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Wertingen

22.06.2017

Blitz legt Wertinger Badebetrieb lahm

Wertingens Schwimmmeisterin Silke Schirrmacher freut sich, als zumindest eine Pumpe wieder läuft.

Ein Gewitter zog am Mittwochabend über das Zusamtal. Die Gäste konnten das Bad rechtzeitig verlassen. Die Technik hat darunter gelitten.

Als Silke Schirrmacher am Donnerstagfrüh kurz nach halb acht die Tür zum Wertinger Freibadgelände passiert, merkt sie bereits: Irgendetwas stimmt nicht. „Es war so ruhig, das Rauschen des Meeres fehlte.“ Wie Meeresrauschen empfindet die 32-jährige Schwimmmeisterin des Wertinger Freibads nämlich das durchgängige Rauschen des Wasserkreislaufes. Und das hatte gestoppt. Geradewegs läuft sie in den Technikraum und erkennt, dass die Pumpen ausgesetzt haben. Ihr erster Gedanke geht zurück an den Abend vorher, als ein Gewitter über Wertingen zog. Ein Blitz hatte scheinbar in den Tech-nikraum des Freibads eingeschlagen und den Wasserkreislauf lahmgelegt.

Als gegen 10 Uhr die ersten gut 30 Badegäste am Wertinger Judenberg eintreffen, steht Silke Schirrmacher selbst mit am Eingang. Sie erklärt, bietet ein Verweilen am Kiosk an und bittet später auch die wartenden Kindergartenkinder auf das Gelände – allerdings mit dem Verbot, ins Wasser zu gehen. „Wir machten erst mal Brotzeit und vergnügten uns an den Spielgeräten“, erzählt Erzieherin Kerstin Panitz. Gegen 10.30 Uhr taucht dann der Service-Techniker auf. Gemeinsam mit Silke Schirrmacher gelingt es ihm, zumindest eine der beiden Pumpen wieder zum Laufen zu bringen. Gegen 11 Uhr kann die 32-Jährige an diesem heißen Tag endlich den ersten Sprung ins kühle Nass erlauben. Einige der Besucher hatten geduldig ausgeharrt, andere waren gefahren.

Das Wasserrauschen erfüllt endlich die Luft, auch die Jungs und Mädchen des Montessori-Kinderhauses hüpfen freudig ins Kinderbecken. Dessen Reinigung läuft zwar unabhängig vom großen Becken, doch arbeitet die Stromversorgung der Pumpen über eine gemeinsame Steuerung, die aus Sicherheitsgründen bei Problemen sofort stoppt. Eine der Pumpen konnte relativ schnell repariert werden, die andere muss laut Schirrmacher vermutlich gewechselt oder aufwendig repariert werden. Die Pumpen ermöglichen, dass das Wasser über den Beckenrand und anschließend über einen Mehrschichtfilter läuft, der das Wasser – unter anderem mit Chlor – aufbereitet.

Erst einmal kann Silke Schirrmacher aufatmen. Allerdings weiß sie, dass mit einer einzigen Pumpe jeder Ersatz fehlt, sollte diese einmal aussetzen. Doch die Fachangestellte für Bäderbetriebe – so ihr offizieller Titel – blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. Nach einem regnerischen Saisonauftakt mit wenigen Badegästen hatten in den vergangenen Tagen und Wochen täglich rund 1500 Badegäste das weitläufige Gelände besucht. Die Sonne lockte sie auf die grünen und auch schattigen Liegeflächen und ins Wasser. Während die 32-Jährige gewöhnlich die Gäste gegen 19.45 Uhr bittet, das Wasser zu verlassen, hatte sie das am Mittwochabend bereits gegen 19.30 Uhr gemacht. Dann nämlich, als sie die ersten Blitze am Himmel wahrnahm. „Wasser, Edelstahl und hohe Bäume mögen Blitze besonders gerne“, weiß Schirrmacher. Alle Gäste konnten so rechtzeitig das Bad verlassen und den Blitzen entkommen, bevor das Gewitter richtig einsetzte. Die Technik dagegen hat’s an diesem Abend nicht ganz unbeschadet überstanden.

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