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Bürgerversammlung

10.11.2017

Die „verpfuschte“ Rieblinger Auffahrt

Mancher Bürger spricht hier von einer „Todesauffahrt“: Bei Rieblingen sehen die Einwohner viel Gefahr, wenn es auf die Staatsstraße 2027 geht. Bürgermeister Willy Lehmeier versprach nach der Bütrgerversammlung am Mittwochabend, mehr Druck auf das verantwortliche Staatliche bauamt zu machen.

Die Bürger des Wertinger Stadtteils sprechen von einer „Todesauffahrt“. Bürgermeister Willy Lehmeier verspricht, mehr Druck auf das Staatliche Bauamt zu machen.

Am Ende der 90-minütigen Bürgerversammlung spricht Johann Bröll, Ortsprecher und zweiter Bürgermeister, den Rieblingern ein dickes Lob aus. Nicht nur die hohe Zahl der Anwesenden – über 70 waren ins Bürgerhaus gekommen – signalisierte großes Interesse, auch die sachlichen Beiträge und Diskussionen imponierten Bröll. Das fördere Zukunftsideen und stärke des Zusammenhalt im Ort.

Die mobilen Hindernisse an den beiden Ortsausgängen, die seit einigen Wochen probeweise den Verkehr ausbremsen, bewegt die Rieblinger derzeit am meisten. Karl Salger bemängelte eine der Inseln: Aus Richtung Wertingen kommend, würden die Autofahrer das Hindernis zu spät sehen. Er plädierte deshalb für eine Verschiebung. Andere Bürger beobachten eine zunehmende Lärmbelästigung in der Ortsmitte. Durch Abbremsen, Schalten und Gasgeben würde ein „Höllenlärm“ entstehen. Diskussionen entwickelten sich um Alternativen wie Blitzanlagen. Diese seien in Bayern aber verboten, wie Karl Benz vom Ordnungsamt anmerkte. Alternativ sprachen die Bürger auch über die Einrichtung einer 30-er Zone.

Bürgermeister Willy Lehmeier machte deutlich, dass die Bürger die Entscheidung selbst in der Hand hätten. Für eine Verkehrssicherheit, wie sie vor allem Anwohner der Durchfahrtsstraße – meist Familien mit Kindern – wünschen, müssten „Schikanen“ in Kauf genommen werden. Eine Black Box messe derzeit das Verkehrsaufkommen sowie die Geschwindigkeit. Messergebnisse, nach denen Willy Breindl fragte, könnten beim Betriebsbauhof erfahren werden.

Schuld am vermehrten Verkehrsaufkommen sieht Lehmeier unter anderem an der „verpfuschten“ Auffahrt zur Staatsstraße 2033. Diese würden deshalb viele Autofahrer meiden. Ein Bürger schilderte die Situation anschaulich: „So weit kann man den Hals gar nicht drehen, um herannahende Autos zu sehen.“ Ein anderer Bürger sprach gar von einer „Todesauffahrt“, gleichwohl noch keine Unfälle an dieser prekären Stelle passiert seien. Doch so lange wollen die Rieblinger nicht warten. „Das Straßenbauamt weiß um die Gefahrenstelle seit Jahren, und seit Jahren wird uns versprochen, dass die Auffahrt verkehrssicher ausgebaut werden soll“, sagte Lehmeier. Zuletzt hieß es, dass 2017 der Pfusch beseitigt werden soll. Das Stadtoberhaupt versprach, der Angelegenheit mehr Nachdruck zu verleihen. Auch die Ausfahrt in Richtung Biberbach beschäftigte die Bürger: Die durchgezogene Linie von Biberbach kommend könnte seit der Sanierung der Straße kürzer geworden sein. So sei auch diese Ausfahrt für die Rieblinger gefährlicher geworden.

Insgesamt sind 100000 Euro für die Instandsetzung der Ortsdurchfahrt im Haushalt vorgesehen. Auf die Frage von Christian Thoma, ob Anwohner zur Kasse gebeten werden, gab Lehmeier Entwarnung: „Die Straßensanierung sowie Verschönerungsarbeiten betreffen Anlieger nicht.“

Gefährlich leben offenbar Schulkinder, die mit dem Bus transportiert werden. „Die sitzen zu dritt auf einem Platz oder müssen im Gang stehen“, berichtete ein Vater. Gleichzeitig bemängelte er die späte Abfahrt um 7.20 Uhr. Dadurch würden die Kinder vor allem im Winter oftmals zu spät zur Schule kommen.

Diese weiteren Themen kamen in der Bürgerversammlung zur Sprache:

In Wertingen wird wieder mehr geheiratet. Zehn Eheschließungen stehen noch in diesem Jahr an. Der Ort mit wachsender Einwohnerzahl – aktuell 346 – wird immer jünger und lebendiger. Die Altersstruktur habe sich in den letzten fünf Jahren positiv ausgewirkt: 86 Menschen sind unter 20 Jahre alt, 205 Bürger sind im Alter zwischen 21 und 60. Über 81 Jahre alt sind zehn Rieblinger.

Der Spielplatz im neuen Baugebiet soll 2018 in Planung gehen und 2019 gebaut werden.

Die Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes: 10000 Euro fließen in die Sanierung des „Wahrzeichens“ von Rieblingen. Dank ging an die Familie Helmer, die die Anlage pflegen.

Verdichterstation in Prettelshofen: Die Firma Bayernnetz sucht Grundstücke für das Aufstellen von Schlafcontainern für 60 Mitarbeiter. Dafür gibt es eine Entschädigung. Auch Zimmer könnten vermietet werden. Es handelt sich um eine Zeitspanne von zwei Jahren. Die derzeit stark frequentierten Feldwege in Rieblingen werden von Bayernetz wieder instandgesetzt.

Friedhof Prettelshofen: An den Kosten der Sanierung der Friedhofsmauer in Höhe von 118000 Euro beteiligt sich die Stadt Wertingen. Es soll eine Möglichkeit zur Urnenbeisetzung ausgelotet werden. Ein Fahrradständer soll aufgestellt werden. Frühestens 2019 könnte ein befestigter Weg zur Kirche für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer gebaut werden.

Fahrradweg Rieblingen-Neuschenau-Possenried-Hohenreichen: Der ausgewiesene Radweg sei wegen zu grobem Schotter nicht befahrbar. Der ökonomische Ausschuss soll die Fahrbahn verdichten.

Einfamilienhäuser: An der Ortseinfahrt von Wertingen kommend entstehen auf der rechten Seite Einfamilienhäuser. Die Bauvoranfrage für den Lückenschluss liegt aktuell im Rathaus.

Vereinsarbeit: Seit zehn Jahren gibt es die Kneippanlage und den Kräutergarten, die von drei Dutzend Bürgern gepflegt werden. Auch die FCA-Freunde „Schienbachtal 07“ feiern ihr zehnjähriges Bestehen. Zwischen Laptop und Lederhose agieren außerdem der Bürgerhaus-Verein, die Schützen und die Feuerwehr.

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