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Buttenwiesen

08.12.2019

Im Frauenstettener Fantasiewald

Gespannt warten alle darauf, mit dem Nikolaus und seinen Engeln in den Wald ziehen zu dürfen.
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Gespannt warten alle darauf, mit dem Nikolaus und seinen Engeln in den Wald ziehen zu dürfen.
Bild: Benjamin Reif

Der Nikolausmarsch ist ein Highlight in der Weihnachtszeit. Er findet nur alle drei Jahre statt.

Um in Weihnachtsstimmung zu kommen, besuchen Silke Teynor und ihre Tochter Lena gerne Weihnachtsmärkte auf dem Land. Die seien ihr lieber als die in ihrer Heimat Augsburg, sagt Teynor, denn auf dem Christkindlsmarkt in der großen Stadt ist ihr der Andrang zu groß. Auf dem Land ist das alles noch stimmungsvoller, sagt Silke Tynor und macht eine ausladende Geste, als wollte sie hinzufügen: „Eben so wie hier“. Denn sie und ihre Tochter warten gerade gespannt darauf, dass sie mit dem Nikolaus durch den Frauenstettener Wald ziehen dürfen, den die gesamte Dorfgemeinschaft in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit zu einem Wunderland der Märchen gemacht hat.

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Magische Atmosphäre im Frauenstettener Wald

Unter der Führung des Nikolauses und seiner beiden Engel geht es in mehreren Gruppen zu jeweils hunderten Personen vorbei an liebevoll hergerichteten Stationen. Das Rumpelstilzchen zieht seine Kreise um eine Feuerschale, die Hexe kommt samt Besen missgelaunt aus ihrem Häuschen gestürmt und die Jäger präsentieren die Tiere des Waldes in teils ungewöhnlichen Posen – ein Dachs etwa steht Pfeife rauchend mit einer Hellebarde da und hält Wache. Durch den stimmungsvollen Einsatz der Beleuchtung entsteht eine magische Atmosphäre, die zahlreiche Kinder sichtbar in ihren Bann zieht. Doch auch die mitmarschierenden Eltern und Großeltern freuen sich, den Marsch wieder erleben zu können. Dadurch, dass dieser nur alle drei Jahre stattfindet, ist er immer etwas ganz Besonderes – diese Meinung ist einhellig den Gesprächen der Besucher auf dem gut kilometerlangen Weg zu entnehmen.

Den Höhepunkt des Marsches bildet das Schauspiel um die Geschichte des heiligen Nikolaus. Als Bischof gab er einst, so die Überlieferung, all seine wertvollen Besitztümer her, um Getreide für die hungernde Bevölkerung der Stadt Myra in der heutigen Türkei von Piraten zu kaufen. Dieses Schauspiel wird mit dem ganzen Charme einer Laiendarstellung vorgetragen. Man merkt den Darstellern zu jeder Sekunde an, dass sie Spaß daran haben, ihre Rollen zu verkörpern. Die hungernden Stadtbewohner klagen inbrünstig über ihr Leid, die Piraten verhöhnen diese mit aller aufzubietenden Boshaftigkeit.

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Voller Einsatz für die Kartei der Not

Und nach einem Besuch bei Schneewittchen und den Zwergen wird von einigen Engeln das Ende der Reise verkündet. Die Engel sammeln noch Geld ein für die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung. Die genaue Summe stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. In den vergangenen Jahren kamen stets mehrere tausend Euro zusammen.

Mitorganisator Christian Zahler freut sich über den großen Andrang – der bisherige Besucherrekord von 2016 dürfte heuer mit etwa 1300 gezählten Gästen noch übertroffen worden sein. „Es ist etwas ganz besonderes für uns. Die ganze Dorfgemeinschaft hilft zusammen“, sagt Zahler. Gerade die mitwirkenden Kinder seien immer sehr stolz auf ihren Auftritt an den Stationen. Den ganzen Marsch erlebten sie jedoch kurioserweise meist erst im Erwachsenenalter, wenn sie ihre eigenen Kinder beim den Frauenstettener Nikolausmarsch begleiten.

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