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Wertingen

07.01.2021

Der neue Lieblingsort der Sprayer in Wertingen

Sprayer haben die Wände der Unterführung des Laugnakreisels für sich entdeckt. Neben aufwendigen Schriftzügen finden sich auch kleine Kritzeleien und fragwürdige Sprüche an den Wänden.
Bild: Dominik Bunk

Plus Die Fußgängerunterführung des Laugnakreisels in Wertingen dient als Leinwand für widerrechtlich angebrachte Motive. Darunter sind auch fragwürdige Sprüche.

Seit rund fünf Jahren ist der Laugnakreisel in Wertingen in Betrieb, wie auch die zugehörige Fußgängerunterführung. Wo eigentlich graue Betonwände wären, erblicken Fußgänger und Radfahrer mittlerweile ein anderes Bild. Große Flächen sind von verschiedenen Graffitis bedeckt, die an verschiedenen Stellen des Durchgangs zu finden sind – mal mehr und mal weniger enthusiastisch angefertigt. So reicht es von aufwendigen, großen Schriftzügen bis hin zu kleineren Kritzeleien.

„Die leeren Wände wurden wohl neu entdeckt“, erklärt Norbert Förg auf Nachfrage. Der Graffitikünstler aus Laugna sagt, falls es sich um eine Gruppe handle, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Ganze auch weitergehen würde. Da ein Großteil der Graffitis immer wieder den gleichen Schriftzug in abgewandelter Form zeige, sei das durchaus möglich.

Große Flächen in der Unterführung in Wertingen sind mit Graffitis bedeckt

Die Sprayer der Unterführung könnten aus der Gegend sein, aber auch aus 50 oder 100 Kilometern Entfernung anreisen. „Wie weit das Gebiet weg ist, spielt dabei oft keine große Rolle“, erklärt Förg. Wenn in der Gruppe eine gute Arbeitsaufteilung herrsche, könnten zudem auch innerhalb von kürzester Zeit große Flächen abgedeckt werden. „Da sind dann schon relativ schnell fünf Meter voll“, erläutert der Laugnaer.

Er selbst distanziert sich klar von einem solchen Vorgehen. Seine Kunst trage er auf Papier und Leinwände auf. Als mögliche Lösung für die Graffiti-Problematik im öffentlichen Raum käme für ihn eine Freigabe seitens der Stadt für das Areal infrage. „Dann wäre da schneller Ruhe“, so Förg.

Dass in Wertingen Wände oder Gegenstände ohne Erlaubnis beschmiert werden, kommt immer wieder vor. Im Sommer 2020 wurden im Stadtgebiet beispielsweise wiederholt Telefonzellen, Verkehrsschilder oder Zigarettenautomaten als Leinwand missbraucht. Täter waren vermutlich auch im Sommer meist dieselben, da in einigen Fällen das gleiche Namenskürzel verwendet wurde, wie die Polizei damals berichtete. Auch das Kriegerdenkmal beim Schloss wurde damals besprüht.

Säuberung des Kriegerdenkmals in Wertingen wird rund 1000 Euro kosten

„Wir schätzen, dass die Säuberung des Kriegerdenkmals rund 1000 Euro kosten wird“, meint Johannes Deisenhofer, Leiter des Wertinger Bauhofs. Allein das Reinigungsmittel läge bei rund 400 Euro, da das Denkmal aus einem Reinigungsmitteln gegenüber empfindlichen Material bestehe. Hinzu müssten noch die Arbeitsstunden der Stadtarbeiter gerechnet werden.

Die Polizei startet wegen der Schmierereien Ermittlungen. Das berichtet die Leiterin der Polizeiinspektion Wertingen.
Bild: Dominik Bunk

Die Kosten für die Reinigung der Unterführung am Laugnakreisel könne er noch nicht genau abschätzen. Sicher sei jedoch, dass diese zusammen mit den Kosten für die Stadtarbeiter bei mehreren tausenden Euro lägen. Zwar sei das Material der Wände nicht so empfindlich wie das des Kriegerdenkmals, jedoch hinge es stark davon ab, wie schwer das Graffiti zu entfernen sei. Auch wenn dafür kein Spezialmittel benötigt würde, wäre auch das normale Reinigungsmittel aufgrund der Menge relativ teuer, wie Deisenhofer ausführt.

Ein jugendlicher Täter konnte von der Polizei in Wertingen ermittelt werden

Übrigens: Der jugendliche Täter, der im Sommer wiederholt zur Spraydose gegriffen hatte, wurde mittlerweile geschnappt, wie Martina Guß, Leiterin der Polizeistation Wertingen erklärt. Die Strafe kann nach Jugendstrafrecht von einer Verwarnung bis hin zu Sozialstunden reichen, erläutert Guß. Jedoch stehe besonders bei Jugendlichen der Erziehungsgedanke im Vordergrund.

Im Erwachsenenstrafrecht sei für die Sachbeschädigung meist eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren fällig. Derjenige, der das Kriegerdenkmal beschmiert hat, sei der Polizei allerdings noch nicht bekannt. Martina Guß gibt Auskunft, dass auch wegen der Graffitis in der Unterführung des Laugnakreisels Ermittlungen gestartet werden.

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