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Nicht wegschieben

Bild: Kai Remmers, tmn
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Wenn ein naher Angehöriger stirbt, ist das ein Schlag. Ein existenzieller Verlust, der psychische und körperliche Folgen haben kann.

„Die Trauerphase kann ein bis zwei Jahre dauern“, sagt Iris Hauth, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

Es kann aber auch sein, dass Betroffene in dem Prozess stecken bleiben und sich die Symptome sogar verschlimmern, erklärt Hauth. Experten sprechen dann von pathologischer Trauer, die auch zu einer Depression oder in eine Sucht führen kann. In der Regel beeinträchtigt sie in der pathologischen Form auch den Alltag und die Fähigkeit, sich neu zu binden.

Die Anzeichen frühzeitig zu erkennen, ist nicht so leicht. „Wer die Bedeutung des Angehörigen verleugnet, sollte das als Warnsignal nehmen“, sagt Hauth. Auch wenn man sich nach der Beerdigung in die Arbeit stürzt und etwa alle Formalitäten erledigt, kann das ein Zeichen sein. Gleiches gilt, wenn man Rituale – wie beispielsweise den Frühstückstisch für den Verstorbenen mit eindecken – partout nicht aufgibt oder man gar nicht zur Ruhe kommen und über das Geschehene nachdenken mag. Ein weiteres Warnsignal ist, den Verlust und den Umgang damit kleinzureden und zu bagatellisieren.

Bemerkt man solche Verhaltensweisen, sollte man innehalten, über das Geschehen nachdenken und am besten mit einem guten Freund oder nahen Angehörigen darüber sprechen, rät Hauth. Im Zweifel holt man sich professionelle Hilfe beim ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten. „Trauerarbeit ist Arbeit für die Psyche.“

Grundsätzlich kann Trauer kognitive Störungen wie Konzentrationsprobleme mit sich bringen. Sehnsucht, Einsamkeit, gefühlte Sinnlosigkeit, vielleicht auch Schuldgefühle machen Trauernden emotionale Probleme, ergänzt Hauth. Außerdem kann sie zu körperlichen Beschwerden wie Kreislaufproblemen führen. Nicht zuletzt neigen Trauernde dazu, sich abzukapseln. All das ist – in einem gewissen Rahmen – eine normale Reaktion. tmn

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