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Lauingen

11.05.2017

90 Millionen Euro: Das ist neu bei Deutz-Fahr

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3 Bilder
Das ist die neue Montagehalle Deutz-Fahr-Land am Ortsrand von Lauingen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Bei der Eröffnung ermöglicht der riesige Zugmaschinenhersteller in Lauingen einen Blick hinter die Kulissen.

Beeindruckend sieht sie aus, die Fassade der neuen Produktionshallen von Deutz-Fahr in Lauingen. Viele bestaunen sie auf dem Weg zur B16 – von außen. Was sich dahinter verbirgt, dazu äußerte sich der Mutterkonzern SDF bislang kaum.

Am Mittwoch fand nach Fertigstellung der Hallen Anfang 2016 die offizielle Eröffnung statt, dabei wurde dem Fachpublikum ein Blick hinter die glänzenden Fassaden gewährt. Die Journalisten besuchten auf der einen Seite das Deutz-Fahr-Land, dessen Bau rund 80 Millionen Euro gekostet hat – auf der anderen Straßenseite die Deutz-Fahr-Arena, dafür investierte SDF rund zehn Millionen Euro.

Was sich im Inneren abspielt, ist nicht weniger beeindruckend. Auf 42000 Quadratmetern Hallenfläche entsteht im Deutz-Fahr-Land ein Traktor nach dem anderen. Über Hunderte Meter verlaufen die Montagelinien. Mittig bewegt sich ein Förderband mit dem Grundteil der Zugmaschine, dem Antriebsstrang. Links und rechts davon führen zwei gefederte Förderbänder die Mitarbeiter im selben Tempo. So sollen ihre Rücken geschont und der Arbeitsprozess erleichtert werden. Außerdem sollen sie sich auf diese Weise ein paar Kilometer Laufweg sparen. Und das können bei einer Gesamtfläche von 150000 Quadratmetern Areal auch schon einmal zehn bis 15 Kilometer pro Tag sein, sagt der Geschäftsführer des italienischen Mutterkonzerns SDF, Andrea Paganelli. Ihm zufolge dauert es etwa 960 Minuten, bis ein Traktor die Montage durchlaufen hat und zum Ausliefern bereit ist.

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Erst durchläuft der Antriebsstrang die Montage, dann werden Kabel und Batterien angebracht. Die Kabine wird aus dem bisherigen Werk gegenüber der Straße angeliefert.

Gegen Ende wird die Motorhaube mit einem Vakuumsauggreifer aufgesetzt, dann folgen die Reifen, die einen Durchmesser von bis zu 2,35 Metern und ein Gewicht von etwa einer Tonne haben können. Zu guter Letzt kommt der Traktor auf den Prüfstand, wird durchgeschüttelt und steht dabei auch mal nur auf beiden Hinterreifen.

Bei derzeit etwa 50 Prozent Auslastung an der Montagelinie entstehen auf diese Weise bis zu 25 Traktoren am Tag. Im bisherigen Werk, den hellen Hallen in Rundbogenform, die noch hinter der neuen Deutz-Fahr-Arena hervorspitzeln, wurden einst rund 3500 Schlepper pro Jahr produziert. Nun sollen es 5000 bis 6000 Stück werden. Die Auslastung will Deutz-Fahr nach und nach steigern.

Während einzelne Gruppen die Montagehallen besuchen, wird gegenüber in der Deutz-Fahr-Arena das ganze Ausmaß der Aufregung deutlich. Dort tummeln sich Journalisten und Experten aus Italien, Griechenland, Spanien, Großbritannien, Rumänien, Belgien und vielen anderen Ländern, denn SDF exportiert weltweit.

Rund 871 Millionen Euro Umsatz hat SDF 2016 in Europa gemacht, weitere 160 Millionen in China, und auch im Rest der Welt erzielte der Konzern durch Export weitere 218 Millionen Euro. 63 Prozent des Umsatzes erwirtschaftete die Marke Deutz-Fahr.

SDF entschied sich 2013 dafür, das Lauinger Werk durch den Neubau aufzuwerten. Nicht nur die neuen Montagehallen sind aufsehenerregend, auch die Deutz-Fahr-Arena hat als eine Art Erlebnis-Kundenzentrum einiges zu bieten. Dort gibt es einen Kinosaal, eine Kinderspielzone und ein Museum, in dem zum Beispiel der Schlepper MTH 222 aus dem Jahr 1929 ausgestellt wird. Auch ein Shop gehört dazu, darin gibt es Gummistiefel, Polohemden und Spielzeugtraktoren. Demnächst sollen die Öffnungszeiten bekannt gegeben werden. Er wird auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Eigentlich ist die Arena aber als Kundenzentrum gedacht. In Zukunft werden Händler, die die SDF-Produkte verkaufen, ihre Kunden dorthin einladen. „Wir rechnen mit etwa 50 Besuchern pro Tag“, erzählt Marketing-Leiter Robert Bielesch. Die Gruppen bekommen dann ein Mittagessen und eine Werksführung. „Schon jetzt rennen die Händler uns mit Anfragen die Tür ein“, sagt Bielesch.

Auch die Mitarbeiter halten sich gern in den neuen Räumen auf und wollen dort in Zukunft ihre Kunden betreuen. „Wir sind alle ganz euphorisch, wir finden es toll, dass hier ein neues Werk gebaut worden ist, das hätte schließlich auch irgendwo anders der Fall sein können“, erzählt Marketing-Mitarbeiter Alexander Hörmann aus Günzburg. Derzeit arbeiten in Lauingen rund 750 Menschen für SDF. Für die Führungen und Kundenbetreuung soll diese Zahl im Juni aufgestockt werden.

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