Neue Saison und zwei große Ziele vor Augen: Die National Hockey League (NHL) startet in diesen Tagen in die Spielzeit. Neben dem Gewinn des Stanley Cups haben viele Profis auch die Olympischen Spiele 2026 im Blick. Erstmals in seiner Karriere als Eishockey-Profi darf Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers im Februar in Italien an den Winterspielen teilnehmen. „Ich freue mich da ganz besonders drauf“, sagte Draisaitl vor dem NHL-Start. Die Teilnahme gehöre zu den besonderen Momenten, die man als Sportler miterleben dürfe. Im Gegensatz zu 2022 in Peking und 2018 in Pyeongchang unterbricht die NHL für Olympia in Mailand und Cortina d‘Ampezzo ihre Saison und stellt die besten Eishockey-Profis der Liga frei. „Es ist natürlich Gesprächsthema, keine Frage“, berichtete Draisaitl aus der Kabine der Oilers. „Wir werden Jungs haben, die auf jeden Fall dabei sind und einige, die auf jeden Fall eine Chance haben.“
Ohne einen einzigen Profi aus der NHL holte Deutschland 2018 in Südkorea sensationell Olympia-Silber, angeführt vom damaligen Bundestrainer Marco Sturm. Der gebürtige Deggendorfer verabschiedete sich danach vom Nationalteam, um als Assistenztrainer in der NHL seinen eigenen Traum zu verfolgen und sich als Chefcoach zu empfehlen. Bei den Boston Bruins steht er nun in dieser Rolle an der Bande.
Auch Angreifer Nico Sturm geht ein neues Projekt an. Der gebürtige Augsburger wechselte im Sommer zu den Minnesota Wild. Zugleich ist es eine Rückkehr, denn 2019 begann dort die NHL-Laufbahn des Außenstürmers. Es ist sein Herzensklub und zugleich die Heimat. In Minnesota hat Sturm zusammen mit seiner Lebenspartnerin ein Haus. Dort plant das Paar auch die weitere private Zukunft. Sportlich gibt sich Nico Sturm gewohnt ehrgeizig.
Leon Draisaitl ist der bestbezahlte Eishockey-Profi der Welt
Im Gegensatz zu Leon Draisaitl, der seinen Traum vom Stanley-Cup in den vergangenen beiden Jahren jeweils im Finale gegen die Florida Panthers begraben musste, gewann Sturm bereits zweimal die wertvollste Eishockey-Trophäe der Welt.Vor dem Wechsel nach Minnesota triumphierte Sturm im Frühjahr mit den Florida Panthers. 2022 holte er den Stanley Cup zudem als Profi der Colorado Avalanche. Anschließend präsentierte er den 16 Kilogramm schweren Silberpott in Augsburg.
Bei den Wild wählte der Angreifer die Nummer 78, in Reminiszenz an den Augsburger EV. 1878 ist das Gründungsjahr des ältesten Eislaufvereins Deutschlands. Irgendwann, bevor der 30-Jährige die Eishockeystiefel endgültig in die Ecke stellt, will er in seiner Heimatstadt auflaufen. Aktuell geht es in der NHL um einen guten Start mit Minnesota. In der Nacht zum Freitag trifft sein Team auf die St. Louis Blues. Sturm hat einen Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnet, der ihm vier Millionen US-Dollar einbringt.
Sein Landsmann Draisaitl schwebt diesbezüglich in anderen Sphären. Ab dieser Saison hat der Kölner einen Acht-Jahres-Vertrag, der ihm 14 Millionen US-Dollar einbringt – pro Jahr. Damit ist der beste Spieler Deutschlands zugleich der derzeit bestbezahlte Eishockey-Profi der Welt. Während Draisaitl von seinem überragenden Talent lebt und regelmäßig die NHL-Scorerlisten anführt, hat sich Sturm seine NHL-Laufbahn erarbeitet.
Nico Sturm zählt zu den Indianern
Der Außenstürmer zählt nicht zu den Häuptlingen, sondern läuft unter der Kategorie Indianer. Auch diese Rollenspieler sind bei den General Managern gefragt. Sturm weiß, was er kann und umreißt seine Aufgabe so: „Es kommt bei mir nicht auf Tore und Assists an. Sondern darauf, dass ich der dritten oder vierten Angriffsreihe Stabilität gebe, dass ich der Erste im Forecheck bin und einfach meine Arbeit mache. Das ist das Spielerprofil, das die Trainer und Manager in der NHL von mir erwarten.“ In der Nationalmannschaft ist Sturm eine Identifikationsfigur und holte mit dem DEB-Team 2023 die WM-Silbermedaille.
Neben Sturm und Draisaitl gehören weitere deutsche Nationalspieler zu den Stützen ihrer Nordamerika-Klubs. Moritz Seider von den Detroit Red Wings zählt zu den besten Verteidigern der NHL. Tim Stützle ist Führungsfigur bei den Ottawa Senators. JJ Peterka hat einen Fünfjahresvertrag im Wert von 38,5 Millionen US-Dollar bei den Utah Mammoth unterschrieben – verbunden mit der Erwartung, seine 68 Scorerpunkte aus der vergangenen Saison bei den Buffalo Sabres noch zu verbessern. Torhüter Philipp Grubauer hofft auf eine stabile Saison bei den Seattle Kraken. Lukas Reichel gehört noch zur Organisation der Chicago Blackhawks. Der Stürmer stand allerdings bei der 2:3-Auftakt-Niederlage gegen Florida nicht im Chicago-Aufgebot. Reichel gilt als Wechsel-Kandidat.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren