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Lauterbach

13.07.2015

Der Kleinste fängt den größten Fisch

Niklas Bestle aus Gottmannshofen, der im Fischereiverein Binswangen aktiv ist, holte den größten Fisch und wurde somit Schwäbischer Jungfischerkönig. Er hatte einen 14 Kilo schweren Karpfen gefangen. Bild: Walburg

Schwäbische Fischerjugend:  400 Anglerfreunde übten sich in verschiedenen Disziplinen. Großes Zeltlager in Lauterbach

Illemad/Lauterbach Schon von Weitem war am vergangenen Wochenende die imposante Zeltstadt der Schwäbischen Fischerjugend rund um die Riedblickhalle zu sehen.

Rund 400 Fischer, davon 250 Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren, waren aus 30 Vereinen zur Qualifizierungsveranstaltung für den Schwäbischen Jungfischerkönig in Lauterbach gekommen. Ausgewählt wurden der Schwäbische Jungfischerkönig und die vier besten Jungfischer.

Landrat Leo Schrell lobte in seinem Grußwort „die Bereitschaft der Fischergilde Illemad-Lauterbach den Jugendfischereitag mit dem traditionellen Königsfischen an der Donau auszurichten.“ Als Zeichen der Anerkennung überbrachte er einen Scheck. Bürgermeister Norbert Beutmüller aus Buttenwiesen freute sich über die Pflege einer „gemeindeübergreifenenden Freundschaft“ und hieß alle Teilnehmer willkommen.

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Niklas Bestle vom Fischerverein Binswangen hat es geschafft. Der Gottmannshofer, kleinster unter den Jugendlichen, fing zur Belustigung seiner Kameraden den größten Fisch und wurde somit Schwäbischer Jungfischerkönig 2015. Er hatte zum ersten Mal an einer Meisterschaft teilgenommen und machte einen großen Fang – einen Karpfen von einer Größe mit 14 Kilo und 230 Gramm. Nicklas Kutter, Florian Thebs, Andreas Gaugenrieder und Isabelle Rauer sind die Sieger der Gesamtwertung. Sie werden an der Qualifizierungsveranstaltung zum Bayerischen Jugendkönigsfischen am kommenden Wochenende in Straubing teilnehmen.

Jedoch den Fischern geht es um mehr als um das Anglerglück. Der Schutz der Natur im und rund ums Wasser liegt ihnen am Herzen, deshalb ist dem Fischereiverband zusätzlich zur Fischerpraxis auch die umfassende Bildung der Jugendlichen wichtig. „Alles im und um das Wasser hat für uns Bedeutung,“ erklärt Manfred Kratzer, Bezirksjugendleiter aus Zusamaltheim.

Wesentlicher Bestandteil der Wettkämpfe waren deshalb Knoten,- Arten- und Pflanzenkunde und das Casting. Die Jungfischer lernten unter anderem diverse Knoten zu binden, eine Grundvoraussetzung zum Angeln. In Artenkunde lernten sie Fischarten und Tiere wie Bachflohkrebse oder Steinfliegen kennen. In Pflanzenkunde drehte sich alles um Pflanzen rund ums Wasser wie Rohrkolben oder Wasserlinse. Zum Casting gehören drei Disziplinen, darunter der Zielwurf mit der Angel mit jeweils drei Unterdisziplinen. „Die Jugend ist das Wichtigste, die Jugend ist die Zukunft des Vereins,“ darin sind sich alle Jugendleiter einig. Sie erklären damit ihr ehrenamtliches Engagement. Sie sind rund ums Jahr für die Jugendlichen da und verbringen viel gemeinsame Freizeit.

Zu Pfingsten hat sich Georg Hefele, Jugendleiter aus Ortlfingen, extra eine Woche Urlaub genommen, um mit seiner Gruppe zu zelten. Jetzt ist er mit 35 Jugendlichen angereist und beschreibt das Gruppenleben: „Abends laufen wir durch die Zeltstadt, setzten uns zu den Jugendlichen ans Feuer und reden“. Darüber hinaus war ihm sehr wichtig zu sagen: „Ohne unsere Frauen würde es gar nicht gehen. Wenn zuhause eine Frau ist, die das Fischen und die Jugendarbeit unterstützt, geht’s halt leichter.“

Diese Veranstaltung war nur möglich durch umfangreiche Hilfe, wie die Verantwortlichen dankbar betonten. Das Betriebskraftwerk in Schwenningen unterstützte mit der Freigabe des Donaudamms, der Fischereiverein Blindheim hatte Ersatzgewässer angeboten. Viele hatten es für unmöglich gehalten, dass der kleinste Fischerverein Schwabens eine so große überregionale Veranstaltung stemmen kann. Vorsitzender Sebastian Raab wurde mit der silbernen Ehrennadel des Fischereiverbandes und Simon Lindermeier, Zweiter Vorsitzender, mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Beide können mit ihren 25 aktiven Jugendlichen auf eine starke Mannschaft zählen.

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