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Nationalmannschaft
06.12.2022

Nach Bierhoffs DFB-Aus: Wer wird Nachfolger – und was wird aus Flick?

Video: dpa

Das WM-Debakel hat eine erste Konsequenz. Oliver Bierhoff muss gehen, ein Nachfolger wird gesucht. Die nächste Entscheidung ist die über Trainer Hansi Flick.

Oliver Bierhoff ist weg - aber was wird nach dem WM-Debakel aus Hansi Flick? Die Zukunft des Bundestrainers steht nun im Mittelpunkt, nachdem DFB-Direktor Bierhoff und der Deutsche Fußball-Bund am Montagabend die gemeinsame Trennung bekanntgaben.

Bei dem für Mitte dieser Woche anvisierten Krisengipfel wird damit Flick die Gründe für das Scheitern wohl allein erklären müssen - sofern die Analyse nicht schon von den Medien unbemerkt stattgefunden hat. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte unmittelbar nach dem blamablen Vorrundenaus in Katar eine Sitzung mit ihm selbst, Bierhoff, Flick und Hans-Joachim Watzke als Aufsichtsratschef der Deutschen Fußball Liga (DFL) angekündigt. Erst wenn "die Analyse beendet ist", hatte Neuendorf betont, wolle man "auch mit einem Ergebnis" an die Öffentlichkeit gehen.

Bierhoff und DFB trennen sich nach 18 Jahren

Das erste Ergebnis stand bereits vier Tage nach dem WM-K.o. fest: Bierhoff ist nicht länger Direktor im DFB. Der 54-Jährige verlässt nach 18 Jahren den Verband, beide Parteien verständigten sich auf eine Auflösung des bis 2024 laufenden Vertrages. Der frühere Weltmeister Per Mertesacker reagierte mit Bedauern: "Er hat viel mehr gemacht als viele wahrscheinlich denken." Borussia Mönchengladbachs Christoph Kramer hoffte, "dass er es selber entscheiden durfte, was für ihn das Richtige ist".

Bei seinen Abschiedsworten ließ Bierhoff Stolz auf seine Arbeit, aber auch Selbstkritik anklingen. In den vergangenen vier Jahren habe man es "nicht geschafft, an frühere Erfolge anzuknüpfen und den Fans wieder Grund zum Jubeln zu geben". Einige Entscheidungen hätten sich "nicht als die richtigen" erwiesen. "Dafür übernehme ich die Verantwortung." Er mache nun "den Weg frei für neue Weichenstellungen". 

Nationalmannschaft und DFB-Akademie: Kommt es zu Neustrukturierung?

Einem Bericht der ARD-"Sportschau" zufolge soll es bei einem Gespräch, an dem auch Watzke teilnahm, darum gegangen sein, Bierhoff den Bereich Nationalmannschaft zu nehmen. Für die DFB-Akademie sollte dieser demnach hingegen zuständig bleiben. Dies habe Bierhoff aber abgelehnt.

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Wer künftig den Weg als für die Nationalmannschaften und die Akademie verantwortlicher DFB-Direktor vorgibt oder ob es zu einer Neustrukturierung der Aufgaben kommt, ist offen. Über die Nachfolge werden die DFB-Gremien beraten. Einem Bericht des "Kicker" zufolge wird Fredi Bobic, aktuell Geschäftsführer beim Bundesligisten Hertha BSC, für den Posten gehandelt.

Fredi Bobic, Sami Khedira und Matthias Sammer werden als Nachfolger gehandelt

Sollte Flick im Amt bleiben, könnte ihm nun auch ein sportlicher Leiter zur Seite gestellt werden. Die Rolle einer Art Manager hatte auch Bierhoff in seinen DFB-Anfangsjahren ausgefüllt. Ein Weltmeister mit öffentlicher Strahlkraft wäre denkbar - zum Beispiel einer wie Sami Khedira?

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hatte schon vor dem Bierhoff-Aus in seiner Kolumne für den Pay-TV-Sender Sky dafür geworben, Leute wie Matthias Sammer, die "mit einer anderen Sichtweise und einer klaren Meinung neuen Spirit in den DFB bringen" könnten, in den möglichen Reformprozess des DFB einzubeziehen. Sammer, der früher beim DFB als Sportdirektor tätig war, ist zwar bereit zu helfen. Alle Ämter, wohl auch das des Sportdirektors, würde er selbst aber nicht mehr besetzen, sagte der externe Berater von Borussia Dortmund bei MagentaTV.

Sammer schlägt Lothar Matthäus vor

Sammer schlug seinerseits Matthäus als geeigneten Kandidaten vor. Der sieht eine feste Aufgabe im Verband aber skeptisch. Er sei "zu weit weg vom DFB" und habe aufgrund anderer Verpflichtungen "auch gar keine Zeit", sagte der 61-Jährige. Für Matthäus ist aber klar, dass über die Neuausrichtung nicht nur der innere Kreis des DFB bestimmen sollte, "wo alles "Friede, Freue, Eierkuchen" ist". (dpa)

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06.12.2022

Die sportliche Kompetenz von Oliver Bierhoff gefällt mir immer noch, deswegen bräuchte er nicht zurücktreten. Die DFB-Führung hatte mit der Binden-Diskussion ein Eigentor zu viel geschossen! Wir als Nationalmannschaft sind ausgeschieden, weil die Spieler kollektiv ein fachfremdes Thema im Kopf herumtragen mussten, was gegen jedes Erfolgsprinzip steht! An dieser Außendarstellung müsste sich etwas ändern, eine andere Personalie allein ändert an der Miesere nichts!