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Binswangen

27.11.2018

Leinwanddrama wird in Binswangen zum Hörerlebnis

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Das Große Blasorchester des Musikvereins Binswangen unter Leitung von Christoph Günzel interpretierte den Stummfilmklassiker „Metropolis.

Der Musikverein Binswangen interpretierte auf besondere Weise den Stummfilmklassiker „Metropolis“. r Christoph Günzel arrangierte die Filmmusik - mit überwältigendem Erfolg.

Die Tradition der Jahreskonzerte des Musikvereins Binswangen begründet sich jeweils in einer Zweiteiligkeit bei der Programmstruktur sowie in gebotener Vielfalt und interessantem Kontrast. Im Mittelpunkt des Konzertes 2018 stand die Filmmusik zu dem legendären Stummfilmklassiker „Metropolis“ aus den Jahren 1925/26. Der musikalische Leiter der „Binswanger Bläserphilharmoniker“, Christoph Günzel, verfasste auch diesmal das Arrangement, das ganz auf die Interpreten zugeschnitten war und diese wiederum auf technisch und gestalterisch sehr hohem Niveauanspruch agieren ließ. Die verbindenden Texte verfasste traditionsgemäß Anton Kapfer und führte die Besucher durch die Handlung des komplexen Leinwanddramas. Somit war der Hörer stets auf Augenhöhe des Geschehens und konnte den musikalischen Zauber genießen. Im Sinne bester Programmmusik entsprachen die Gesamtkonzeption der Partitur und die musikalische Ausgestaltung durch das Orchester den begleitenden Filmszenen.

Eine futuristische Großstadt mit einer Zweiklassengesellschaft

„Metropolis“ steht für den Titel eines monumentalen deutschen Stummfilms aus den 1920er Jahren. Schauplatz ist eine futuristische Großstadt mit einer ausgeprägten Zweiklassengesellschaft. Zehn Szenen aus diesem sensationellen Leinwandstreifen mit der dramatischen Filmmusik durften die Besucher in einer imposanten Leinwand-Musik-Kombination erleben: In der gigantischen Stadt Metropolis existieren zwei voneinander klar getrennte Gesellschaften: Eine Oberschicht lebt in absolutem Luxus. Die Arbeiterklasse, die an riesigen Maschinen für den Gewinn der Reichen schuftet, haust ebenso tief unterhalb der Stadt wie die anderen darüber. Über die Abläufe in der riesigen Fabrik herrscht der Besitzer Joh Frederssen. Freder, sein Sohn wird Zeuge eines schweren Unfalls, bei dem viele Arbeiter zu Schaden kommen. Er setzt sich im Zusammenspiel mit dem Sekretär seines Vaters, Josaphat, zum Ziel, die Verhältnisse grundlegend zu ändern. Als die Arbeiter schließlich den Aufstand wagen, indem sie die entscheidenden Maschinen außer Kraft setzen, vergessen sie ihre Kinder. Mit Unterstützung einer engelgleichen, mysteriösen Frauengestalt namens Maria gelingt es Freder, diese in Sicherheit zu bringen. Die zunächst aufgebrachte Masse der Arbeiter kann nur schwerlich überzeugt werden, in ihm den Retter bzw. „Mittler“ zu sehen, dem allein Maria die Lösung des Konfliktes zwischen Ober- und Unterschicht zutraut. Der einleitende und abschließende Sinnspruch des Films lautet: „Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein“. Mit höchster Konzentration, versierter Technik und großer Spielfreude zeichnete das Orchester die Klangbilder.

Christoph Günzel verstand es vorzüglich, den Charakter der Musik bläserphilharmonisch zu performen, sowohl in der Anlage des Arrangements als auch in der klanglichen Umsetzung. Die jeweilige Interpretation der zehn Filmszenen lebte von starker dynamischer Ausprägung und farbiger Klanglichkeit.

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Nostalgische Erinnerungen beim Publikum geweckt

Der zweite Konzertteil bot für den Hörer zum Teil klassische Evergreens aus dem Genre des Entertainments sowie eine Ouvertüre zum Filmklassiker mit dem englischen Hero „Lawrence von Arabien“. Die Filmmusik zu „Lawrence of Arabia“, ein Medley aus berühmten Songs von Frank Sinatra wie auch der Welthit „What a Wonderful World“, berühmt geworden durch Louis Armstrong, weckten beim Publikum nostalgische Erinnerungen an eine zurückliegende Epoche der Unterhaltungsmusik.

In der „Romance for Trombone“ agierte die Solistin Verena Gärtner mit ihrer Posaune in wunderbarem romantischem Zusammenspiel mit dem Gesamtorchester. Die Polka „Blasmusik macht Freude“ aus einer Trilogie des Unterallgäuer Blasmusikkomponisten Kurt Gäble spiegelte genau diese Spielfreude und enorme Gestaltungsfähigkeit des sinfonischen Klangkörpers im Zusammenspiel der Akteure an den Instrumenten mit der Führungsqualität des musikalischen Leiters.

Das breite Publikum dankte den Akteuren mit frenetischem Applaus und ermutigte die Verantwortlichen, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen.

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