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Vor Weltcup

27.01.2012

Bundeswehr fliegt Skiprofis zum Aufwärmtraining

Stephan Keppler (vorne) und Andreas Sander starten aus dem Hubschrauber ins Training.
Bild: AZ

Vor dem Ski-Weltcup in Garmisch wurden Stephan Keppler und Andreas Sander mit einem Bundeswehr-Helikopter ins Training geflogen. Die Kosten dafür liegen im Dunkeln.

Normalerweise landen am Alpinen Trainingszentrum (ATA) am Oberjoch im Oberallgäu allenfalls Rettungshubschrauber. Gestern Morgen um zehn Uhr senkte sich dagegen ein eher ungewöhnliches Flugobjekt vor den Augen vieler Skifahrer an der Talstation nieder: ein Bundeswehr-Hubschrauber des Typs Bell UH-1D, der eine ungewöhnliche „Fracht“ an Bord hatte. Zwei Weltcup-Rennläufer, die kurz nach der Landung im Lift nach oben fuhren, um eine Stunde lang auf einem abgesperrten Teil der Piste zu trainieren.

Die Sportsoldaten Stephan Keppler (28) und Andreas Sander (22) wurden von ihrem Arbeitgeber aus Garmisch, wo am Wochenende der einzige Heimweltcup der Männer in Abfahrt und Super-G stattfindet, ins Allgäu geflogen. Grund: ein einstündiges Aufwärmtraining vor dem offiziellen Weltcup-Training am Mittag in Garmisch, zu dem die beiden wieder zurückgeflogen wurden. Mit dem Auto wären die beiden an Position 45 und 92 im Gesamtweltcup geführten Skifahrer insgesamt drei Stunden unterwegs gewesen. So dauerten Hin- und Rückflug zusammen 40 Minuten. Das Lufttransportgeschwader 61 in Penzing stellte Hubschrauber und Besatzung. Die Kosten dafür waren auf Nachfrage nicht zu erfahren.

„Am Oberjoch können die Athleten angemessen und zielorientiert trainieren. Die Bedingungen sind hervorragend“, begründet Georg Kronawitter, Leiter der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Sonthofen, die Aktion. Eine übergeordnete Dienststelle in Bonn habe auf sein Betreiben hin die Genehmigung erteilt. Zum Auftrag der Bundeswehr gehöre es auch, „den Spitzensport zu fördern“. Zudem würde die Aktion den Piloten helfen, ohnehin fällige Flugstunden zu absolvieren. Bis einschließlich Sonntag stünde den DSV-Läufern jeden Tag ein Hubschrauber für den Flug ins Allgäu zur Verfügung. In Garmisch dürfen die Athleten vor den Rennen nur während des offiziellen Trainings des Skiweltverbandes FIS auf die Piste. Dass sich das Oberjoch hervorragend für zusätzliche Einheiten eignet, hatten bei der Ski-WM im Vorjahr auch Norweger und Schweizer erkannt. Sie flogen ihre Top-Leute wie Didier Cuche und Aksel Lund Svindal ebenfalls von Garmisch ins Allgäu. Die Hubschrauber wurden von den Skistars mithilfe nationaler Verbände oder Sponsoren bei Firmen angemietet.

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Dass die Bundeswehr die Athleten unterstützt, begrüßt ATA-Leiter Florian Beck: „Der Erfolg rechtfertigt die Mittel. Unsere Männer sind schließlich wieder vorn mit dabei.“ Begleitet wurden Keppler und Sander von Trainer Thomas Aschauer. DSV-Cheftrainer Charly Waibel dagegen sagte auf Nachfrage, er wisse nichts von der Aktion.

Für die Skirennfahrer war es der erste Flug, bestätigte ein Bundeswehrsprecher. Allerdings hätten in der Vergangenheit schon Langläufer und Biathleten den Service in Anspruch genommen.

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