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Villenbach

08.09.2019

Durch den Matsch und rein in die Zusam

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5 Bilder
Hier wurde es schmutzig: Unter den Bändern durch den Schlamm robben, Anna Sporer hat es geschafft.
Bild: Brigitte Bunk

Der Sportverein Villenbach lässt bei „Skip and Crawl“ 577 Teilnehmer richtig Spaß haben. Bei manchen Herausforderungen ist viel Überwindung gefragt.

Von Brigitte Bunk

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Villenbach Alle triefen vor Wasser und Dreck. Frauen und Männer sowie einige Jugendliche waten aus der schlammigen hellbraunen Brühe, nachdem sie unter den weiß-roten Plastikbändern hindurchgekrochen sind. Da waren sie schon über zusammengehängte weiße BigPacks gestiegen. In zwei mussten sie komplett hinein, darauf haben die Schiedsrichter geachtet. Durch ein Auto krabbelten sie, standen dann mit ungläubigem Gesicht vor dem „Wasserbecken“ mitten im Acker.

Auch wenn derjenige, der sich am Samstag beim „Skip and Crawl“ des SV Villenbach angemeldet hat, wissen sollte, dass diese Herausforderung auf ihn zukommt, ist die Anspannung im Moment der Überwindung zu spüren. Auch bei den „WOP-Runners“, dem Wertinger OP-Team, das dieses Jahr zum zweiten Mal die Herausforderung annahm. Anna Sporer meinte vor dem Start: „Letztes Jahr war es wärmer.“ Und Sieglinde Thoma-Barabaß denkt schon vor Beginn an die kalten Temperaturen beim Überqueren der Zusam. Da wusste sie noch nicht, dass diesmal tatsächlich Schwimmen angesagt war, nachdem die aus Paletten zusammengebundene Brücke dem Ansturm nicht standgehalten hatte.

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Die Organisatoren vom SV Villenbach hatten hier tatkräftige Hilfe von der Wasserwacht Wertingen. Bianca Siwi konnte nachvollziehen, was auf die Spaßsportler zukam: „Da die Temperaturen nicht so angenehm sind wie im vergangenen Jahr, tun sie mir schon etwas leid.“ Sie gab praktische Tipps, wie auch Peter Keiß: „Hinsetzen und gleich nach vorne umfallen lassen. Nicht hinstehen, sonst zieht’s euch die Füße weg. Gleich losschwimmen.“ Weiter ging es durch die wunderschöne Landschaft Richtung Rischgau, wo zahlreiche weitere Hindernisse warteten. Zum Beispiel die Wasserrutsche. „Geil!“, war immer wieder zwischen Jubelrufen zu hören von den Adrenalinjunkies, die unten angekommen die volle Matschdusche abbekamen. War das Sportgelände wieder erreicht, ging es noch einmal richtig los. Über Reifen steigen, Holzhindernisse überqueren – war’s das? Von wegen. Durch einen Schlauch kriechen, die Halfpipe hochspurten, um darüberzusteigen, dann an die Kletterwand. Die Ruhe finden, einen Ball in Eimer zu werfen, an Ringen durch den Affenkäfig klettern, durch mit Wasser gefüllte Container steigen, in denen Reifen zum Untertauchen zwingen.

Durch ein Fadenlabyrinth geht’s zum letzten Akt, dem Schaumbad, das zwar nicht warm ist, aber trotzdem große Freude bereitet, wie Organisator Uli Moosmüller nachvollziehen kann: „Da wissen die Teilnehmer: Jetzt haben sie es geschafft!“ Die Teilnehmer strahlen tatsächlich. Carsten Bauer aus Welden war zum ersten Mal dabei. Zusammen mit Haris Hodzic aus Lindach und Severin Reiter aus Gabelbachergreut trinkt er im Zielbereich das Siegerbier. Sie sind sich einig – „erleichtert und stolz, dass ich es geschafft habe“.

Zwei Varianten standen zur Auswahl, bei der Versorgungsstation nahe der Ritter-Kunz-Burg teilte sich der Weg zwischen den fünf und zehn Kilometer langen Strecken. Feuerwehrleute sorgten für die Sicherheit, auch der Rettungsdienst stand zur Ersten Hilfe im Notfall bereit. „577 Teilnehmer sind gestartet“, weiß Martin Baumeister, Vorsitzender des SV Villenbach. Er gab pünktlich das Startsignal für die erste Gruppe von 40 Teilnehmern, die schon mit dem Warm-up losgelegt hatten und sich dann auf den Weg machten. Viele weitere Gruppen sollten folgen, die ersten hatten das Glück, dass das Wetter von oben noch hielt, bald fing es zu regnen an. So sagte Uli Moosmüller auch zum Verlauf: „Wir sind sehr zufrieden, bis auf das Wetter.“ In dem Moment kommen Luca Jaskolka, Franziska Deller und Stefanie Dittmann voller Badeschaum durch die Ziellinie, winken ihm zu und fassen zusammen: „Es war nass, matschig, aber geil!“ Da sagt nicht nur Vorstandsmitglied Alexandra Strobel: „Respekt vor jedem, der da mitmacht!“

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