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Donauried

11.04.2012

Bund kritisiert geplanten Ausbau der Staatsstraße 2033

Der Bund Naturschutz kritisiert den geplanten Ausbau der Staatsstraße 2033 und die Bildung eines neuen Verkehrsknotenpunktes im Donauried.

Negative Auswirkungen und Zerschneidung des Naturgebietes befürchtet

Binswangen/Höchstädt Der Bund Naturschutz (BN) kritisiert den geplanten Ausbau des Knotenpunktes Binswangen-Höchstädt der Staatsstraße 2033. Denn hierdurch würden nur Probleme geschaffen und keine gelöst. Insbesondere seien negative Auswirkungen für den Naturhaushalt des betroffenen Gebietes und für die Bewohner der Stadt Höchstädt zu erwarten.

„Der Vorschlag des Staatlichen Bauamtes Krumbach, den Knotenpunkt Binswangen-Höchstädt mit einem Kreisverkehr auszubauen, damit mehr Verkehr in Richtung Höchstädt gelenkt wird, kann nur als Schildbürgerstreich verstanden werden“, erklärt BN-Kreisvorsitzender Dieter Leippert. Denn hierdurch würde der bisher mäßige Verkehr in der Höchstädter Herzogin-Anna-Straße zur echten Verkehrsbelastung anschwellen.

Die verkehrliche Situation in Höchstädt sei dem Staatlichen Bauamt Krumbach bekannt. „Deshalb fragen wir uns, ob hier vielleicht nicht absichtlich die Verkehrssituation in Höchstädt verschärft werden soll“, so Leippert. Einen Sinn würde es durchaus ergeben, denn bisher sei die Mehrheit des Höchstädter Stadtrates gegenüber dem Neubauvorschlag einer teuren Ostspange, die die Staatsstraße 2033 mit der Bundesstraße 16 verbinden würde, eher kritisch eingestellt gewesen. Unter dem Damoklesschwert des drohenden Verkehrskollapses würde sich sicherlich eine Stadtratsmehrheit für diese bisher unsinnige Straße finden lassen, meint Leippert.

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Zudem gewinne man leider den Eindruck, dass dem Staatlichen Bauamt Krumbach die nötige Sensibilität für die Verletzbarkeit des Naturhaushaltes in diesem Gebiet fehle.

Dies zeige auch der Vorschlag zum Ausbau des Knotenpunktes Binswangen-Höchstädt. Denn die Staatsstraße 2033 zwischen Binswangen und Höchstädt zerschneide einen der bedeutsamsten europäischen Naturräume für den Erhalt der Biodiversität. „Bereits heute sind die negativen Auswirkungen für das Donauried und den Donau-Auwald durch die bestehende Staatsstraße 2033 zwischen Binswangen und Höchstädt sehr massiv“, erläuterte Leippert. Durch die mit dem Ausbau des Knotenpunktes Binswangen-Höchstädt beabsichtigte Verkehrssteigerung nehme die Zerschneidungswirkung dieser Straße erheblich zu.

Artenschutzrechtliche Prüfung angesagt

Deshalb sei davon auszugehen, dass eine fachlich ordentlich durchgeführte artenschutzrechtliche Prüfung (saP) sowie FFH-Verträglichkeitsprüfung (FFH = Flora-Fauna-Habitat) das Ausbauvorhaben mit den Zielen und Verboten des Bundesnaturschutzgesetzes und der europäischen FFH-Richtlinie für nicht vereinbar befinden werde. Hierbei müsse entsprechend den europäischen und nationalen naturschutzrechtlichen Vorgaben der gesamte Straßenabschnitt zwischen Binswangen und Höchstädt untersucht werden. „Als Anwalt der Natur werden wir auf jeden Fall darauf achten, dass diese Untersuchungen vollständig und ordentlich durchgeführt werden“, erklärte Leippert. (pm)

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