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Nationalmannschaft
09.09.2021

Ist dank Hansi Flick nun auf einmal alles wieder gut?

Leroy Sané wurde vor wenigen Wochen noch im Trikot des FC Bayern ausgepfiffen. Im Dress der Nationalmannschaft aber überzeugte der Außenbahnspieler nun nicht nur Hansi Flick.
Foto: Christian Charisius, dpa

Standards, Gegentore, Siege – überall zeigt sich die Mannschaft verbessert. Für vieles ist Flick verantwortlich. Doch auch der konnte die holprige Heimreise nicht verhindern.

Etliche tausend Meter über dem Meeresspiegel endet tatsächlich auch der Einflussbereich von Hansi Flick. Der neue Bundestrainer hatte vor dem Zwischenfall Erstaunliches geschafft. Nicht nur, dass die Mannschaft nach dem 4:0-Sieg mit dem beruhigenden Gefühl, einen großen Schritt in Richtung WM-Qualifikation gemacht zu haben, den Rückflug aus Island antreten konnte – das Team hatte dabei zum zweiten Mal in Folge spielerisch überzeugt.

Eine Tatsache, die in den letzten bleiernen Löw-Jahren zur Rarität verkommen war. Dabei gelang Antonio Rüdiger sogar das Kunststück, nach einer einstudierten Standardvariante das 2:0 zu erzielen (24.). Flanke, Kopfball, Tor. Eine Simplizität, derer sich die Auswahl in der Vergangenheit zu schämen schien und daher gänzlich darauf verzichtet hatte. Nun hatte aber Flick mit Mads Buttgereit extra einen Trainer für derartige Spezialaufgaben in sein Team aufgenommen und so zeigte die Mannschaft, dass sie schnell lernfähig ist.

Die Regeneration für das anstehende Bundesliga-Wochenende dürfte empfindlich gestört sein

Über dem Atlantik aber konnte selbst Flick nicht mehr eingreifen. Noch in der Nacht auf Donnerstag war der Flieger von Reykjavík nach Frankfurt aufgebrochen, von dort aus sollten die Spieler individuell nach Hause reisen. Allerdings musste das Flugzeug bereits im schottischen Edinburgh landen. Der DFB schrieb auf Twitter: "Sichere Zwischenlandung als Vorsichtsmaßnahme". An der Maschine müsse ein Sicherheitscheck vorgenommen werden.

Nach Angaben der litauischen Fluggesellschaft musste die Maschine wegen eines defekten Ersatzstromgenerators in Edinburgh landen. Die Besatzung habe entschieden, den nächsten passenden Flughafen anzusteuern. Eine Gefahr für die Passagiere habe zu keiner Zeit bestanden, es sei eine normale Landung erfolgt. Später machte sich ein Ersatzflieger auf nach Edinburgh, um "Delegation, Mannschaft, Trainer sowie Betreuer nach Frankfurt und München zu bringen", wie der DFB schrieb.

 

Die Regeneration für das anstehende Bundesliga-Wochenende dürfte so empfindlich gestört sein, das wiederum darf Flick in seiner neuen Funktion herzlich egal sein.

Das holprige Ende der ersten Länderspiele unter seiner Leitung kann nicht verhindern, dass sich der Blick auf die Mannschaft binnen einer Woche stark zum Positiven verändert hat. Ließ das mühsame 2:0 gegen Liechtenstein noch daran zweifeln, dass diese Auswahl zu mehr fähig ist, als sie zuletzt imstande war zu zeigen, dominierte sie derart spielfreudig die weiteren Partien gegen Armenien und Island, dass auf die kommenden Partien nicht mehr nur gespannt, sondern tatsächlich vorfreudig geblickt werden kann.

Die Nationalmannschaft gewinnt nicht nur, sie überzeugt

Flick scheint die einstigen Problemfelder schleunigst bearbeitet zu haben. Die Mannschaft trifft plötzlich wieder nach Freistößen und lässt drei Mal in Folge keinen Gegentreffer zu. Am augenscheinlichsten aber: Das Team suchte unentwegt den Weg nach vorne, scheute keine risikoreichen Dribblings oder scharfe Pässe um das Abwehrnetz zu zerschneiden. Vor allem Leroy Sané schien von der neuen Ausrichtung unter Flick zu profitieren. Nicht nur, dass er gegen Island den ersten Treffer von Serge Gnabry vorbereitete (4.) und den dritten Treffer selbst erzielte (56.), der Außenstürmer überzeugte und überraschte zudem gleichermaßen durch engagierte Defensivarbeit. Das allerdings ist nicht ausschließlich den schnell wirkenden Maßnahmen Flicks zuzuschreiben, schließlich drang der in seiner Amtszeit als Bayern-Trainer noch nicht so durch, wie es nun scheint.

Der Start aber ist Flick natürlich rundherum geglückt – auch wenn die in der Weltrangliste auf den Positionen 189, 88 und 53 rangierenden Gegner für die künftigen Aufgaben nicht als Maßstab gelten dürften. Vor unliebsamen Zwischenlandungen aber ist das Team freilich noch nicht gefeit.

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