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WM-Finale

12.07.2010

Schön bezwingt pragmatisch

Hollands Nigel de Jong mit einem Tritt gegen Xabi Alonso auf den selbst Chuck Norris neidisch gewesen wäre.
Bild: dpa

Die Nationalmannschaft der Niederlande hat gegen Spanien im WM-Finale beinahe alles richtig gemacht. Genau aus diesem Grund ist es gut, dass sie nicht gewonnen hat. Von Tilmann Mehl

Die Nationalmannschaft der Niederlande hat gegen Spanien im WM-Finalebeinahe alles richtig gemacht. Genau aus diesem Grund ist es gut, dasssie nicht gewonnen hat.

Die Mannschaft um Bayern-Star Mark van Bommel agierte so, wie man es tun muss, wenn man gegen Spanien eine Chance haben will. Sie spielte so, wie es auch die Deutschen hätten machen müssen, um im Halbfinale eine Chance zu haben.

Sie gingen hart in die Zweikämpfe, teilweise überhart und in Einzelfällen wie beim holländischen Kung-Fu-Kicker Nigel de Jong mit fieser Brutalität.

Schön bezwingt pragmatisch

Dass den Spaniern allein mit spielerischen Mitteln nicht beizukommen ist, dürfte mittlerweile dem letzten C-Schein-Besitzer klar sein. Zu ballsicher, zu dominant und zu gefestigt spielt die Mannschaft von Vicente del Bosque, als dass sie durch rangnickschen Vertikal-Fußball bezwungen werden könnte. Das Original ist immer schneller als das Spiegelbild.

Deshalb war es die einzige Möglichkeit der Holländer, das Spiel so zu gewinnen, wie sie aufgetreten sind. Als sie nach 15 Minuten merkten, dass sie selbst keinen Spaß am Fußballspielen haben können (weil einfach nicht in Ballbesitz kamen), versuchten sie einfach, den Spaniern auch den Spaß zu verderben.

Über weite Strecken gelang das. Zwar nicht eingeschüchtert, aber mitunter verwirrt ob der ruppigen Gangart und den mangelnden Schutz durch den Schiedsrichtern, gelang es den Spaniern viel seltener als beispielsweise gegen Deutschland minutenlang in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen.

Als dann Arjen Robben Mitte der zweiten Halbzeit alleine auf Iker Casikllas zulief, schien der Plan der Niederländer endgültig aufzugehen. Robben scheiterte. Der Ausgang ist bekannt.

Es ist ein gutes, ein faires Ende gewesen. Das Schöne hat über das Pragmatische gewonnen. Die Holländer haben den Deutschen gezeigt, wie es gehen könnte. Die Spanier haben den Deutschen gezeigt, wie es geht. Und manchmal ist es auch nicht schlecht, das Spiegelbild etwas Außergewöhnlichen zu sein. Von Tilmann Mehl

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