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Kindergarten-Standort: Eine moralische Frage

Kindergarten-Standort: Eine moralische Frage
Kommentar Von Hertha Stauch
15.11.2018

Bei der Suche nach einem Standort für den neuen Kindergarten in Wertingen geht es um mehr. Es geht um den Blick für das große Ganze.

Noch ist nicht klar, ob der neue Kindergarten, den die Stadt dringend benötigt, wirklich im Neubaugebiet an der Thürheimer Straße gebaut wird. Die Stadt sucht derzeit nach alternativen Standorten, ehe sie eine Entscheidung trifft. Doch der Protest der Anwohner im Neubaugebiet zwischen Friedhof und Buttinette lässt nicht nach ( Anwohner fordern anderen Kindergarten-Standort ). Dabei geraten sie in Erklärungsnot und tun sich schwer zu begründen, warum ausgerechnet sie, junge Familien, die sich glücklich schätzen dürfen, in einem so komfortablen Neubaugebiet wohnen zu können, hier keinen Kindergarten haben wollen.

Man glaubt den Anwohnern natürlich, dass sie im Grunde nichts gegen Kindergärten haben, sind sie doch selbst Nutznießer dieser städtischen Einrichtungen und einer Infrastruktur in Wertingen, die kurze Wege bietet und ihresgleichen sucht. Ja, Kindergärten sind gut, aber bitte nicht vor der eigenen Haustür. Wie bitte kann man ein solches Argument begreifen? Und wie bitte ist zu begreifen, dass man in der Nachbarschaft eines Kindergartens eine Wertminderung für sein eigenes Grundstück sieht? – Ein Argument, das wohl im Hintergrund der Diskussion eine Rolle spielt.

Welchen Stellenwert hat ein Kindergarten?

Bitte den Kindergarten lieber auf den Laugnaplatz, mitten rein ins Verkehrsgewühle, dorthin, wo sich die Stadt Flächen für ihre künftige infrastrukturelle Entwicklung vorbehalten hat? Einen Busbahnhof oder Einkaufspassagen mit Singlewohnungen könnte man sich auf dem Laugnaplatz eher vorstellen, als einen weiteren, zweiten Kindergarten im Zentrum, für den an dieser Stelle womöglich gar kein Bedarf herrscht, weil er entfernt von den jungen Siedlungen am Stadtrand liegt.

Kindergarten-Standort: Eine moralische Frage

So ist die Kindergartenfrage nicht nur eine Standortfrage, sondern auch eine moralische: Welchen Stellenwert räumt unsere Gesellschaft einem Kindergarten ein? Kann und darf es tatsächlich sein, dass eine Kindereinrichtung vor der Haustür zur Wertminderung eines Grundstückes führt? Den jungen Eltern im Neubaugebiet seien ihr Glück und ihre schöne Wohnsituation vergönnt. Gleichzeitig geht es aber um den Blick für das große Ganze, den der Stadtrat haben muss und der einen Standort im Neubaugebiet durchaus plausibel erscheinen lässt.

Dieser Kommentar bezieht sich auf den Artikel: Anwohner fordern anderen Kindergarten-Standort

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