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WZ-Serie

24.02.2017

Das Gerät, das den Funken überspringen ließ

Heinz Maxzin mit dem Funkeninduktor im Wertinger Radiomuseum. Neben ihm ein Bild von Hans Wald, der ihn zum Sammeln von Radios brachte.
Bild: Reif

Heinz Maxzin wusste vor vielen Jahren nicht, was ein Funkeninduktor war. Heute ist er sein Lieblingsstück

In einer Serie stellen Museumsmitarbeiter in der Region ihre Lieblingsobjekte vor. Dies führt uns heute ins Wertinger Radiomuseum.

Als Heinz Maxzin irgendwann in den Siebzigern über einen Flohmarkt schlenderte, fiel ihm ein merkwürdig aussehendes, klobiges Gerät auf. Ein Funkeninduktor, eine breite schwarze Röhre mit zwei oben angebrachten Spulen. „Ich hatte zunächst keine Ahnung, was das sein sollte“, sagt Maxzin. Er kaufte es dennoch für ein paar Mark.

Doch der heute pensionierte Mathe- und Physiklehrer machte sich in der Fachliteratur schlau. Dort erfuhr er, dass mit dem Funkeninduktor der Physiker Heinrich Hertz im Jahr 1888 die elektromagnetischen Wellen nachweisen konnte. Er fing anschließend an, sich mit der Biografie von Hertz zu beschäftigen. „Das hat mich alles fasziniert“, sagt Maxzin.

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Der Funkeninduktor funktioniert laut der Erklärung Maxzins so: Ein Stromkreis wird einseitig erzeugt. Also hat eine Spule Strom, die andere nicht. Durch das physikalische Gesetz der Induktion geschieht ein Ausgleich der Energie mit der anderen Spule, ohne dass sie über eine Leitung miteinander verbunden sind – der Funke springt im wahrsten Sinne über. Dabei werden auch elektromagnetische Wellen verbreitet. Diese Entdeckung ermöglichte die gesamte Funk- und Nachrichtentechnik.

Der 77-Jährige weiß heute auch viel über die Geschichte des Geräts. Erfunden wurde er laut Maxzin im Jahr 1851. Die wissenschaftliche Basis kam von dem berühmten britischen Physiker Michael Faraday. Dessen Arbeiten waren auch grundlegend für den Faraday’schen Käfig, mit dem es im Deutschen Museum in München regelmäßig spektakuläre Vorführungen mit Blitz und Knall gibt.

Doch auch der Funkeninduktor, den Maxzin problemlos mit einer Hand halten kann, ist in Sachen Schauwert ein Hingucker. Der optische Effekt des Funkenübersprungs ist es auch, den Maxzin so an dem Gerät schätzt. Wenn er diesen den Besuchern des Radiomuseums vorführt, sorge das jedes Mal für freudiges Erstaunen bei den Zuschauern. „Das macht immer viel Spaß, das Gerät vorzuführen“, sagt Maxzin.

Noch heute funktioniert das Gerät, dass den Physiklehrer viele Jahre begleitet hat und er heute sein liebstes Ausstellungsstück nennt. Heute ist es eine Dauerleihgabe an das Radiomuseum.

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