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27.01.2020

Aktion gegen Straße durch das Donauried

Bund Naturschutz plant eine Podiumsdiskussion

Der umstrittene Ausbau der Ortsverbindungsstraße PfaffenhofenDonaumünster war Thema eines gemeinsamen Treffens der Kreisgruppen Dillingen und Donauries im Bund Naturschutz in Buttenwiesen. Gemeinderat Gernot Hartwig referierte in seiner Funktion als Vorsitzender der Ortsgruppe des Bund Naturschutz über „Umweltzerstörung durch falsche Zuschüsse für kommunalen Straßenbau“. Er stellte die Planungen der Straße vor: „Unstrittig ist, das Sträßchen muss gerichtet werden.“ Nicht zeitgemäß sei aber der zu breit geplante Ausbau für den geringen Verkehr in einem so hochwertigen naturnahen Gebiet. Er wies auf die Barriere für Tier- und Pflanzenwelt, die Kosten und den Klimawandel hin: „Statt die Verkehrswende im Blick zu haben, wird aus einer jetzt sechs Meter breiten Straße später, mit Böschungen und Entwässerungsmulde, eine circa 18 Meter breite Barriere.“

Millionen für Naturerhalt und Wiesenbrüter fließen ins Ried, und dann fördere die gleiche Regierung von Schwaben im gleichen Gebiet wieder mit Millionen die Naturzerstörung. Hartwig prangerte eine „falsche Förderpraxis“ an, die dazu führe, dass die Straße lieber breit ausgebaut werde, weil es dafür staatliche Zuschüsse gibt. Wenn die Gemeinde Buttenwiesen hingegen die Straße in ihrem jetzigen Bestand saniere, müsse sie dies zu großen Teilen selbst bezahlen.

Heidi Terpoorten, Kreisrätin der Grünen im Landkreis Dillingen und Vorsitzende der Bund Naturschutz-Kreisgruppe sagte: „Zahlen müssen ja immer wir Bürger alles. Und eine breitere Straße ist schon beim Bau und auch später beim Unterhalt und Winterdienst teurer. Darum schlagen wir vom Bund Naturschutz vor, dass die Zuschüsse nicht automatisch mit den Baukosten mitwachsen, sondern umso höher werden, je ökologischer und preisgünstiger der Straßenbau wird. Das muss schon bei der Planung beginnen!“

Beim Betrachten der ausliegenden Pläne wurde ein Rettinger Bürger stutzig, weil auf Tapfheimer Flur sehr von der jetzigen Trasse abgewichen wird. Auf Nachfrage erklärte Alexander Helber, Vorsitzender der Bund-Kreisgruppe Donauries, dass derzeit das wasserrechtliche Verfahren bearbeitet werde. „Im Hochwasserfall ändern sich die Wassertiefendifferenzen. Das heißt, manche Flurstücke werden mehr vernässt als jetzt, manche auch trockener. Die Grundstücksbesitzer sollten sich da genau informieren.“ Spontan wurde eine Podiumsveranstaltung mit dem Titel: „Straßenwahnsinn im Donauried“ beschlossen. (pm)

am Mittwoch, 4. März, 19 Uhr, im Gasthaus „Grenz“ in Tapfheim. Mit dabei sein sollen Bürgermeister von Tapfheim und Buttenwiesen, ein Landwirt, Anwohner, Naturschützer und „Fridays for Future“.

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