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Reifenwechsel

24.11.2017

Die goldene Regel: „Von O bis O“

Tunahan Yildirim hat derzeit viel zu tun in der Werkstatt von Auto Ohnheiser in Wertingen. Viele Kunden wollen in den kommenden kalten Monaten mit Winterreifen sicher auf den Straßen unterwegs sein.
Bild: Alina Zillober

Im späten Herbst steht für viele der Reifenwechsel auf dem Plan. Experten aus der Region sprechen über verschiedene Typen und deren Vor- und Nachteile

Die derzeit milden Temperaturen können trügerisch sein. Jeden Tag besteht nun die Gefahr, Glätte und Schnee auf den Straßen ausgesetzt zu sein. Was muss man als Autofahrer über die Reifen des Fahrzeugs wissen?

Der Chef im Autohaus Ohnheiser in Wertingen, Walter Ohnheiser, sagt dazu im Gespräch mit unserer Zeitung: „Die goldene Regel besagt: ‚Von O bis O‘, also von Oktober bis Ostern sollte man mit Winterreifen fahren.“ Ab sieben Grad Celsius ist es besser, die Sommerreifen durch Winterreifen zu ersetzen. Der Grund: Das Gummi des Winterreifens ist deutlich weicher, und dadurch verliert man in der Kälte nicht die Bodenhaftung. „In den Wintermonaten ist das Fahren mit Winterreifen dann entspannter“, sagt Ohnheiser.

Doch vor allen Dingen sind Winterreifen eine Frage der Sicherheit im Verkehr. Wer Sommerreifen im Winter benutzt, läuft Gefahr, ins Rutschen zu geraten. Das Gummi der Reifen für den Sommer ist deutlich härter, somit verliert das Auto im Winter die Haftung, und der Bremsweg verlängert sich. Im Sommer bei heißen Temperaturen sind jedoch härtere Autoreifen besser geeignet. „Außerdem ist das Fahren mit falschen Reifen zur falschen Zeit bei Witterungsverhältnissen verboten.“ Wer dabei erwischt wird, den erwartet eine hohe Strafe, sagt Walter Ohnheiser. Je nachdem, ob andere Verkehrsteilnehmer durch die unpassenden Reifen am Fahrzeug behindert oder gar gefährdet wurden, werden 60, 80 oder 100 Euro bei einer Kontrolle fällig.

Einen Reifenwechsel selbst durchzuführen ist ebenfalls möglich. „Man benötigt nur einen Wagenheber und ein Radkreuz, um die Radschrauben aufzudrehen“, sagt Ohnheiser. Hinzu kommt aber das Problem, dass die Räder heutzutage größer als früher sind. Der Chef vom Autohaus Ohnheiser in Wertingen: „Früher hatten die Räder noch dreizehn Zoll und heute achtzehn bis neunzehn Zoll. Man benötigt viel Kraft, die Reifen von heute selber hochzuheben und somit diese zu wechseln.“

Der Grund für einen Reifenwechsel ist nicht immer nur von der Jahreszeit abhängig. Auch bei abgefahrenen und kaputten Reifen sollte man eine Werkstatt aufsuchen oder selber die Autoreifen wechseln. Die „Profiltiefe“, also der Abstand vom äußersten bis zum innersten Punkt der Reifenhülle, sollte nie unter 1,6 Millimeter liegen.

Wem das alljährliche Reifenwechseln zu viel wird, kann zu der Alternative Allwetterreifen greifen. Diese sind quasi ein Kompromiss aus den Vorzügen von Sommer- und Winterreifen.

Doch die Allwetterreifen haben keinen sonderlich guten Ruf bei den Autohändlern in der Region. Walter Ohnheiser sagt: „Ganzjahresreifen bestehen aus einer Gummimischung. Der Gummi ist weicher als bei Sommerreifen und etwas härter als bei Winterreifen. Es ist nichts Halbes und auch nichts Ganzes. Wir empfehlen den Kunden, mit Sommer- und Winterreifen zu fahren.“ Auch der Serviceberater Christoph Klotz vom Autohaus Scheel in Dillingen ist der Meinung, dass die Ganzjahresreifen nicht mit Sommer- und Winterreifen mithalten können. „Die Allwetterreifen sind nicht so sicher wie die Sommer- und Winterreifen.“ Die Mehrheit der Kunden will seiner Erfahrung nach auch nach wie vor bei den klassischen Winterreifen bleiben, sagt Klotz. Allwetterreifen können jedoch eine Alternative für Menschen in Großstädten wie Hamburg oder Köln sein. Es komme darauf an, wie stark die Autofahrer verschneiten Straßen ausgesetzt sind, so schätzt es Ohnheiser ein. Die Polizei hat die Ganzjahresreifen als Winterreifen anerkannt.

Ohnheiser erzählt von einem beispielhaften Fall. „Ein Jäger fährt bei Hochschnee mit Ganzjahresreifen in den Wald zum Schießen. Er würde nicht mehr so gut rauskommen. Hätte der Jäger Winterreifen draufgehabt, wäre es viel leichter, weil das Profil der Reifen besser ist.“

Darüber machten sich aber die wenigsten Gedanken, denn auch laut Walter Ohnheiser wollen 90 Prozent der Kunden Sommer- und Winterreifen.

Jedoch gibt es keine Unterschiede zwischen Allwetter-, Sommer- und Winterreifen im Bereich Abnutzung. Welche Reifen sich schneller abnutzen und welche nicht, könne man pauschal nicht sagen. „Die Reifen nutzen sich unterschiedlich ab. Es kommt sehr viel auf den Fahrstil an. Mit welcher Geschwindigkeit man in die Kurve fährt und ob man eher ‚sportlich unterwegs‘ ist.“ Ist das der Fall, würden die Reifen schneller abgefahren und der Gummi werde mit der Zeit porös, sagt Ohnheiser.

Schneller nutzen sich aber die Antriebsreifen ab. Wenn jemand wenig fährt, können die Reifen sechs bis sieben Jahre alt werden. Dann werden diese entsorgt, um altersbedingte Schäden auszuschließen. Wenn eine „Unwucht“ des Reifen, eine Ausbeulung, festgestellt wird, muss der Reifen „ausgewuchtet“ werden. Mit maschineller Hilfe wird der Reifen dann wieder in eine möglichst perfekt runde Form gebracht.

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