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Vandalismus

26.07.2010

Abiturstreiche am Wertinger Gymnasium verboten

Die alte Tafel des Wertinger Gymnasiums.
2 Bilder
Die alte Tafel des Wertinger Gymnasiums.
Bild: Wiedenmann Philipp

Die Schulleiterin hat am Wertinger Gymnasium die traditionellen Abiturstreiche am Gymnasium verboten. Die Schüler demonstrierten. Dann wurde auch noch eingebrochen. Von Erich Wandschneider

Die Unruhe um die Abitur-Generation 2010 hört im Wertinger

Gymnasium

nicht auf. Wie dieser Tage bekannt wurde, hat die Schulleiterin

Eva Focht-Schmidt

die traditionellen

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Abiturstreiche

am

Gymnasium

verboten.

Folge des Vandalismus beim Fest der Abiturienten

Im Gespräch mit der Wertinger Zeitung begründete sie diesen Schritt mit den Vorfällen beim Weiß-Blauen Fest der Abiturienten im TSV-Heim am Judenberg. Dort hatten am 11./12 Juni Gäste der Veranstalter 120 Maßkrüge zertrümmert, Toilettentüren eingetreten und versucht, Heizkörper aus der Wand zu reißen. Es soll sich bei den Vandalen nicht um 2010er Abiturienten gehandelt haben, sondern um Gäste aus früheren Abiturjahrgängen.

Dieses aus dem Ruder gelaufene Fest mit einem Schaden von gut 1500 Euro führte dazu, dass der TSV Wertingen sein Gebäude künftig nicht mehr für Schülerfeste vermieten wird. Konsequenzen zog auch die Leitung des Gymnasiums: "Keine Abitur-Streiche in den schulischen Einrichtungen", so Focht.

Die Schulleiterin wies darauf hin, dass die Abiturienten des Jahrgangs 2010 rechtlich gesehen keine Schüler des Gymnasiums mehr sind. Der Vandalismus bei der Blau-Weißen Party stehe nicht mit der Schule in Verbindung. Es war ein außerschulisches Fest.

"Wir wollen eine klare Abgrenzung. Wir haben den Abiturienten 2010 am 25. Juni ihre Zeugnisse übergeben und damit sind sie keine Schüler unseres Gymnasiums mehr. Jeder Abistreich wäre also eine Handlung schulfremder Personen", so Eva Focht.

Demo gegen das Verbot

Wie erst jetzt bekannt wurde, wollten sich Schüler gegen das Verbot der Abiturstreiche zur Wehr setzen. Eine Informantin aus Schülerkreisen (Namen ist der Redaktion bekannt) informierte die Wertinger Zeitung davon, dass am vergangenen Dienstag zur zweiten Pause "über 1 000 Schüler" zu einer Demonstration gegen das Verbot zusammengekommen seien.

Wörtlich heißt es in der Mail an die Adresse der WZ: "Um 11.30 Uhr hatten die diesjährigen Abiturienten einen friedlichen Aufstand organisiert. Die ganze Schülerschaft wollte zehn Minuten durch das Schulhaus ziehen und rief für einen Abistreich: "Wir wollen wieder einen Abistreich! Hey! Hey! Hey!"

Am Sekretariat wurde die Versammlung nach den Angaben der Informantin von einigen Lehrern und der Direktorin abgefangen und "kompromisslos" in die Klassenzimmer zurückgeschickt. Die Schulleiterin Eva Focht stellte den "friedlichen Aufstand" gestern im Gespräch mit der WZ anders dar: "Die Zahl 1000 ist weit übertrieben, das waren ein paar verschreckte Hanseln". Eva Focht meinte, in der Pause seien die Schüler natürlich im Pausenhof, da sie ja Pause hätten. Es seien keine Schüler beteiligt gewesen, da diese ja alle wieder im Unterricht gewesen seien. "Da waren nicht mehr als 50 nicht der Schule zugehörende Personen und definitiv keine derzeitigen Schüler!"

Eva Focht verwies auch in diesem Zusammenhang darauf, dass die ausgeschiedenen Abiturienten keine Angehörigen der Schule mehr seien.

Schmierereien

In der Nacht zum Samstag drangen ein oder mehrere unbekannte Täter ins Gymnasium ein und verschmierten den Fußboden mit schwarzem Lackspray. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit dem Verbot der Abiturstreiche. Es war nämlich der Vorname der Schulleiterin - Eva - genannt. Die Schulleiterin Eva Focht betonte am Montag jedoch: "Der Zusammenhang ist nicht bewiesen. Gleich am Anfang - als man die Schmierereien entdeckte - schien sich so ein Zusammenhang aufzudrängen - aber ich würde jetzt keinen solchen Zusammenhang mehr herstellen!" Eva Focht gab an, sie wisse nicht, welche Sprüche gesprüht worden seien - und die Schmierereien seien auch bereits entfernt worden. Von Erich Wandschneider

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