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Stadtrat

21.07.2017

Mehr Wohnraum soll im Wertinger Westen entstehen

So wird dieser Ausblick im Westen des Marienfelds nicht mehr allzu lange aussehen. Um dem großen Andrang auf dem Wohnungsmarkt Herr zu werden – auch bei Wohnungen für finanziell schwächere Bürger – will der Stadtrat im Westen das Baugebiet „Marienfeld 2“ etablieren.
Bild: Filippa Mörz

Im Baugebiet Eisenbach kommen 90 Interessenten auf zwölf Bauplätze. Nun ist der Ausbau am Marienfeld auf den Weg gebracht – mit sozialem Hintergedanken

Fast anderthalb Jahre ist es her, dass der Planer Werner Dehm vom Wertinger Stadtrat beauftragt wurde, mit den Vorbereitungen für das Baugebiet Marienfeld West 2 zu beginnen. In der Sitzung am Mittwochabend war es nun soweit, der Plan für die Erweiterung der Zusamstadt im Nordwesten wurde offiziell auf den Weg gebracht. Alle Räte waren sich einig: Es braucht mehr Wohnraum.

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Das bestehende Wohngebiet im Marienfeld soll nun nach Westen hin erweitert werden, bis nahe an die Sportanlagen heran, die nördlich der Dillinger Straße liegen. Der Rat beschloss einstimmig eine Änderung des Flächennutzungsplans mit neuem Bebauungsplan. Nun werden die Pläne bald im Rathaus einsehbar gemacht, damit sich die Bürger selbst ein Bild von den Planungen machen könnten, sagte Wertingens Baumamtsleiter Johann Meitinger.

50 Bauplätze wird das neue Gebiet wohl ungefähr aufweisen und gute fünf Hektar groß sein. Die Planung dauerte laut Meitinger geraume Zeit, da das Gebiet „schwierig zu erschließen“ sei.

Mehr Wohnraum soll im Wertinger Westen entstehen

Für diese Erschließung ist zudem eine neue Zufahrtsstraße angedacht. Bisher muss jeder Verkehr von der Wertinger Innenstadt kommend über die Riedgasse ins Gebiet anfahren. Für den neuen Bereich ist dann eine neue Zufahrtsstraße, die den Hang östlich des Tennisgeländes hinaufführt, angedacht.

Konkrete Planungen sind allerdings noch nicht gemacht, denn so bald werden Interessenten nicht damit rechnen können, ihr Haus im Marienfeld 2 bauen zu können. Bürgermeister Willy Lehmeier sprach in der Stadtratssitzung von „um 2020 herum“, bis das Gebiet erschlossen sei.

Der ursprüngliche Plan habe ein Geschäftszentrum in dieser Fläche angedacht, sagte Meitinger in der Sitzung auf die Frage von Stadtrat Herbert Nuber (Freie Wähler), ob es möglich sei, in das Baugebiet auch Geschäfte – beispielsweise Bäcker – zu integrieren. Das Interesse von Unternehmern sei aber gering ausgefallen, sagte Meitinger.

Die Stadt hat konkrete Pläne für das neue Gebiet, denn in Wertingen gibt es enormen Bedarf an erschwinglichen Wohnungen. Der Geschäftsführer der Wertinger Baugenossenschaft, Matthias Freier – auch tätig als städtischer Kämmerer – gibt hierzu Auskunft. „Pro Jahr werden durchschnittlich nur etwa fünf Wohnungen frei. Wir haben aber zwischen 40 und 50 Bewerbungen jedes Jahr.“

Meitinger berichtet, dass in den Entwurfsplanungen für das Marienfeld 2 mehrgeschossige Wohnungsbauten an sieben Bauplätzen vorgesehen sind. Um dem Bedarf an günstigem Wohnraum gerecht zu werden, sind 20 Prozent dieser Wohnungen für den sozialen Wohnungsbau gedacht. „Wir liebäugeln derzeit mit dem Bau von 14 bis 18 Wohnungen“, gibt Freier Auskunft.

Derzeit unterhält die Wertinger Baugenossenschaft 116 Wohnungen. Unter anderem durch die rein ehrenamtliche Tätigkeit der Mitglieder und damit extrem geringe Personalkosten, könnten die Mieten vergleichsweise günstig gehalten werden. Der durchschnittliche Mietpreis pro Quadratmeter liegt bei rund vier Euro. Die Mietverträge dauern meist sehr lange an, 30 Jahre Mietdauer sind laut Freier keine Seltenheit.

Dass Wertingen sich in der Fläche ausbreiten muss, wenn es den Wünschen der Einwohner nachkommen will, wurde auch durch eine andere Anmerkung Lehmeiers deutlich: Für das Baugebiet Eisenbach gibt es 90 Interessenten – auf zwölf Bauplätze. Vor der Abstimmung im Rat wurden auch noch diverse Anmerkungen verlesen: Unter anderem wurde von Kreisheimatpfleger Alois Sailer vorgetragen, dass er mit Sorge zur Kenntnis nimmt, dass immer mehr Platz verbaut wird. Das neue Baugebiet liegt in Nähe der Marienkapelle.

Durch die Versiegelung, welche mit der Bebauung einhergehen wird, geht außerdem Grund verloren, der Regenwasser versickern kann. Deshalb will die Stadt noch ein zusätzliches Regenrückhaltebecken schaffen, in Nachbarschaft zu dem schon bestehenden an der Riedgasse. Das Wasser soll aus den Rückhaltebecken mit dann insgesamt über 3000 Quadratmetern Fläche sehr langsam Richtung Innenstadt abgeleitet werden, so Meitinger.

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