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Schwabmünchen, Fischach und Augsburg

Radtour von Schwabmünchen über Fischach nach Augsburg: Radelnd meditieren

Auf der Radtour von Schwabmünchen über Fischach nach Augsburg können Sie einen Stopp im Naturfreibad Fischach machen.
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Auf der Radtour von Schwabmünchen über Fischach nach Augsburg können Sie einen Stopp im Naturfreibad Fischach machen.
Foto: Marcus Merk

Mit dem Fahrrad auf Radwegen alleine durch die Stauden? Die Radtour von Schwabmünchen über Fischach nach Augsburg macht zwar schwere Beine, aber auch enorm viel Spaß.

Der eine muss arbeiten, der andere lernen, dem Nächsten brennen schon bei dem Gedanken die Oberschenkel. Ich werde die rund 60 Kilometer also alleine durch die Stauden strampeln. Meditatives Radfahren, gibt es so was? Egal, ­eines ist klar: Es wird ein Abenteuer. Ich besitze weder Fahrradkarte, geschweige denn GPS-Gerät, kenne mich aber in der Umgebung einigermaßen aus. Und trotzdem ist bei einer Tour mit mir allein Verfahren immer inklusive. „Aber was macht das schon, die paar Kilometer mehr?“, denke ich mir – am Anfang . . .

Da sitze ich noch im Zug nach Schwabmünchen und ­bekomme einen Vorgeschmack darauf, wie schnell 30 ­Kilometer zurückgelegt werden können. Egal, ich bin ­alleine, kann das Tempo festlegen und anhalten, wann ich will. Zum Beispiel nach fünf Minuten auf dem Sattel, als ich am Schwabmünchner Schwimmbad vorbeiradle. Ab diesem ­Zeitpunkt freue ich mich auf das Naturfreibad in Fischach.

Die Radtour führt in Schwabmünchen vorbei am Schwimmbad

Entsprechend kräftiger trete ich in die Pedale, lasse das hübsch herausgeputzte Hiltenfingen hinter mir und bin stolz: Wenn alle öfter Fahrrad fahren würden, bräuchte sich die Gemeinde nicht für eine Umgehungsstraße starkmachen.

Dann wird es ruhiger. Nur noch Vogelgezwitscher und ­Bienengesumme. Wie können die Jogger und Walker nur mit Kopfhörern laufen, wenn die Natur hier die schönste ­Hintergrundmusik liefert?

Das Biotop Wertachheiden läutet den ruhigen Teil meiner Radtour ein. Einsam schlängelt sich der Weg vorbei an ­unzähligen Jägerständen. Zum Hochklettern bleibt keine Zeit beim Gedanken an die Restkilometer. Eine Lichtung kurz vor Kirch-Siebnach zerstreut alle großen Pläne. Auf ­einer ­Holzbank mache ich Pause und lasse mir die Brotzeit ­schmecken. Die Schmutterquelle westlich von Siebnach ­lasse ich links liegen – sie ist ausgeschildert, aber nicht ganz ­einfach zu finden.

Meditation auf den Radwegen: Wer hier fährt, ruht zwangsläufig in sich

Der Weg ist noch lang – es geht weiter. Offiziell verläuft der Stauden-Meditationsweg zwar in die andere Richtung, doch das stört die meditative Stimmung nicht: Wer über Traunried weiter nach Forsthofen, Erkhausen und Konradshofen auf den Spuren der Schmutter radelt, der ruht zwangsläufig in sich. Die Landschaft ist so schön, dass keine Zeit bleibt, sich Gedanken zu machen. In Konradshofen entdecke ich den „Landrat Dr. Karl Vogele Rundweg“ abseits der Straße. Der biegt rechts ab, ich muss links an Rehkitzen vorbei zurück in die Ortsmitte. Und dann dieser Berg. Zu steil für den Landrat, knackig auch für mich. Oben die Belohnung: Rielhofen liegt deutlich unterhalb, ich lasse es laufen.

Wer auf der Fahrradtour am Naturfreibad in Fischach nicht hält, ist selbst schuld

So fahre ich entspannt durch die „-hofens“ Siegertshofen, Tronetshofen und Willmatshofen bis zum Naturfreibad nach Fischach. Wer dort nicht anhält, ist selber schuld. Nach der Pause komme ich aus dem Tritt. Jetzt weiß ich, dass ich auf den ein oder anderen Umweg gerne verzichtet hätte. Aber egal, weiter, weiter, immer weiter.

Ich fahre durch Heimberg und wer grüßt dort ganz unerwartet? Das Anderl. „Es ist davon auszugehen, dass die Linie der Mozarts, die später das Musikgenie Wolfgang Amadeus hervorbrachte, hier in Heimberg ihren Ursprung hat“, heißt es auf einem Schild. Soso.

Dann wird es noch einmal anstrengend: Kleinster Gang, es geht rauf nach Reitenbuch. Die folgenden Kilometer durch Gessertshausen und Diedorf genieße ich und auch durch Steppach radelt es sich leicht. Doch dann heißt es Augen zu und durch. Die Meditation ist zu Ende, die Stadt hat mich wieder.