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  4. Gerüchte um Arbeitslager: WM 2010: Nordkoreaner spielen mit Angst im Nacken

Gerüchte um Arbeitslager
16.06.2010

WM 2010: Nordkoreaner spielen mit Angst im Nacken

Jong Tae Se (Nordkorea)
Foto: imago

Es sind alte Gerüchte, die wieder aufkommen. Die Spieler von Nordkorea kicken bei der WM auch um Wohl und Weh ihrer Familien. Der Grund: Angeblich droht bei Versagen das Arbeitslager. Von Flora Anna Grass

WM-Spiel Nordkorea gegen Brasilien: Dicke Tränen laufen dem nordkoreanischen Stürmer Jong Tae Se während der Nationalhymne seines Landes über die Wangen. Weinte der Fußballer, weil sie zum ersten Mal bei einer WM zu hören war? Oder weinte der in Japan aufgewachsene Spieler mit dem Spitznamen der "rote Rooney" aus naiver Loyalität zu seinem Land unter der kommunistischen Führung Kim Jong Ils?

Die Antwort wird wohl sein Geheimnis bleiben - offen sprechen dürfen die Spieler des nordkoreanischen WM-Kaders nicht.

Vielleicht trieb dem Stürmer aber auch die Angst Tränen in die Augen. Es gibt Hinweise, dass Spieler bei Versagen zur Strafe in Arbeitslagern oder Kohleminen schuften müssen. So soll es zumindest nach der WM 1966 gewesen sein, als die Asiaten 3:5 gegen Portugal verloren, zitiert der Schweizer Tagesanzeiger den ausgewanderten Offizier Shim Joo-il.

Und als die Kicker 1993 gegen Staatsfeind Südkorea verloren, verbannte Kim Il-sung, der Vater des derzeitigen Diktators, sie laut Frankfurter Rundschau für einige Jahre von internationalen Wettbewerben. Auch hier soll es Bestrafungen gegeben haben.

Alles nur Gerüchte? Dagegen spricht, dass Nordkorea mehr für seine Menschenrechtsverletzungen bekannt ist, als für guten Fußball. "Dass die Spieler bei Versagen bestraft werden, ist vorstellbar", sagt Roland Brauckmann, Nordkorea-Experte bei Amnesty International. Im nordkoreanischen Strafgesetzbuch gelte die Regel der Kollektivschuld. Im Klartext heißt das: Wenn in den Augen des kommunistischen Regimes dem Ansehen des Staates geschadet wird, wird die ganze Gruppe bestraft.

Schweiß und Tränen für den "Geliebten Führer", statt Ruhm und Ehre im kommunistischen Regime? Fremd bleibt das Land, das sich für den Rest der Welt genauso verschließt, wie die Augen von Diktator Kim Jong Il hinter seinen getönten Sonnenbrillengläsern. Es ist, als ob ein schwarzer Schleier über Nordkorea läge.

Auch die WM bringt kaum Licht in das Dunkel des kommunistischen Regimes: In den Interviews wirken die Antworten vorgefertigt und nichtssagend. Undenkbar, dass sich ein Spieler kritisch über das eigene Land oder das kommunistische Regime äußert - auch im eigenen Interesse: In Nordkorea sei nicht nur die Bestrafung des Einzelnen selbst, sondern auch die der Angehörigen üblich, bis in die dritte Generation, sagt der Amnesty-Experte.

Wer als Staatsfeind gelte, werde mit seiner Familie jahrelang in Umerziehungslager gesteckt. Hunderttausende Menschen würden dort schuften. "Flüchtlinge und Augenzeugen haben amnesty von willkürlicher Folter und Misshandlungen berichtet. Eine Gesundheitsversorgung findet in den Lagern praktisch nicht statt", sagt Braukmann.

Was sich in Nordkorea abspielt ist für die westliche Welt unvorstellbar - und auch die aktuellen Vorfälle in Südafrika wirken skurril und befremdlich: So versuchte der Verband bei der Zusammenstellung des WM-Kaders zu tricksen, indem er einen Stürmer als Torhüter nominierte. Außerdem kaufte sich Kim Jong Il mit 1000 Freikarten kurzerhand Jubel-Chinesen, die das nordkoreanische Team in Südafrika unterstützen sollen. Fremde Claqueure - weil die eigenen Leute nicht außer Landes dürfen.

Während Fußballfans auf der ganzen Welt die WM live vor dem Fernseher verfolgen, schauen die Nordkoreaner offenbar in die Röhre. Laut Frankfurter Rundschau wurden die WM-Qualifikationsspiele zeitversetzt ausgestrahlt - aber nur dann, wenn die Mannschaft erfolgreich war. Auch, dass sich ihr Team erstmals seit 1966 wieder für die WM qualifizierte, sollen die Nordkoreaner erst Stunden nach dem Schlusspfiff erfahren haben.

Der Grund: Die Pressefreiheit in Nordkorea ist extrem eingeschränkt. "Fernsehen, Radio und Zeitungen werden von der Partei absolut kontrolliert", sagt Brauckmann. Internet gibt es nicht, genauso wenig wie unabhängige Medien. Auf dem einzigen Fernsehsender werden den ganzen Tag Militärmärsche, Volksmusik und Parteipropaganda gezeigt. Erfolge des nordkoreanischen WM-Kaders würden als ein politisches Highlight gezeigt werden, so Brauckmann.

Dessen Spieler haben übrigens zumindest diese Woche nochmal Glück gehabt: Nach der knappen Niederlage gegen den Rekordweltmeister Brasilien bescheinigten Nordkoreas Staatsmedien dem Nationalteam einen leidenschaftlichen Einsatz. Von Flora Anna Grass

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