Gefühl, dass wir noch etwas mehr zuzusetzen hatten als die Chilenen. 

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Hatten Sie nicht das Gefühl, dass ihre Spieler in der ersten Hälfte verloren wirkten?

Löw: Ich hatte nicht das Gefühl, dass unsere Spieler verloren waren. Ganz im Gegenteil: Wir hatten vielleicht die ersten zehn Minuten ein bisschen Schwierigkeiten. Das Tor ist durch einen Fehler entstanden, aber wir haben uns sofort wieder gefangen. Wir haben unser Tor wunderschön herausgespielt. Das war ein Paradebeispiel für einen Konter aus einer bedrängten Situation heraus. Das war klasse. Dass Chile, eine eingespielte Mannschaft über Jahre hinweg mit Klassespielern wie Sanchez und Co., in einem Spiel gegen unsere jungen Spieler auch die eine oder andere Chance hat, muss man akzeptieren. Ich finde, wir haben das super gelöst. Wir haben intelligent verteidigt. Wir hatten eine neuformierte Abwehr mit Ginter und Süle, die so noch nicht zusammen gespielt hat.

Lars Stindl hat schon zwei Tore im Turnier gemacht. Was sagen Sie zu seiner Leistung, und wie gibt er sich abseits des Platzes?

Löw: Lars hat schon im ersten Spiel in Dänemark nach einem Tag Training eine gute Leistung gezeigt. Er ist ein sehr raffinierter Spieler mit unglaublicher Spielintelligenz und guter Orientierung im Raum. Heute war er unglaublich wichtig für uns. Er ist eigentlich ein Spieler, der aus der Tiefe kommt. Ich habe ihn ganz vorne hingestellt, weil ich wollte, dass er die Bälle gut verarbeitet. Das hat er hervorragend gemacht. Er hat fast alle Bälle behauptet. Er hat in der Zeit, in der er bei uns ist, absolut überzeugt - nicht nur wegen seiner Tore, sondern mit der Art und Weise wie er spielt. Er ist schon ruhig, aber auch selbstsicher. Er ist eine Persönlichkeit, er zeigt keine Ansätze von Nervosität.

Mit einem Unentschieden gegen Kamerun würden Sie das Weiterkommen perfekt machen. Inwiefern wollen Sie in der Partie dem ein oder anderen Spieler eine Chance geben, der bislang noch nicht zum Einsatz gekommen ist?

Löw: Es wäre für uns schon erstrebenswert, diese Gruppe zu gewinnen. Wir spielen in jedem Spiel auf Sieg, das ist auch das Ziel gegen Kamerun. Dann könnten wir das Halbfinale ohne Reise in Sotschi bestreiten. Wir müssen mal sehen, welche Spieler in welcher Verfassung sind. Aber es ist durchaus denkbar, dass auf der ein oder anderen Position gewechselt wird. Möglicherweise tut dem ein oder anderen nach zwei Spielen innerhalb weniger Tage eine Pause gut - und vielleicht die ein oder andere frische Kraft unserem Spiel dann auch.

Stimmen und Reaktionen Deutschland

Julian Draxler: Dass Chile bärenstark ist, haben sie vor allem zu Beginn eindrucksvoll gezeigt. Am Anfang war unsere Nervosität spürbar. Anschließend haben wir uns aber schnell gefangen und insgesamt auf Augenhöhe mitgehalten. Wir müssen uns vor einer Mannschaft wie Chile nicht verstecken.

Lars Stindl: Unser Tor fiel genauso, wie wir es uns vorgenommen hatten. Wir haben das Spiel gut verlagert und haben uns so mit schnellem Passspiel nach vorne kombiniert. Das Tor war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient. Dass die Chilenen mit viel Power und viel Druck gerade zu Beginn spielen würden, war uns bewusst. Wir haben uns gut darauf eingestellt und gegen diese starke Mannschaft unser Spiel durchgezogen. Das Ergebnis geht in Ordnung.

Leon Goretzka: Das war ein intensives Spiel, das haben wir so auch erwartet und erhofft. Wir haben gut dagegengehalten und unser defensives Konzept insgesamt umsetzen können. Unsere Mannschaft hat ein großes Kompliment verdient, weil wir das Gegentor gut weggesteckt und über viel Ballbesitz zurück ins Spiel gefunden haben. Wir haben Moral bewiesen.

Shkodran Mustafi: Wir haben sehr, sehr mutig nach vorne gespielt. Wir hätten etwas mehr verdient gehabt, wenn wir manche Szenen besser ausgespielt hätten. Wir haben bewusst etwas Risiko in Kauf genommen, so ist leider auch das Gegentor mit meinem Fehlpass zu Stande gekommen.

Josuha Kimmich: Es war von den Zweikämpfen her ein sehr intensives Spiel. Wir hatten am Anfang ein paar Probleme, haben dann den Ausgleich geschafft, was gegen Chile nicht so einfach ist, und waren dann nach hinten raus die bessere Mannschaft. Ich denke, wir haben ganz gut dagegengehalten und vielleicht auch einige überrascht.

Stimmen und Reaktionen Chile

Alexis Sanchez: Ich bin natürlich total glücklich, dass ich getroffen habe. Mir ist schon klar, dass das etwas Historisches ist, dieser 38. Treffer. Wir haben keinen leichten Gegener gehabt mit Deutschland, ich bin eigentlich ganz zufrieden. Gegen Australien werden wir das Niveau von heute schon halten müssen.

Juan Antonio Pizzi: Es war ein Spiel auf sehr hohem Niveau mit zwei Mannschaften, die sehr aggressiv und nach vorne spielen, das war sehr attraktiv für die Zuschauer. Beide Mannschaften sind sehr ehrgeizig, manchmal kann man daraus einen Vorteil ziehen, manchmal neutralisiert man sich gegenseitig. Das Ergebnis spiegelt sehr gut das, was auf dem Spielfeld passiert ist, und das hohe Niveau.

drs, Quellen: dpa, dfb.de

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