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Binswangen

26.07.2019

Die Alte Synagoge in Binswangen wird barrierefrei

Rechter Hand der Alten Synagoge Binswangen, beim zweiten Fenster von der Judengasse aus gesehen, soll ein barrierefreier Zugang geschaffen werden – und im Inneren auch eine barrierefreie Toilettenanlage. Dei Gemeinde wird Bauträge der Maßnahme beim Gebäude sein, das dem Landkreis gehört.
Bild: Brigitte Bunk

An dem Gebäude in Binswangen soll  ein Zugang für Menschen im Rollstuhl geschaffen werden. Warum die Gemeinde Bauträger wird, obwohl das Haus dem Kreis gehört.

Seit die Alte Synagoge Binswangen am 20. Oktober 1996 wieder als Stätte der Begegnung und Erinnerung eröffnet wurde, finden dort regelmäßig die verschiedensten Veranstaltungen statt. Von Konzerten über Lesungen, Gedenkveranstaltungen und Festakte der örtlichen Vereine – die große Bandbreite an kulturellen Ereignissen, die dort einen würdigen und vor allem akustisch hervorragenden Rahmen finden, zeigt, wie beliebt das Gebäude inzwischen bei den Veranstaltern ist. Außerdem kommen viele Bus- und Seniorengruppen zu Führungen, die einen Einblick in die Geschichte des Gebäudes und viele Informationen über die bis 1938 in Binswangen lebenden Juden erhalten. In der Reichspogromnacht schändeten und verwüsteten Nazis das Gebäude.

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Viele bewundern den wunderschön restaurierten Bau

Viele loben und bewundern heutzutage den wunderschön restaurierten Bau, der 1987 vom Landkreis ersteigert und mit viel Liebe zum Detail restauriert wurde, nachdem er jahrzehntelang von Firmen als Lager genutzt worden war. Nur ein Manko wird immer wieder angesprochen: Ein barrierefreier Zugang fehlt ebenso wie behindertengerechte Toiletten. Dies soll nun geändert werden, entsprechende Anträge lagen dem Gemeinderat Binswangen in der jüngsten Sitzung am Dienstag vor. Wie Bürgermeister Anton Winkler telefonisch berichtet, stimmte das Gremium einstimmig der Vereinbarung mit dem Landratsamt zu. Die besagt, dass die Gemeinde bei der Maßnahme der Bauträger sein wird. Somit kann sie ins Programm der Dorferneuerung aufgenommen werden, und ein Zuschuss aus diesem Fördertopf ist möglich. Winkler erklärt: „Die Gemeinde trägt zehn Prozent der Kosten, die insgesamt auf 150000 Euro geschätzt werden.“

Der Umbau muss zum Baustil passen

Auf Nachfrage teilt Anton Kapfer, Vorsitzender des Förderkreises Synagoge, mit, dass die Maßnahme in die Planung gehe, sobald die Finanzierung steht. Erste Überlegungen besagen, dass vom Eingang her gesehen rechts ums Eck, etwa in Höhe des zweiten Fensters, ein Seitenportal entstehen soll, mit einer Rampe. Beides müsse natürlich zum Baustil passen. So können auch Menschen mit Rollstuhl und Rollator barrierefrei in die Synagoge gelangen. „Bisher gibt es zwar eine Behelfsrampe, die ist aber nur eine Notlösung“, so Kapfer. Außerdem müssen die Planer überlegen, wie Platz für die barrierefreie Toilettenanlage gewonnen wird. Sämtliche Maßnahmen werden mit dem Amt für Denkmalschutz abgestimmt.

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Im Gemeinderat ging es auch noch um einen Bauantrag

Außerdem lag dem Gemeinderat noch ein Bauantrag für ein Einfamilienwohnhaus mit Garage am Lindenbühl vor. Die Räte stimmten der Abweichung vom Bebauungsplan zu, das Dach darf mit einer Neigung von 25 Grad errichtet werden.

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