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Mode mit Pelz
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Warum Kleidung aus Leder und Pelz nachhaltig ist

Im Pelzatelier Conrad Glock hat Lena alles über Pelz- und Lederverarbeitung gelernt. Zuschnitt, Materialkunde, Modellentwurf und die verschiedenen Arbeitstechniken.
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Im Pelzatelier Conrad Glock hat Lena alles über Pelz- und Lederverarbeitung gelernt. Zuschnitt, Materialkunde, Modellentwurf und die verschiedenen Arbeitstechniken.
Foto: Ernst Franzmann

Lena Donner studiert Modedesign und ist das Gegenteil von einem Pelzgegner: Sie befürwortet Pelz in der Mode - wenn die richtigen Voraussetzungen gegeben sind...

Lena Donner mag Tiere – besonders Fuchs und Kaninchen haben es ihr angetan. „Die sind herrlich weich und lassen sich toll verarbeiten“, sagt sie. Wie bitte, verarbeiten? „Na klar! Zu Jacken, Mützen, Pullovern...ihr Pelz ist einfach ein tolles Material!“

Pelzmode in der heutigen Zeit – das wirkt fast ein bisschen aus der Zeit gefallen. Schließlich hat man ja über Natur- und Kunstfaser eigentlich genügend Stoffmaterial, um Kleidung ohne Tierleid herzustellen. Aber mit diesem Argument beißt man bei Lena Donner auf Granit. Sie ist pro Pelz – und liefert dafür auch gleich mehrere gute Erklärungen.

Sie arbeitet nicht nur gern mit Pelz, sie trägt ihn auch selbstbewusst: Lena Donner ist Bundessiegerin im Kürschnerhandwerk.
Foto: Ernst Franzmann

Eigenes Modellabel: Donnerruf

Doch der Reihe nach: Die Augsburgerin Lena Donner ist Studentin für Modedesign an der Hochschule Pforzheim, 23 Jahre alt und wahrscheinlich ebenso lange modebegeistert. Zusammen mit ihrem Freund Korbinian Ruf hat sie deshalb das Modelabel Donnerruf gegründet. Er designt und entwirft, sie näht. Die meisten Produkte sind echte Handarbeit. Und das wollen die beiden auch vermitteln: das Gespür dafür, wie viel Arbeit hinter einem hochwertigen Modestück steckt.

Seit ihrer handwerklichen Ausbildung zur Kürschnerin kennt sich Lena damit besonders gut aus. „Pelz oder Leder kann man nicht massenhaft verarbeiten“, erklärt sie. „Da ist jedes Stück ein echtes Unikat, in dem viele Handarbeitsschritte stecken.“ Die hat sie im Augsburger Pelzatelier Conrad Glock gelernt: Modellentwurf, Materialauswahl, Zuschnitt und alle weiteren Handgriffe, die vom Rohstoff Pelz hin zu einem tragbaren Kleidungsstück stecken.

Im Pelzatelier Conrad Glock hat Lena alles über Pelz- und Lederverarbeitung gelernt. Zuschnitt, Materialkunde, Modellentwurf und die verschiedenen Arbeitstechniken.
Foto: Ernst Franzmann

Pelz und Leder sind natürlich und nachhaltig

Und was begeistert Lena nun so an Pelz und Leder? Die großen Stichwörter sind: natürlich und nachhaltig. „Kein anderes Material wärmt so gut wie Pelz, ist so lange tragbar, kann man so oft umarbeiten, ist so flexibel einsetzbar“, schwärmt sie. Aber das Tierwohl? Überfüllte Zuchtkäfige? Lena Donner versteht die Einwände. „Von Qualzuchten halte ich nichts“, erklärt sie. „Diese Bilder tun mir auch weh. Aber solche Felle werden von Kürschnern auch nicht verarbeitet, die findet man meist als Bommel an der Billigmütze oder als Pelzkragen an der Jacke vom Bekleidungsriesen.“

Dieser Anzug aus gefärbtem Bisam und Plastiktischdecke hat Lena den Bundessieg gesichert.
Foto: Lena Donner

Bundessieg im Kürschnerhandwerk

Der deutsche Zentralverband des Kürschnerhandwerks hat sich unter dem Motto „We prefur“ dazu verpflichtet, nur Felle mit nachweislich dokumentiertem Ursprung zu verwenden – aus der Jagd oder aus zertifizierten europäischen Zuchten. „Viele Pelze hängen auch seit Jahren ungenutzt im Schrank. Dabei rettet man kein Tier, wenn man sie nicht mehr verwendet“, sagt Lena. „Und, ganz ehrlich, was ist besser: Das Material ungenutzt entsorgen oder vielleicht doch noch etwas Schönes daraus gestalten?“ Aus Bisam etwa hat Lena einen Anzug gestaltet, der ihr im größten Berufswettbewerb Europas, dem Praktischen Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW), den Bundessieg im Kürschnerhandwerk eingebracht hat.

Gänsehaut von Cord

Sie hat also ein Händchen für Modedesign und dank ihrer Ausbildung auch das handwerkliche Zeug dazu, deshalb jetzt auch das anschließende Studium in Pforzheim. Wird Pelz in ihren Entwürfen weiterhin eine Rolle spielen? „Bestimmt!“, verspricht Lena. „Aber natürlich immer, wie ich es vertreten kann: Ich muss wissen, wo er herkommt.“ Und was wird es wahrscheinlich nie von ihr geben? „Eine Cordhose“, lacht Lena. „Von Cord bekomme ich eine Gänsehaut.“ (lime)

 

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