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Jubiläum

09.10.2017

Der Hölle Rache

Ingeborg Purucker am Klavier
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Ingeborg Purucker am Klavier

Der Wertinger Kunstkanal feiert Fünfjähriges und schickt zwei besondere Damen auf die Bühne. Wie „Primadonna Furiosa“ untreuen Männern den Garaus macht

Enttäuschung, Verzweiflung, Entsetzen, Rache! Ein Herr der Schöpfung macht zwei Damen gleichzeitig den Hof – sie lösen das Problem auf ihre Weise. Die Geschichten um geprellte Gefühle sind bekannt: Das Beste was die große Opernbühne zu diesem Thema zu bieten hat, spielt sich am Samstagabend in temperamentvollen, kurzweiligen Persiflagen im Schloss-Festsaal ab. Ursula Maria Echl (Mezzosopran) und Carola Bach (Sopran) lassen es krachen und kosten die Schlager aus „Figaros Hochzeit“ , aus dem „Barbier von Sevilla“ oder den „Lustigen Weibern von Windsor“ genüsslich aus. Mit Witz und Übermut machen sie ihren Jubiläumsgästen eineinhalb Stunden Laune – so einen ausgelassenen Abend, und diesen in wunderbar professioneller Sangesqualität, hat Wertingen lange nicht erlebt.

Der Schalk sitzt den beiden, die als „Primadonna Furiosa“ Arien von „charmant bis Grant“ zum besten geben, gehörig im Nacken. Das über die Jahrhunderte immer wieder bestätigte Motto „Von den heut´gen Männern ist doch keiner etwas wert“ – siehe Albert Lortzings Irmentrautbarcarole aus „Der Waffenschmied“ – zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend, der mit rund hundert Zuhörer(innen) denn auch mit vielen interessierten Damen besetzt ist. Dieser Arienabend ist wie ein Geschenk von Ursula Maria Echl zum fünfjährigen Jubiläum des Wertinger KunstKanals, der Kunstschule KuK, die sie zusammen mit Barbara Mahler und Burga Endhardt gegründet hat.

Ursula Maria Echl, die Gesang und Klavier studiert hat und im KuK unterrichtet, hat sich für den Arien-Abend ihre Künstlerfreundinnen Carola Bach, als studierte Sängerin festes Ensemblemitglied im Augsburger Stadttheater, und die Pianistin Ingeborg Purucker ins Haus geholt. Purucker ist in Wertingen keine Unbekannte. Schon mehrfach stand die Lehrerin für Gesang und Chor hier als begleitende Pianistin oder als Sängerin an der Seite von Echl. Carola Bach, die sich in der Kirchenmusik, aber auch im Konzert- und Liedgesang in Augsburg und Umgebung einen Namen gemacht hat, erweist sich wie Echl als stimmgewaltige Sängerin, die es wunderbar versteht, die Szenen zu parodieren. Auch Ursula Maria Echl stehen diese Rollen bestens: der gebürtigen Österreicherin kommt ihr komisches Talent und ihr landestypischer Charme zugute, mit dem sie ihre Wertinger Zuhörer umgarnt.

Auch Bürgermeister Willy Lehmeier weiß die Initiative am KunstKanal zu schätzen. Bei der Eröffnung der dreitägigen Veranstaltungsreihe spricht er von einer „kleinen, aber feinen Künstlerkolonie“, die in Wertingen vor fünf Jahren am Zusamkanal entstanden sei. Der Bürgermeister zählt zur Kolonie auch weitere Zugehörige wie die Glaskunst von Claudia Reining-Hopp oder Steinkunst von Ulrich Kempter sowie das Atelier von Ursula Geggerle-Lingg mit Malerei und Keramik. (mit bäs)

"Siehe auch Bericht Seite 27

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