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Frauenstetten/Hinterried

15.05.2019

Drei Häuser statt einem – gestörte Idylle in Hinterried?

Hier im Baugebiet „Hinterried West“ mündet die Alemannenstraße in die Pappenheimer Straße. Auf dem noch freien Eckgrundstück will ein Investor nun – abweichend vom Bebauungsplan – drei Häuser errichten. Die Anwohner der Alemannenstraße sehen das mit Skepsis.
Bild: Hertha Stauch

Der Gemeinderat Buttenwiesen will Flächen sparen und statuiert ein Exempel in Frauenstetten-Hinterried. Das wollen die Anwohner der Alemannenstraße nicht hinnehmen

Verdichtete Bebauung heißt das Stichwort – mit dem Ziel, in der Stadt, wie auf dem Land den Flächenverbrauch zu minimieren. Das hat sich auch der Gemeinderat Buttenwiesen auf die Fahnen geschrieben und verwies ein Problem, das die Anwohner in der Alemannenstraße im Orstteil Frauenstetten plagt, zur weiteren Beratung an das Landratsamt. Bürgermeister Hans Kaltner in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats: „Wir wollen den Sachverhalt zusammen mit der Baubehörde im Landratsamt klären.“ Enttäuscht zogen daraufhin die in der Sitzung anwesenden Anwohner von dannen. Sie hatten im Vorfeld mit einer Unterschriftenliste auf ihre Nöte aufmerksam gemacht.

Es geht um ein Eckgrundstück

Es geht um ein noch unbebautes Eckgrundstück an der Ecke Alemannenstraße/Pappenheimer Straße im idyllischen Baugebiet „Hinterried West“, das Ende der 1990er Jahre dort entwickelt wurde. Der Bebauungsplan sieht vor, dass auf Grundstücken von 700 Quadratmetern Fläche jeweils ein Einfamilienhaus – Erdgeschoß plus Dachgeschoß – gebaut werden soll. Das soll nun für das Eckgrundstück nicht mehr gelten. Die Gemeinde will hier entsprechende Befreiungen erteilen. Auf dem Grundstück sollen drei Einfamilienhäuser im Toskana-Stil entstehen, berichten die Anwohner, die sich gegen diese Art von Verdichtung aussprechen.

„Als wir unsere Häuser gebaut haben, haben wir uns an die Vorgaben halten müssen. Das ist jetzt nicht mehr der Fall“, beschweren sie sich. Kniestockhöhe, Dachneigung, Dachform und Geschossgrenze waren festgelegt. „Alle haben sich daran gehalten, und so ist eine schöne Siedlung entstanden“, meinen die Anwohner. Diese „harmonische Entwicklung und Wohnqualität“ wollen sie nicht verändert wissen, zumal mehr Häuser mehr Einwohner und mehr Fahrzeuge zur Folge hätten. Auch das Erscheinungsbild – Toskanahäuser haben eigentlich zwei Vollgeschoße – würde darunter leiden. „Das ist eine Mogelpackung“, sagt eine Anwohnerin.

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Antragsteller für das neue Bauvorhaben sei ein privater Investor, „der hier nie wohnen wird. Der muss die Folgen nicht tragen, dem geht es nur um Profit,“ protestieren die Anwohner gegen die Pläne.

Ein besonderer Kritikpunkt ist die Verkehrssituation. Jedes Anwesen muss zwei Stellplätze vorweisen – „wir wissen alle, dass dies nicht ausreichen wird“, sagen die Anwohner. So würden mit Sicherheit viele Autos auf der Straße stehen. Und deren Parkraum sei bereits jetzt beschränkt. Auch die Verkehrsführung würde gestört. Der Ahornweg mündet in die Pappenheimer Straße und endet „blind“. Das heißt, es gibt am Ende keinen Ringverkehr. Jeder, der in die Pappenheimer Straße will, kommt nur über den Ahornweg dorthin. Die Anwohner befürchten ein Verkehrschaos, zumal sich die Autos häufen und der Ahornweg schon heute oft zugeparkt sei. Hinzu komme landwirtschaftlicher Verkehr. Die Pappenheimer Straße mündet in einen Waldweg, der von Land- und Forstwirtschaft genutzt und von dieser erreicht werden müsse.

Problem soll gemeinsam gelöst werden

In der Sitzung des Gemeinderats plädierte Bürgermeister Hans Kaltner dafür, das „Problem gemeinsam zu lösen“. Das heiße, die Baubehörde am Landratsamt mit einzubeziehen. Er sei überrascht über die Reaktionen, meinte Kaltner. Natürlich sei es ein Problem, wenn alle ihre Autos auf der Straße parken. Das Landratsamt sei Genehmigungsbehörde, deshalb müsse es in den Fall eingeschaltet werden. Anpassungen an neue Gegebenheiten müssten möglich sein, der Gemeinderat müssen nun zunächst Ideen zur Lösung des Problems sammeln.

Der Frauenstettener Gemeinderat Manfred Hartl bedauerte, dass „die Leute ihre Autos nicht in die Garage stellen“. Es könne und dürfe nicht sein, so Hartl, „dass die Alemannenstraße verstopft ist“. Hartl erinnerte aber auch, die neuen Notwendigkeiten des Flächenverbrauchs zu beachten: „Platzverschwendung soll so nicht weitergehen.“

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