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24.03.2015

Dort, wo der Pfeffer wächst

Alfred Sigg und Regina Ohnheiser

Alfred Sigg verbreitet Redensarten

„Geh doch hin, wo der Pfeffer wächst“, war eine der zahlreichen Redensarten, die Alfred Sigg aus seinem Repertoire beim Seniorennachmittag in Villenbach auspackte. Er ahnte allerdings nicht, dass einer seiner Zuhörer aus dem Land kam, wo der Pfeffer wächst: Der Seelsorger der Pfarreiengemeinschaft Zusamaltheim-Villenbach-Wengen, Pater Matthew Biju stammt aus Indien. Dies sorgte dann für zusätzliche Erheiterung, wenn auch ein ernster Hintergrund in dieser Aussage steckt.

Denn der Ausspruch bezieht sich auf die Galeerenstrafe, wo verurteilte Straftäter angekettet unter anderem auch bis nach Indien rudern mussten. Sowohl damals als auch heute bedeutet diese Redensart also nichts Gutes. Dagegen haben „Krokodiltränen“ einen heiteren Ursprung, denn dem Reptil kullern beim genüsslichen Verzehr seiner Beute die Tränen aus den Augen. Die Redensart auf den Menschen bezogen unterstellt also eine unehrliche Weinerlichkeit.

Wie aus dem mit Pointen gespickten Vortrag von Alfred Sigg zu hören war, kommen viele Redensarten aus der jiddischen Sprache (Mischung zwischen jüdisch und deutsch). So haben die Sprüche „Sprung in der Tasse“ oder „Nicht alle Tassen im Schrank“ nichts mit einer Tasse zu tun, sondern sind auf das jiddische Wort Toshia oder Toscha zurückzuführen, was Verstand bedeutet. Auch der häufig geäußerte Wunsch „Hals und Beinbruch“ hat seinen Ursprung im Jiddischen und bedeutet Hasloche (Glück) und Broche (Segen). Ebenso das Wort „Massel“, was bekanntlich ebenfalls Glück heißt. Auch der „Gute Rutsch“ hat nichts mit rutschen zu tun und bedeutet Anfang.

Mit diesem und anderen Redensarten versetzte Alfred Sigg mit seinem unerschöpflichen Wissensschatz die Zuhörer immer wieder in Staunen. Abschließend bedankte sich Regina Ohnheiser vom Seniorenteam bei Alfred Sigg mit den Worten „jetzt darf ich Ihnen noch Honig ums Maul schmieren“ und überreichte ihm einen original Riedsender Honig als Geschenk. (pm)

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