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Wertingen

04.07.2019

Das Trauerspiel von Gottmannshofen

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Dieses bizarre Konstrukt steht seit Monaten in Gottmannshofen herum. Der Verteilerkasten der Telekom wurde schon im Winter von einem Fahrzeug beschädigt und seitdem nicht repariert. Eine solidere Abdeckung wurde von der verantwortlichen Telekom erst auf Nachdruck angebracht, wie es aus der Stadtverwaltung heißt.
Bild: Reif

Plus Seit Monaten ist ein Telefon-Verteilerkasten im Wertinger Stadtteil kaputt. Zuständig ist die Telekom – doch die führt nur dürftige Arbeiten durch. In der Stadtverwaltung ist man ratlos, bei Anwohnern wächst der Ärger.

Wer die Wertinger Kernstadt mit dem Auto Richtung Hohenreichen verlässt, dem bietet sich zu seiner Rechten ein interessanter Anblick. In Gottmannshofen, an der Einmündung zur Alten Straße, befindet sich ein wüstes Gebilde mit einer blauen Abdeckplane, die mit einigen Europaletten fixiert ist. Das Ganze ist offensichtlich ein Provisorium. Doch Eines, das nun schon seit einem halben Jahr nicht nur den Anwohnern ein ästhetisches Problem ist. Manuel Gillich von der Stadtverwaltung sagt dazu: „Es ist ein Trauerspiel.“ Eines, für das allerdings nicht die Stadt verantwortlich sei, sondern die Telekom.

Es ist ein leicht bizarres Stück in mehreren Akten, das sich in dem Wertinger Ortsteil abspielt. Um die Jahreswende herum rammt ein größeres Fahrzeug den Verteilerkasten, wahrscheinlich bei einem Wendeversuch. Zum genauen Datum haben unsere Redaktion verschiedene Versionen erreicht, ebenso zu den Unfallverursachern. Bei der Polizeistation Wertingen ist man sich heute über die genauen Umstände nicht mehr im Klaren, da der Verursacher und die Telekom sich unbürokratisch geeinigt hätten.

Der Verteilerkasten in Gottmannshofen wird einfach nicht repariert

Am Verteilerkasten ist nun die Vordertüre beschädigt. Das Innenleben bleibt jedoch intakt. Die Telekom lässt sich jedoch Zeit, erst einmal passiert gar nichts. Der Verteilerkasten wird nicht einmal notdürftig geschlossen. Für jeden offen zugänglich, scheint die Sonne nun auf die Verkabelung, die für zahlreiche Gottmannshofener den Zugang zu Telefon und Internet bedeutet.

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Manuel Gillich nimmt nach eigener Aussage am 13. Februar Kontakt mit der Telekom auf und bittet darum, dass die Reparaturen in die Wege geleitet werden. Schließlich hätte jeder völlig ungehindert Kabel ein- und ausstecken und damit ein enormes Chaos anrichten können. Daraufhin lässt die Telekom den Kasten mit einer Plane zudecken. Diese ist aber so locker angebracht, dass sie vom Wind weggeweht wird. Mehrfach.

Bei der Stadt und zahlreichen Bürgern regt sich nun der Unmut. Manuell Gillich kontaktiert wieder die Telekom und wird kreuz und quer durch den Betrieb verbunden, wie er sagt. Mehrere Stunden und etliche Gespräche später sei ihm dann mitgeteilt worden, dass es für die beschädigte Tür noch kein Ersatzteil gebe. Dieses sei allerdings bestellt, die Reparatur werde dann zeitnah stattfinden.

Mittlerweile geht es da allerdings schon auf den 1. Mai und die Freinacht zu. „Wenn das da noch frei zugänglich herumgestanden wäre, hätte sicher irgendjemand etwas angestellt“, sagt Gillich. Am 30. April verschwindet der Verteilerkasten unter einer Plane, die dieses Mal zusätzlich mit einem Konstrukt aus Europaletten gesichert wird.

Nur notdürftige Arbeiten von der Telekom

So ist der Zustand bis heute. Weiterhin hat Manuel Gillich von der Telekom nichts Weiteres gehört. Er weiß um den Unmut der Bürger, doch der Stadt seien die Hände gebunden.

Nach Informationen unserer Zeitung gibt es auch Probleme bei Bürgern in der Nähe, die einen Vertrag mit einem anderen Anbieter als der Telekom abschließen möchten. Ein Leser teilt mit, dass er, seit Monaten nur, das – immer selbe Schreiben – bekomme: Aufgrund technischer Defekte könne sein Anschluss nicht eingerichtet werden. Er sei wütend darüber, dass die Telekom „machen kann, was sie will“.

Bis Redaktionsschluss kam auf eine Anfrage unserer Zeitung keine eigene Stellungnahme zu dem Zustand des Verteilerkastens vonseiten der Telekom.

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