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Buttenwiesen

13.10.2020

Auf Umwegen durch Buttenwiesen

Eine zusätzliche Zufahrt über einen befestigten Weg entlang des Bahndamms sicherte zu allen Zeiten den Zugang zum Parkplatz bei der Buttenwiesener Kirche. Von dort konnten die Patienten stets – manchmal auch nur durch einen Spalt – die Straße überqueren und so zur Arztpraxis und in die Apotheke kommen.

Plus In Buttenwiesen wird derzeit die Ortsdurchfahrt saniert. Wie die große Gemeinschaftspraxis in der Dorfmitte mit den Beeinträchtigungen umgeht, wie lange die Arbeiten noch andauern und wie Autofahrer durchkommen.

Zu Anfang hatte er „große Sorgen“. Der Buttenwiesener Allgemeinmediziner Dr. Kurt Michl gibt zu, dass er sehr skeptisch der Sanierung der Ortsdurchfahrt entgegengeblickt hatte. Die Praxis – er und vier weitere Kollegen – mitten drin im ersten Bauabschnitt der Straßensanierung. Wie sollte das gehen? Es geht. Manches besser, anderes schlechter. Das liegt daran, dass zur Straßensanierung ganz andere unvorhergesehene Komplikationen dazu kamen.

Kürzlich wurde vonseiten des Landratsamtes die Buttenwiesener Sperrung bis Ende Dezember verlängert. „Alles im Plan“, sagt Bürgermeister Hans Kaltner und umreißt die Sanierung der Ortsdurchfahrt in den kommenden Monaten und Jahren. „Mit der Baumaßnahme liegen wir top in der Zeit“, sagt der Buttenwiesener Bürgermeister auf Anfrage unserer Zeitung. Er zeigt sich sehr zufrieden mit Firmen und Arbeitsfortschritten. Kaltner zählt auf, was er bereits als erledigt abhaken kann: die Wasserleitungen von der Kirche bis zur Einmündung in die Pfaffenhofener Straße – einschließlich aller Hausanschlüsse – sowie die Hauptleitung weiter bis zum Rodelweg. „Gleiches gilt für die Fernwärme.“

Jetzt liegt der Fokus zunächst auf dem Kanal. Laut Kaltner habe man entdeckt, dass die alten Rohre auf einer Länge von 40 Metern gerissen seien. Der Bürgermeister vermutet, dass das bereits beim Einbau vor 60 Jahren durch unsachgemäßes Verdichten der Oberfläche passiert sei. Jetzt müssten diese alten Rohre raus. „Da gibt’s keine Diskussion, wenn künftig was passiert, müssten wir die neue Straße aufreißen.“

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Erst nach der Kanalreparatur kann es dann weitergehen – mit Wasserleitungen und Fernwärme in Richtung Pfaffenhofen und den restlichen Arbeiten in Richtung Rodelweg. Wenn alles so glatt wie bisher läuft, kommt Mitte Dezember eine provisorische Asphaltschicht auf die Straßen. „Über den Winter können dann erst mal alle wieder darauf fahren“, so Kaltner. Und auch die große Buttenwiesener Gemeinschaftspraxis wieder ungehindert erreichen.

Zum Erstaunen von Dr. Michl hat hier bisher alles relativ gut geklappt. Von allen Seiten sind Umleitungen und die Zufahrt zu der Praxis ausgeschildert. Entlang des Bahndamms wurde bereits im Vorfeld eigens ein Weg befestigt, der jetzt im Einbahnsystem als direkte Zufahrt zum Parkplatz bei der Kirche dient, der direkt gegenüber der Arztpraxis liegt. „Wenn’s so weiter geht, dass wir gegenseitig unsere Probleme sehen und beachten, dann mache ich mir keine Sorgen“, sagt Kurt Michl. Arzt und Apotheker hatten in den ersten Wochen der Sanierungsmaßnahmen regelmäßig an den wöchentlichen Baubesprechungen teilgenommen. Denn auch Bürgermeister Kaltner war klar: „Hier muss man immer hinkommen.“ So wurde der Bereich zu einer Nahtstelle der Baumaßnahme.

300 bis 600 Patienten besuchen täglich die Buttenwiesener Gemeinschaftspraxis. Und – was vorher niemand ahnen konnte – mit Corona kam eine zusätzliche große Herausforderung auf die Praxis zu. „Wir haben unsere Praxis total umstrukturiert“, erklärt Kurt Michl. Zeitgleich laufen derzeit stets zwei Sprechstunden. „Alle Infektpatienten trennen wir von den restlichen Patienten komplett ab.“ Alle Infektpatienten kommen demnach durch die Hintertür, müssen oftmals im Auto warten. Der Rest kann entweder vor der Praxis oder der Kirche parken.


Der kritischste Moment der Baumaßnahmen liegt bereits hinter ihnen, erzählt der 73-jährige Arzt, als nämlich direkt vor der Praxis gebaut wurde. „Ein kleiner Spalt zum Überqueren der Straße blieb immer offen“, schaut er zufrieden zurück.

Auch auf die Geschäfte habe man immer ein Auge, erklärt Bürgermeister Hans Kaltner. „Wir schauen, dass wir immer eine Möglichkeit schaffen, dass Kunden noch irgendwie hinkommen, manchmal natürlich mit Einschränkungen.“ Bereits im Vorfeld hatte Kaltner viele Gespräche mit den Geschäftsleuten geführt. Und auch die Bushaltestellen mussten und müssen der jeweiligen Situation angepasst werden.

Im zweiten Bauabschnitt wird die Straße vom Gasthaus Mengele bis zum Blumengeschäft Passiflora saniert, Bauabschnitt drei schließlich geht vom Gasthaus Mengele bis zur Kirche. Im Frühjahr – Kaltner hofft, dass die Witterung einen Start im März zulässt – wird allerdings zunächst der erste Bauabschnitt beendet, die alte Straße komplett rausgerissen und eine neue gebaut. „In Abschnitten werden wir nochmals für ein halbes Jahr sperren müssen“, schätzt der Bürgermeister. Für die folgenden Bauabschnitte rechnet er ebenfalls jeweils mit rund einem Jahr Bauzeit.

Die gute Nachricht: Für den überörtlichen Verkehr wird es in keiner Phase großflächige Umleitungen geben. Die ausgeschilderten Umwege führen stets durch den Ort und die Ortsteile von Buttenwiesen.

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