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Wandern in Deutschland wird immer beliebter

Bild: DPA

Freiburg (dpa) - Das Wandern wird nach Erkenntnissen des Deutschen Wanderverbandes immer beliebter. Der Trend zu verstärkten Freizeitaktivitäten im Freien habe in Deutschland zu einem Wanderboom geführt, sagte Verbandspräsident Hans-Ulrich Rauchfuß in Freiburg.

Jeder zweite Deutsche schnüre in seiner Freizeit die Wanderschuhe. Gleichzeitig werde das Image dieser Freizeitbeschäftigung besser: "Die Kniebundhose prägt nicht mehr das Bild." Der Wanderer von heute sei in moderner Multifunktionskleidung unterwegs.

Die wachsende Beliebtheit wirke sich auch auf den diesjährigen Deutschen Wandertag aus, sagte Rauchfuß. Er findet vom 5. bis zum 9. August in Freiburg statt. "Die Resonanz ist so groß wie selten zuvor." Erwartet werden zwischen 10 000 und 12 000 aktive Wanderer aus ganz Deutschland sowie 40 000 bis 50 000 Besucher. Es ist die 110. Ausgabe des Wandertags, der jedes Jahr in einer anderen Region Deutschlands veranstaltet wird.

"Nach Jahren der Flaute registrieren wir eine Trendwende", sagte der 60 Jahre alte Rauchfuß, der in Stuttgart als Arzt und Apotheker arbeitet und seit 2007 Präsident des Deutschen Wanderverbandes ist: "Wir stellen fest, dass es ein großes Bedürfnis nach Bewegung in der Natur gibt." In den 1980er und 90er Jahren sei Wandern bei vielen Menschen aus der Mode gekommen. Nun gehe die Entwicklung wieder in die andere Richtung. "Die Menschen wollen raus in die Natur und diese aktiv erleben." Für die steigende Nachfrage sorgten zudem ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein sowie der zunehmende Wunsch, sich in der Freizeit sportlich zu betätigen.

In Deutschland gebe es knapp 40 Millionen aktive Wanderer, sagte Rauchfuß. Dies habe die erste deutsche Wanderstudie ergeben, die vor vier Monaten veröffentlicht wurde. Vertreten seien alle Altersgruppen. "Wandern wird als aktives Wellness empfunden. Wanderer schätzen die Bewegung und Erholung in der Natur. Sie wollen etwas für ihre Gesundheit tun, Stille und Ruhe erleben und abschalten." Zur steigenden Beliebtheit beigetragen hätten auch Familien mit Kindern, die das Wandern als Gemeinschaftserlebnis schätzen und sich dabei wohl fühlten.

"Das Wandern hat sich auch zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt", sagte Rauchfuß, der auch Präsident des Schwäbischen Albvereins ist: "Wanderer tragen Geld ins Land." Profitieren würden vor allem ländliche und damit strukturschwache Regionen. Jährlich geben Wanderer der Wanderstudie zufolge 11,2 Milliarden Euro aus. Allein in den Wandergebieten würden dadurch 144 000 Arbeitsplätze geschaffen. Es profitiere der Tourismus ebenso wie die Gastronomie.

Nach Angaben von Rauchfuß haben allein die Wandervereine in Deutschland mehr als 200 000 Kilometer Wanderwege ausgeschildert. Hinzu kommen Wanderwege, die in kommunaler Regie angelegt und beschildert wurden.

Der Deutsche Wanderverband mit Sitz in Kassel vertritt die Interessen von 57 deutschen Gebietswandervereinen mit insgesamt 600 000 Mitgliedern. Die beiden größten Wandervereine sind in Baden- Württemberg: Es sind der in Stuttgart angesiedelte Schwäbischen Albverein und der Schwarzwaldverein mit Sitz in Freiburg.

Wandertag: www.deutscherwandertag2010.de

Jugendprogramm Wandertag: www.da-geht-was-2010.de

Verband: www.wanderverband.de

Organisatoren: www.schwarzwaldverein.de

Top Trails: www.top-trails-of-germany.de

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