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Stimmung im Stadion: Auch die Fans sind gefordert

Kommentar Von Tilmann Mehl
21.03.2019

Hohe Ticketpreise und die schwachen Leistungen der Nationalmannschaft dämpfen die Stimmung in den Stadien. Warum das jedoch keine Ausrede sein darf.

Wenn die Anweisungen der Trainer noch auf der Tribüne zu verstehen sind, spricht das nicht für die Stimmung im Stadion. Gegen Serbien war die Unterstützung des Publikums zum wiederholten Male bei einem Spiel der deutschen Nationalmannschaft überschaubar. Der wichtigste Grunde dafür: Die Leistungen der Mannschaft.

Auch die hohen Preise sind schuld an der schlechten Stimmung

Das letzte überzeugende Spiel der Löw-Elf liegt nun schon etliche Zeit zurück. Abgesehen von den schwachen Auftritten, trägt der DFB auch mit seiner Preisgestaltung Mitschuld an der Atmosphäre im Stadion. Wer 60 Euro oder mehr zahlt, erwartet unterhalten zu werden - und will nicht zwingend von sich aus für Stimmung sorgen.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass nicht nur der DFB und die Mannschaft für die Stille in den Arenen verantwortlich sind. Anhänger vor dem Fernseher, in den sozialen Medien und auch im Stadion regen sich permanent über die unbehagliche Ruhe auf.

Der Optimalfall wäre, wenn die Mannschaft bald wieder in Vorleistung gehen würde, auf dass sich ein mitreißendes Spiel auch auf die Fans auswirkt. Einzig aber die Stimmung zu bemängeln oder sich darüber lustig zu machen, ist der falsche Weg.

Das Interesse an der deutschen Nationalmannschaft ist vorhanden

Über neun Millionen Zuschauer haben das Spiel gegen Serbien im Fernsehen verfolgt. Das Interesse an der deutschen Nationalmannschaft ist also immer noch vorhanden. Genauso ist selbstverständlich auch Interesse am – viel wichtigeren – Thema Klimawandel vorhanden. Gehen aber hunderttausende Schüler für eine andere Umweltpolitik auf die Straße, heißt es oft: Die sollen mal bei sich selber anfangen. Immer sind es die anderen, die bei sich selbst anfangen sollen.

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Wer ins Stadion geht, ist nicht dazu verpflichtet, eine Mannschaft lautstark zu unterstützen. Er (oder sie) darf das Spiel auch einfach interessiert verfolgen oder seinen Unmut über die Leistung kundtun. Sich aber über die Stimmung zu beschweren, ohne selbst anzufeuern, ist selbstgerecht.

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