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Wertingen

23.07.2020

Die Dachbalken der Wertinger Seelenkapelle sind marode

Über eine Luke mussten die Mitglieder der Stadtverwaltung in den Dachstuhl der Seelenkapelle einsteigen, um dem Ursprung von Rissen auf der Südseite auf den Grund zu gehen. Unter dem Dach des jahrhundertealten Gebäudes machten sie unschöne Entdeckungen.

Plus Unter dem Dach des historischen Wertinger Gebäudes bot sich der Stadtverwaltung ein erschreckendes Bild – die Balken sind stellenweise morsch. Nun muss ein Sanierungskonzept erstellt und der umliegende Fußweg abgesperrt werden.

Es war kein allzu schöner Anblick, der sich den Mitarbeitern von Betriebshof und Stadtverwaltung bot, als sie über eine Luke den Dachstuhl der Wertinger Seelenkapelle betraten. Seit vielen Jahrzehnten, hatte dort niemand mehr sauber gemacht. Und so stapelten sich dort die sterblichen Überreste von zahllosen Tauben, die den Dachstuhl der Kapelle für sich entdeckt hatten. Eine Spezialfirma musste anrücken, um die großen Mengen an Taubendreck und Kadavern zu beseitigen.

Eine andere Entdeckung auf dem Dachstuhl ist aber noch weitaus ärgerlicher für die Stadt: Die Balkenkonstruktion ist in Teilen morsch und die Statik des Dachs nicht mehr sicher. Das hatte sich zuletzt in Rissen bemerkbar gemacht, die sich in der Wand der Kapelle gebildet hatten. Und jetzt kommen auf die Stadt erhebliche Mühen und Kosten zu, denn das Gebäude befindet sich in ihrem Besitz, nicht in dem der Kirche.

Der Fußweg bei der Seelenkapelle wird abgesperrt

In irgendeiner Form muss der Weg, der zwischen Kirche und Kapelle verläuft, in den kommenden Tagen abgesperrt werden, sagt Stadtbaumeister Anton Fink gegenüber unserer Zeitung. Anfangs werde es wohl eine komplette Sperre mittels eines Bauzauns geben. Man werde allerdings prüfen lassen, ob nicht mittels einer Gerüstkonstruktion ebenfalls ein Schutz erreicht werden kann, sodass der beliebte Weg für Fußgänger weiterhin nutzbar wäre. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich aufgrund der morschen Konstruktion Putzteile der Kapelle lösten und herabstürzten, sagt Fink. Ein unglücklicher Zufall, bei dem ein Passant gerade in einem solchen Moment vorbeiläuft, müsse unbedingt vermieden werden.

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Was auf jeden Fall schon einmal klar ist: Auf die Schnelle geht an dem Bauwerk überhaupt nichts. Denn die Seelenkapelle ist alt – in ihrer jetzigen Form besteht sie laut Pfarreiengemeinschaft wohl seit 1760, zwischenzeitlich wurde sie mehrfach renoviert – und steht unter Denkmalschutz. Das heißt, es stellt sich die grundsätzliche Frage, inwieweit die Balkenkonstruktion des Dachstuhls erhaltenswert ist. Entweder sie werde komplett ausgetauscht, so Fink, oder nur Teile davon. Die Methode des gezielten Austauschs von einzelnen Balken sei schon bei der Renovierung der Pfarrkirche vor einigen Jahren eingesetzt worden.

Es braucht ein Sanierungskonzept für das denkmalgeschützte Gebäude

Gemeinsam mit der unteren Denkmalschutzbehörde, die beim Landratsamt angesiedelt ist, muss ein Konzept erstellt werden. Die Frage ist: Was genau muss an dem historischen Gebäude getan werden, um seinen Charakter einerseits zu erhalten und die Sicherheit andererseits zu gewährleisten. Und das wird dauern, glaubt Fink, vor Anfang bis Mitte 2021 werde die Renovierung seiner Einschätzung nach nicht stattfinden. Von den Kosten her dürften die Arbeiten sich wohl im „unteren bis mittleren sechsstelligen Bereich“ bewegen. Allerdings werde die Stadt nicht alleine auf den Kosten sitzen bleiben, Fink rechnet hier mit Zuschüssen vom Freistaat Bayern. Der erste Kontakt zur Denkmalschutzbehörde sei hergestellt, sagt Fink. Jetzt gelte es zunächst, die Schäden im Detail aufzulisten, damit das Sanierungskonzept auf den Weg gebracht werden könne.

Das Hauptproblem liegt nach Ansicht Finks in der Konstruktion des Dachstuhls. Denn dort, wo die schrägen Dachbalken, mit denen der Decke aufeinandertreffen, wurde die Konstruktion in Mauerwerk eingefasst. Und das hat den großen Nachteil, dass der Balken nicht mehr richtig „atmen“ könne, wie Fink sagt. Die Feuchtigkeit, die in den eingemauerten Balken – die sogenannte „Mauerlatte“ – eindringt, bleibt dort auch, da sie nur sehr langsam wieder trocknen kann. Und genau das macht das Holz mit der Zeit morsch, sagt Fink. Inwieweit die großen Mengen an Taubendreck zu Beschädigungen der Balken beigetragen haben, könne er noch nicht beurteilen, sagt Fink.

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