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Lauingen

16.05.2017

Gab es Missstände in der Elisabethenstiftung?

Fast zwei Jahrzehnte hat Helmuth Zengerle die Elisabethenstiftung in Lauingen geleitet, Ende 2015 trat der heute 67-Jährige in den Ruhestand.
Bild: Veh (Symbol)

Der frühere Direktor Helmuth Zengerle soll Zulagen ohne vertragliche Grundlage erhalten haben. Nach Informationen unserer Zeitung soll er mehr als 100000 Euro an die Lauinger Einrichtung zurückbezahlt haben.

Seit Ende 2015 ist Helmuth Zengerle im Ruhestand. Fast 20 Jahre lang hat der CSU-Politiker die Elisabethenstiftung in Lauingen geleitet. Jörg Fröhlich ist seit Beginn des Jahres 2016 neuer Geschäftsführer des Psychiatrie- und Pflegezentrums, das etwa 350 Menschen betreut. Nach dem Wechsel an der Führungsspitze sollen einige Unregelmäßigkeiten ans Tageslicht gekommen sein, die den Verwaltungsrat der Stiftung, dem Landrat Leo Schrell als Vorsitzender angehört, entsetzt haben sollen. So soll der frühere Stiftungsdirektor Zengerle der Einrichtung für psychisch kranke sowie körperlich und geistig behinderte Menschen nach mehreren gesicherten Informationen unserer Zeitung zunächst einen großen finanziellen Schaden zugefügt haben. Die Rede ist von mehr als 100000 Euro, die der frühere Bezirksrat, wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war, inzwischen an die Stiftung zurückbezahlt hat.

Zengerle ist Dritter Bürgermeister von Lauingen und CSU-Ortsvorsitzender. 30 Jahre lang gehörte er dem Dillinger Kreistag an. Die Elisabethenstiftung hat der 67-Jährige vom Sommer des Jahres 1996 bis Ende 2015 geleitet. Der frühere, 2004 verstorbene Landrat und Verwaltungsratsvorsitzende Anton Dietrich (CSU) hatte den damaligen Berufsschullehrer Zengerle zum Direktor der Elisabethenstiftung gemacht. In der Folge hatte es bei einigen Lauinger Lesern anfangs Zweifel gegeben, ob ein Berufsschullehrer für die Leitung eines Psychiatriezentrums qualifiziert sei.

Direktor Zengerle erweiterte die Elisabethenstiftung indes kontinuierlich. Er integrierte das ehemalige Lauinger Krankenhaus, das geschlossen wurde, und kaufte Häuser in der Albertus-Magnus-Stadt, unter anderem, um dort ambulant betreutes Wohnen anzubieten.

Nach seinem Ausscheiden sollen im vergangenen Jahr einige zweifelhafte Praktiken ans Licht gekommen sein. So soll Helmuth Zengerle, wie unserer Zeitung bekannt wurde, unter anderem seine Mutter zwei Jahre lang in der Pflegeeinrichtung zu verbilligten Konditionen untergebracht haben. Außerdem soll der ehemalige Direktor selbst eine monatliche Leistungszulage in Höhe von 500 Euro netto ohne vertragliche Grundlage erhalten haben. Zengerle hingegen habe auf Landrat Leo Schrell verwiesen, dass dieser ihm im Sommer 2012 die Zulage bewilligt habe. Nach Informationen unserer Zeitung bestreitet Schrell aber, eine solche Anordnung getroffen zu haben. Der Verwaltungsratsvorsitzende selbst wollte sich gegenüber unserer Zeitung nicht äußern. Zudem soll es eine zweite Zulage, ebenfalls in Höhe von monatlich 500 Euro netto, gegeben haben. Zengerle soll einen Beschluss des Verwaltungsrates handschriftlich ergänzt haben, während einer Baumaßnahme zwischen 2003 und 2005 diese Zulage zu bekommen. Das Geld soll aber nicht nur während der Bauarbeiten, sondern bis zu Zengerles Ausscheiden Ende 2015 weitergeflossen sein. Um einen langwierigen öffentlichen Prozess, der der Elisabethenstiftung schaden könnte, zu vermeiden, hat der Verwaltungsrat nach Informationen unserer Zeitung einer außergerichtlichen Einigung zugestimmt. Zengerle habe alles, worauf juristisch ein Anspruch bestanden habe, zurückbezahlt, heißt es aus dem Umfeld des Gremiums.

Helmuth Zengerle hielt sich auf Anfrage unserer Zeitung bedeckt. „Ich weiß nicht, wer solche Dinge in die Welt setzt“, sagte der Dritte Bürgermeister. Er sei bereits seit eineinviertel Jahren nicht mehr Direktor der Elisabethenstiftung, im Übrigen handle es sich um rein innerbetriebliche Vorgänge, ließ der einstige Bezirksrat wissen und drohte unserer Zeitung im Falle einer Berichterstattung juristische Schritte an. Der neue Geschäftsführer Jörg Fröhlich hüllt sich über die Vorwürfe gegen Helmuth Zengerle ebenfalls in Schweigen. „Ich kann über Dinge, die vor dem 31. Dezember 2015 passiert sind, keinerlei Auskunft geben“, teilte Fröhlich mit. Zumindest Zahlen zur Stiftung nannte der Geschäftsführer. Mit 280 Mitarbeitern sei die Elisabethenstiftung der zweitgrößte Arbeitgeber Lauingens. "Kommentar

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