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24.07.2010

Eine neue Kunst fast wie aus dem Nichts

Eine neue Kunst fast wie aus dem Nichts

Friedberg Er überrascht immer wieder - der derzeit poppig-farbige Anblick im Wittelsbacher Schloss in Friedberg. Noch bis 5. September kann dort Pop-Art von Marie-Luise Heller (1918-2009) ihre leuchtende Wirkung entfalten. Es scheint so - als kämen die hintereinander montierten, mit Lackfarbe besprühten Plexiglasscheiben direkt aus dem Münchner Atelier von Marie-Luise Heller. Dort entstanden zwischen 1968 und 1976 die Dia-Objekte, so genannt wegen ihrer Durchsichtigkeit. Es ist die Kombination aus Transparenz, leuchtenden Farben und Räumlichkeit, die neu war an diesen Arbeiten. Fast wie aus dem Nichts heraus hat Marie-Luise Heller die dafür nötige neue Formensprache entwickelt. So umschreibt es ihr Adoptivsohn, der Künstler und Architekt Thomas Weil (Friedberg-Rinnenthal), der den Nachlass verwahrt.

Teilweise wirkt es im Schloss so, als würde diese Pop-Art im Raum schweben. Sie strahlt eine farbenfrohe Leichtigkeit aus, die nicht erahnen lässt, wie viel Arbeit dahintersteckt. Ehe Marie-Luise Heller ein Objekt anpackte, hatte sie etwa zehn Entwürfe gestaltet. Bei der Umsetzung war höchste Präzision gefragt. In einem aufwendigen Verfahren deckte die Künstlerin nach und nach Teile des Plexiglases ab und besprühte die jeweiligen Freiflächen. "Dafür war unerhörte Präzision gefragt", erklärt Thomas Weil, der sich heute noch wundert, wie wenig Ausschuss Marie-Luise Heller dabei produziert hat. Aus Sicht des Sohnes bedeutete die Arbeit für die Künstlerin einerseits Lust, andererseits aber auch Joch ohne Ende. Auf die Plexiglasscheiben sprühte sie freie Motive, Spiralen, geometrische Formen oder Linien.

Es kommt auf den Blickwinkel des Betrachters an

Dieses Formengefüge entfaltete eine neue Wirkung, indem Marie-Luise Heller solche Plexiglasscheiben mit kurzem Abstand hintereinander montierte. Je nach Blickwinkel des Betrachters verändert sich auch der Anblick dieser Pop-Art. Die Friedberger Museumsleiterin Dr. Alice Arnold-Becker umschreibt es so: "Leuchtende Farben, schwebende Formen, perfekte Spraykunst."

Geöffnet ist die Ausstellung "Lust der Linie - Marie-Luise Heller zwischen Op und Pop" bis 5. September dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr im Wittelsbacher Schloss in Friedberg.

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