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Bergwanderungen: Gefährliche Abkürzungen

Selbstüberschätzung und Leichtsinn sind beim Bergwandern oft ein großes Problem.
Bild: Netzer Johannes, stock.adobe.com

Im Sommer verbringen Millionen ihren Urlaub in den Bergen und kehren meist erholt zurück. Doch jedes Jahr enden auch einige Touren unglücklich.

Unwetter, schwieriges Gelände, dazu oft schlechte Planung, mangelnde Erfahrung, Selbstüberschätzung. „Die meisten tödlichen Unfälle entstehen ganz banal durch Stolpern“, sagt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV). Das zeigen die Unfallstatistiken.

„Es gibt meist eine gewisse Historie, bis man stolpert“, sagt Bucher. Der Verunglückte hat eine zu lange und anspruchsvolle Tour gewählt, war nicht fit genug, wurde müde und unaufmerksam. Und dann passiert es. Meist endet das Stolpern zwar nicht tödlich. „Aber wenn ich zwei Gehstunden vom Tal entfernt bin und mir den Fuß verstauche, muss trotzdem der Heli kommen.“ Die Einsätze der Bergrettung haben in den vergangenen Jahren laut DAV zugenommen. Das liegt nicht so sehr an lebensgefährlichen Unfällen, sondern an leichten Verletzungen. Häufiger geworden sind auch die sogenannten Blockierungen: Der Wanderer kommt aus Erschöpfung und Angst nicht mehr vor und zurück. Diese Situation tritt oft in Klettersteigen auf, die den Urlauber plötzlich überfordern.

Mangelnde Fitness

Ein weiterer häufiger Grund für den Tod in den Bergen ist schlicht Herz-Kreislauf-Versagen. „Gefährlich wird es, wenn Leute, die nicht fit sind, ins Gebirge gehen, um dort fit zu werden“, sagt Michael Lentrodt, Präsident des Verbands deutscher Berg- & Skiführer (VDBS). Er rät, Grundfitness in die Berge mitzubringen.

Entscheidend ist die richtige Tourenplanung. Wer Wiedereinsteiger ist, sollte leichte und kurze Routen wählen. „Das Ziel sollte dann kein Gipfel, sondern eine Hütte oder Alm sein“, rät Bucher. Wanderwege gliedern sich von leicht bis anspruchsvoll. Damit sollte sich der Wanderer schon zu Hause befassen. Nicht einfach losgehen.

Wichtig ist die zeitliche Planung. „Immer großzügige Pufferzeiten und Pausen einplanen“, mahnt Bucher. „Wenn es schon dunkel wird und man in Stress gerät, kommt es häufig zu Unfällen.“ Außerdem Pflicht: Vor jeder Wanderung den Wetterbericht prüfen. Sind für den Nachmittag Gewitter angesagt? Dann morgens lieber eine Stunde früher losgehen.

Schlecht informiert

Material für die Tourenplanung gibt es genug. „Die Informationsbeschaffung ist heute kein Problem mehr“, sagt Bergführer Lentrodt. „Viele Urlauber können das Wissen nicht auf ihre persönlichen Fähigkeiten übertragen.“

Das größte Problem sei eine falsche Selbsteinschätzung. „Das ist über die Jahre gefühlt schlechter geworden“, hat Lentrodt beobachtet. Der VDBS-Präsident hat eine These dazu: „Der Druck auf die Leute, in den sozialen Netzwerken etwas Spektakuläres posten zu müssen, hat zugenommen. Viele wollen in kurzer Zeit unbedingt viel erleben.“

 

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