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Wertingen

18.01.2021

Modernes Fachwerk: Die Arbeiten an der Engstelle in Wertingen beginnen

Architekt Manuel Hörmann (links) und Projektleiter Maurice Wiedenmann freuen sich, dass es nun bald losgehen kann mit dem Bau des modernen Fachwerkhauses der Firma Ulrich Reitenberger (siehe Modell). Am heutigen Montag wird mit dem Haus mit der Adresse „Am Marktplatz 7“, mittig im Hintergrund zu sehen, begonnen.
Foto: Reif

Plus Die Firma Ulrich Reitenberger Bau will am Thürheimer Tor ein modernes Fachwerkhaus errichten. Heute gehen die Abrissarbeiten am bisherigen Bestandsgebäude los – diese wirken sich auch auf den Verkehr aus.

Heute geht es los: Am Wertinger Marktplatz 7, gegenüber der Redaktion der Wertinger Zeitung am Thürheimer Tor, wird das ehemalige Seitz-Anwesen samt dem im Hinterbereich liegenden Stadel abgerissen. An dessen Stelle soll ein modernes Fachwerkhaus errichtet werden, gebaut von der Firma Ulrich Reitenberger.

Über das Vorhaben des Unternehmers hatte im vergangenen Mai der Bauausschuss des Stadtrates – letztmalig in seiner alten Besetzung – noch intensiv diskutiert. Einig waren sich die Stadträte, dass das bisherige, alte Wohnhaus nicht erhaltenswert sei und abgerissen werden könne. Insgesamt erhielt der Entwurf viel Zuspruch – Sorge bereitete manchem Stadtrat allerdings, ein modernes Gebäude an Wertingens bekanntestem verkehrlichem Nadelöhr zu platzieren. Das Thürheimer Tor sei der Zugangspunkt zum Marktplatz und damit dem besonders geschützten Stadtensemble zuzurechnen.

Im Ergeschoss des Wertinger Gebäudes entsteht eine Gastronomie

Also wird besonderen Wert auf die Details bei der Planung gelegt. Der Architekt Manuel Hörmann sagt gegenüber unserer Zeitung: „Die Arbeit an einem so außergewöhnlichen Projekt macht viel Spaß.“ Allerdings sei sie auch sehr anspruchsvoll – und bei mancher Detailfrage sei eine Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden Stadt und Landratsamt zwingend notwendig.

Denn der einzigartige Charakter des Stadtkerns soll unbedingt erhalten bleiben. Andererseits soll das neue Bauwerk auch Innovation und Eleganz ausstrahlen – keine leichte Aufgabe also. Doch mit dem jetzigen Plan sei man sehr zufrieden, sagt Projektleiter Maurice Wiedenmann. Im Erdgeschoss wird ein Gastronom aus der Region einziehen. Im ersten Stock richtet sich ein Herrenfriseur ein. Und im zweiten Stock entstehen zwei kleinere Wohnungen, die beide von dem Gastronomen bezogen werden – ein Gebäude mit „Mixed use“ also, wie es in der Fachsprache heißt. Das gut 13 Meter hohe Gebäude wird keine normale Wand zur Straße hin besitzen, sondern in zwei Stufen nach hinten versetzt gebaut werden. Im Erdgeschoss rücke man ungefähr einen halben Meter nach hinten, die Engstelle am Thürheimer Tor verbreitere sich damit etwas. Die Gäste des Lokals sollen auch an Tischen im Außenbereich sitzen können.

Wie viel Zeit für den Abriss des alten Gebäudes geplant ist

Der ursprüngliche Plan war, für die Fensterfront im ersten Stock verspiegelte Scheiben zu verbauen. Doch dieser Plan ist mittlerweile verworfen. Stattdessen gibt es normale Fensterscheiben, die jedoch ebenfalls stufenförmig in drei Ebenen verbaut werden sollen (siehe auch das Modell im Bild). Eine Beleuchtung von Außen bei Dunkelheit gibt es nicht, das war eine der Auflagen der Stadt. Bei der Farbgebung der Fassade hat man sich bei Reitenberger Bau etwas besonderes einfallen lassen: Denn wer den Marktplatz durch das Thürheimer Tor betritt wird das Gebäude anders wahrnehmen als derjenige, der den Marktplatz verlässt – beim Betreten heller, beim Verlassen dunkler. Sogenannte Trapezprofile, einmal hell und einmal dunkel, sollen dem Gebäude einen besonderen Charakter verleihen.

In einer Woche sollte der Abriss des alten Gebäudes, in dem sich einst eine Glaserei befand, vollzogen sein – für eine besondere Herausforderung sorgt allerdings ein Abschnitt der alten Wertinger Stadtmauer, der über das Grundstück verläuft. Eigentlich ist die Stadtmauer ein Grundstück auf dem Grundstück, wie Architekt Manuel Hörmann erklärt, denn sie gehört der Stadt. Bei den Arbeiten darf sie nicht beschädigt werden, wozu allerlei Schutz- und Stabilisierungsvorkehrungen notwendig sind.

Im Februar soll der Bau des modernen Fachwerks in Wertingen beginnen

Mit dem Rohbau für das Fachwerkhaus soll bereits im Februar begonnen werden. Läuft alles nach Plan, ist der Bau im Herbst fertig. Der Kran werde zwar im Hinterbereich des Gebäudes stehen – allerdings könnte sich der Bau auch nach den Abrissarbeiten noch auf den Verkehr auswirken. Hier stehe man in engem Kontakt mit der Stadt, wie Maurice Wiedenmann berichtet. Bisher hat die Stadtverwaltung angekündigt, dass der Kraftfahrzeugverkehr an der Engstelle des Thürheimer Tors vom heutigen Montag bis Freitag, 22. Januar, für den gesamten Verkehr gesperrt ist. Auch Fußgänger können die Baustelle vorerst nicht passieren. Eine Fußgängerumleitung soll über die Parkfläche am Thürheimer Tor und Kalteck möglich sein und ausgeschildert werden. Der Parkplatz selbst kann von Norden her (Bauerngasse, Ebersberg, Alemannenstraße) wie gewohnt angefahren werden. Auch der Busverkehr am Marktplatz ist laut Stadtverwaltung von der Sperrung nicht betroffen.

Weitere Auskünfte erteilt das Ordnungsamt der Stadt Wertingen, Veronika Sporer, unter Telefon 08272/ 84-363. (pm)

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