1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. In Wertingen ausgebildet - in Dillingen zum Jäger geschlagen

Wertingen/Dillingen

07.11.2018

In Wertingen ausgebildet - in Dillingen zum Jäger geschlagen

Peter Sendlinger aus Binswangen ist einer der 54 Jäger, die erfolgreich die Prüfung bestanden haben. Von Vorsitzendem Helmut Jaumann erhielt er im Rahmen der Hubertusfeier den Jägerschlag.
2 Bilder
Peter Sendlinger aus Binswangen ist einer der 54 Jäger, die erfolgreich die Prüfung bestanden haben. Von Vorsitzendem Helmut Jaumann erhielt er im Rahmen der Hubertusfeier den Jägerschlag.

Was 54 Frauen und Männer mit auf den Weg nehmen. Sie werden künftig mit Landwirten und Politikern zusammenarbeiten müssen, um die Tiere schützen zu können.

Einen wunderschönen Eichenzweig hat Helmut Jaumann in den Dillinger Stadtsaal mitgebracht. Weitere gelb und rot leuchtende Blätter bieten einen herrlich herbstlichen Rahmen für die Übergabe der Jägerbriefe durch zweiten Vorsitzenden Richard Kraus. Den Jägerschlag nimmt dieses Jahr Vorsitzender Helmut Jaumann bei der Hubertusfeier persönlich vor. 54 Männer und Frauen haben die Jägerprüfung nach ihrer umfangreichen Ausbildung auf dem Wertinger Judenberg bestanden. Oder, wie es Helmut Jaumann ausdrückt: „Ihr habt gelernt, was Tierschutz heißt.“ Danach spielen die Dillinger Jagdhornbläser, die schon die Hubertusmesse mit Stadtpfarrer Wolfgang Schneck in der Dillinger Studienkirche musikalisch umrahmt haben: „Auf, auf, zum fröhlichen Jagen.“

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

1250 Wildschweine im Landkreis Dillingen erlegt

Doch längst nicht alles ist so idyllisch, wie die Mitglieder der Kreisjägervereinigung es gerne hätten. In Sachen Afrikanische Schweinepest (ASP) berichtete Jaumann den Gästen am Samstagabend von aufgebrachten Anrufern und Verfassern von E-Mails, denen offensichtlich das notwendige Hintergrundwissen fehle. Mit 1250 Wildschweinen erlegten die Jäger im Landkreis Dillingen 350 Sauen mehr als im vergangenen Jahr. Der Vorsitzende stellte klar: „Wir brauchen uns von niemandem belehren lassen. Wir sind kompetent und tun alles, um das Schwarzwild zu reduzieren.“ Diese Kompetenz schätzt Landrat Leo Schrell, der betonte: „Die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Land- und Waldbesitzern, Jägern, Forstleuten, Naturschutzverbänden, politisch Verantwortlichen und Waldliebhabern ist unerlässlich, um unsere einzigartige Kultur- und Naturlandschaft zu schützen.“ Zur im Jagdgesetz verankerten Waidgerechtigkeit gehöre, die wildbiologischen Zusammenhänge zu beachten, ethische Grundsätze beim Umgang mit der Kreatur einzuhalten, dem Wild über Notzeiten hinwegzuhelfen und vieles mehr. Schrell ergänzte: „Die Pflege und Sicherung der Lebensgrundlagen aller Wildtiere kann also nicht heißen: Wald vor Wild, sondern Wald und Wild.“

Walter Fuchsluger bedankte sich im Namen der Stadt Dillingen für den Einsatz der Jäger. Ebenso Georg Winter (CSU) und Johann Häusler (Freie Wähler), denen Jaumann dankte, dass sie sich zur Jagd bekennen. In beiden Parteien gebe es kompetente Jäger. Georg Winter betonte, dass es wichtig sei, dass sich die Jäger zu Wort melden, beispielsweise über Augsburg TV: „So bekommen viel mehr Menschen mit, was hinter der verantwortungsvollen Aufgabe steckt.“

In Wertingen ausgebildet - in Dillingen zum Jäger geschlagen

Ausbildung an der Jagdschule in Wertingen

Johann Häusler verwies auf den Einsatz während der Ausbildung an der Jagdschule in Wertingen: „Das ist nicht selbstverständlich, da steckt viel Leidenschaft und persönliches Engagement dahinter.“ Helmut Jaumann freute sich über die klaren Worte von Regierungsjagdberater Hartmut Dauner. Heute sei kaum noch älteres Rehwild anzutreffen, Hasen, Rebhühner und Fasane könnten nicht mehr guten Gewissens gejagt werden. Ungebremsten Landverbrauch sieht er unter anderem als Ursache dafür. Die Landwirtschaft benötige immer größere Flächen und stärkere Maschinen, die Arbeitsbreiten wachsen, er forderte: „Wir brauchen stärkere Förderungen für Ausgleichsmaßnahmen, damit das Wild ausweichen kann.“

Unruhe brächten Mountainbikefahrer in den Wald, auch Jogger, die noch mitten in der Nacht mit Stirnlampen unterwegs seien. „Schwindeln“ beim Ausfüllen der Abschusslisten ist für Dauner keine Option: „Wenn ich sehe, dass es nicht mehr sinnvoll ist, den Abschuss zu erfüllen, dann muss ich mich dazu bekennen. Wir haben die ethische Verpflichtung den wild lebenden Tieren gegenüber.“

Ob es auch Wölfe in unseren Wäldern gibt, lesen Sie hier .
Welche Diskussionen an anderer Stelle über Wald und Wild in Wertingen und Umgebung geführt wurden, finden sie in diesem Artikel.


Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren