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Starthilfe geben leicht gemacht: Erst Minus, dann Plus?

Das rote und das schwarze Kabel sollte man bei der Starthilfe besser nicht verwechseln. (Foto: Bernd Wüstneck) dpa

Nicht nur im Winter sind viele Autofahrer auf Starthilfe angewiesen, weil die Batterie schlapp macht. Wer Kurzschlüsse vermeiden will, muss ein paar Punkte beachten.

Beim Überbrücken lassen sich Schäden durch Kurzschlüsse vermeiden, wenn die Starthilfekabel in der richtigen Reihenfolge angeklemmt werden. Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) erklärt, wie es geht: Das rote Kabel zuerst an den Pluspol der leeren Batterie anschließen und dann mit dem Pluspol der vollen Batterie verbinden.

Danach wird das schwarze Kabel am Minuspol der vollen Batterie befestigt und das andere Ende an einem Metallteil am Motorblock des Pannenfahrzeugs - und nicht am Minuspol des leeren Akkus. Sonst könnten Funken im Bereich der Batterie Gase entzünden.

Starthilfe-Sets enthalten zwei Kabel. Die Leitung für die Pluspole ist in der Regel rot, die Leitung für Minuspol und Masse schwarz. An beiden Enden haben sie jeweils Zangen zum Befestigen. Die Kabel sollten den DIN-Normen 72551, 72553 oder der ISO-Norm 6722-1 entsprechen und ein GS-Sicherheitszeichen tragen, berichtet die Zeitschrift "ACE Lenkrad" (Ausgabe 11/17).

Wichtiger Tipp:

Der Kabelquerschnitt muss je nach Art und Hubraum des Motors ausreichend groß sein. Ist er zu klein, können die Kabel überhitzen, berichtet die Clubzeitschrift des Auto Club Europa (ACE).

Die Experten geben eine Orientierung: Bei Benzinmotoren mit eher wenig Hubraum genüge ein Querschnitt von rund 20 Quadratmillimetern. Für Benziner ab zwei Liter sowie Dieselautos mit bis zu drei Litern Hubraum sollten es mindestens 25 Quadratmillimeter sein, wenn die Leitung aus Kupfer besteht. Bei einem Aluminium-Kabel sind hier mindestens 40 Quadratmillimeter ratsam. Für Dieselfahrzeuge mit mehr als drei Litern Hubraum sollten es demnach 35 (Kupfer) oder 55 Quadratmillimeter (Aluminium) sein.

So nicht!

Von Starthilfelösungen über Zigarettenanzünder im Fahrzeuginneren raten die Experten ab. Die Querschnitte der zweiadrigen Kabel seien deutlich zu klein. Sie können durchschmoren und Brände auslösen.

Und so funktioniert die Starthilfe: Idealerweise stehen sich beide Autos nah gegenüber. Berühren dürfen sie sich nicht. Die Polzange des roten Kabels kommt an den Pluspol an der Batterie im Empfängerauto. Danach mit dem Pluspol an der Spenderauto-Batterie verbinden.

Dann klemmt man das schwarze Kabel an den Minuspol der Batterie im Spenderauto. Im Empfängerauto wird die Polzange des schwarzen Kabels an einen sogenannten Massepunkt befestigt - das kann ein unlackiertes Metallteil oder ein dafür vorgesehener Kontakt am Motorblock sein. Am Minuspol der Empfängerauto-Batterie sollte das Kabel nicht angebracht sein. Durch Funkenbildung könnte sich eventuell austretendes Knallgas entzünden, warnt der ACE.

Motor laufen lassen

Klemmen alle Kabel, wird der Motor des Spenderautos gestartet und sollte fünf bis zehn Minuten laufen. Anschließend versucht man, das Empfängerfahrzeug zu starten. Geht der Motor an, sollte das Gebläse oder ein anderer starker Verbraucher im Auto angeschaltet werden. Das dient als Puffer gegen Spannungsspitzen, die die Elektronik im Wagen beschädigen können. Letzter Schritt: Die Kabel entfernen, und zwar in umgekehrter Reihenfolge wie beim Anschließen - erst Schwarz, dann Rot.

Manchmal befindet sich die Batterie nicht im Motorraum. Mit Hilfe sogenannter Starthilfe-Stützpunkte klappt die Stromspende dennoch. Das sind oftmals dünne Plättchen im Motorraum, an denen die Zangen der Starthilfekabel angeklemmt werden, erklärt der ACE. (dpa)

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