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Nachhaltigkeit & Finanzen
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Gibt es die typische schwäbische Hausfrau?

Putzen, kochen und dabei immer einen Blick auf die Finanzen haben: Auch heute gibt es die typische schwäbische Hausfrau noch.
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Putzen, kochen und dabei immer einen Blick auf die Finanzen haben: Auch heute gibt es die typische schwäbische Hausfrau noch.
Foto: Aleksandr Rybalko, stock.adobe.com

Sparsam bei Lebensmitteln, Selbstversorger bei Ernährung und nachhaltig für Umwelt & Gesundheit: Die schwäbische Hausfrau ist noch lange kein Auslaufmodell.

„Schlechte Zeiten müssten kommen.“ Das war der Standardspruch der Erwachsenen, wenn man als Kind mal wieder den Teller nicht leer gegessen hat oder etwas nicht essen wollte. Denn „schlechte Zeiten“, wie sie frühere Generationen noch erlebten, kennen wir heute nicht. Und man würde sie auch niemandem wünschen.

Die sogenannten „schlechten Zeiten“, die im ärmlichen Schwaben und Allgäu noch ein wenig schlechter als anderswo waren, haben jedoch einen Typus hervorgebracht, der von den einen mitleidig belächelt und von anderen durchaus mit Respekt betrachtet wird: die sparsame „schwäbische Hausfrau“ (trotz Gleichberechtigung und Gendern erwähne ich hier explizit nicht den Hausmann, denn diese Rolle gehörte tatsächlich jahrzehntelang den Frauen). Ja, es gibt sie noch. Wer sich dabei allerdings eine geizige, jede Ausgabe penibel in ihr Haushaltsbuch einschreibende, ältliche Frau in Kittelschürze vorstellt, irrt.

Modernes Recycling, Upcycling & Selbstversorgung haben Tradition

Die heutige „schwäbische Hausfrau“ nutzt eine App auf dem Smartphone für ihre Ausgaben und ist wenn überhaupt bewusst sparsam, aber nicht geizig, sondern sie denkt und wirtschaftet nachhaltig. Sie verwertet in der Küche Reste, verwendet Sachen lange und schaut, ob eine Zweitverwertung möglich ist – Re- und Upcycling nennt man das wohl auf Neudeutsch.

Konkrete Tipps, um im Haushalt zu sparen, gibt es hier.

War so ein Verhalten in früheren Jahrzehnten noch der Not und den „schlechten Zeiten“ geschuldet – Lebensmittel waren nicht immer in dem Überfluss vorhanden wie heute und kosteten relativ gesehen viel mehr – spielt heute eher der Schutz der Umwelt, das Schonen von Ressourcen und – ja, schon auch irgendwie – das Sparen eine Rolle. „Mit einfachsten, regionalen oder selbst angebauten Zutaten – Stichwort Selbstversorgung – raffinierte Gerichte kochen, Brot selber backen, damit man weiß, was drin ist, die Renaissance alter Getreidesorten, Handarbeiten oder in Haus und Garten etwas selbst herstellen – das ist nachhaltig, liegt im Trend und beschreibt die heutige schwäbische Hausfrau“, sagt Monika Riedmüller vom Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) Diözesanverband Augsburg e.V.

Einen Haushalt richtig führen: Wie geht das eigentlich?

Und sie muss es wissen. Die gelernte Hauswirtschaftsmeisterin und Gartenbäuerin aus Niederrieden im Unterallgäu ist Schatzmeisterin, Vorsitzende des Bildungswerkes im KDFB Diözesanverband Augsburg und selbstständige Referentin beim KDFB Diözesanverband Augsburg sowie beim Verbraucherservice Bayern in Augsburg. Sie hält Vorträge und gibt Gesundheits- und Haushaltskurse – auch in Schulen. Darin spricht sie über Themen rund um Ernährung, hauswirtschaftliche Tätigkeiten, wie man ein Haushaltsbuch führt und vieles mehr und sie lädt die Schülerinnen und Schüler auch mal auf einen Bauernhof ein.

Eine schwäbische Hausfrau musste schon immer rechnen können - aus Sparsamkeit oder wie heute aus dem Gedanken der Nachhaltigkeit.
Foto: Marcus Hofmann, stock.adobe.com

Das ist auch ganz im Sinne des bayerischen Kultusministeriums, welches das Bildungskonzept „Schule fürs Leben“ auf Anregung der Landfrauen des Bayerischen Bauernverbands als verpflichtende Projektwochen in diesem Schuljahr ganz neu eingeführt hat.

Lebensmittel, Gesundheit, Umwelt, Ernährung und Finanzen - alles im Blick

Quer durch alle Klassen und Schularten sollten die Schülerinnen und Schüler Alltagskompetenzen zur Herkunft und Verwendung von Lebensmitteln, Gesundheit, Umweltverhalten, Ernährung, Haushaltsführung, Verbraucherverhalten inklusive Finanzkompetenzen erlernen. „Da geht es nicht nur darum, ob und wie man Socken stopft, sondern zum Beispiel auch um den Energieverbrauch elektrischer Geräte, auch beim Whatsappen und Simsen“, erklärt Riedmüller die Kompetenzen moderner schwäbischer Hausfrauen und – jetzt auch -männer. In Coronazeiten steht außerdem das Thema Hygiene im Haushalt sehr weit vorne. Oder haben Sie schon mal daran gedacht, Türklingeln zu desinfizieren oder die Unterseite einer Handtasche?

Weitere Tricks für Küche & Co. gibt es hier.

Im Prinzip kennt Monika Riedmüller viele Kniffe und Tricks, die auch von so manchem Youtuber oder Influencer stammen könnten. Ihr Fazit als schwäbische Hausfrau: „Auch wenn man bewusst lebt und weniger Ressourcen verschwendet, kann man gut leben. Man muss nicht sparsam sein, sondern im Gegenteil: Manchmal macht es Sinn, gleich teurere Produkte zu kaufen, weil sie länger halten und damit nachhaltiger sind.“

Weitere Artikel aus der Verlagsbeilage "Typisch bayerisch, typisch schwäbisch" gibt es hier.

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